Keine Lust mehr auf Achterbahn

Fuerth H03 Jubel 300In der kommenden Saison, die für den FC Memmingen nächsten Freitag mit dem Auswärtsspiel beim VfR Garching beginnt, soll alles besser werden. Da sind sich die Verantwortlichen beim Fußball-Regionalligisten FC Memmingen einig. Spieler, Trainer, Sportliche Leitung und Vorstand: Sie alle haben keine Lust mehr auf eine atemberaubende Achterbahnfahrt am Rande des Abgrunds – wie im Mai, als sich die Rot-Weißen aus der Maustadt durch die Abstiegsrelegation zitterten und erst auf den allerletzten Drücker gegen den TSV Rain den Klassenerhalt schafften.

Neue Saison, neue Spieler, neues Glück? Die Männer von der Bodenseestraße jedenfalls glauben fest daran. Nicht weniger als sieben Neuzugänge stellten sich bei der offiziellen Mannschaftspräsentation vor: Fatjon Celani, Patrik Dzalto, Mario Jokic, Olcay Kücük, Enis Lokaj, Marco Nickel und Ensar Skrijelj. Dafür verließen Führungsspieler wie Muriz Salemovic und David Anzenhofer den Verein. Insgesamt stehen dem FCM nach aktuellem Stand 41 Spieler zur Verfügung – für das Regionalliga- und das U 21-Team, das in der Landesliga in der vergangenen Saison für Furore sorgte und sich bis zum Schluss in „akuter Aufstiegsgefahr“ befand.

Die Personalplanungen sind nach Angaben des Sportlichen Leiters Bernd Kunze fürs Erste abgeschlossen. „Obwohl wir ja wegen des Abstiegskampfes erst relativ spät Bescheid wussten, in welcher Liga wir künftig antreten würden, können wir sehr zufrieden sein“, betont Kunze – und fügt hinzu: „Jetzt hoffen wir, dass wir mehr Punkte sammeln als in der Vorsaison.“ Zur Erinnerung: 2017/18 hamsterte der FC Memmingen in 36 Spielen 39 Punkte – was ihn „nur“ auf Relegationsplatz 16 führte und die Verantwortlichen lange zittern ließ.

Wer letzten Endes den Sprung in die erste Elf schafft, entscheiden Trainer Stephan Baierl und sein neuer Assistent Kevin Siegfanz. Der 42-jährige Baierl übernahm Anfang Januar, also während der vergangenen Saison, das Ruder beim ranghöchsten – aber damals absturzgefährdeten – Allgäuer Fußballverein. Der 43-jährige Siegfanz, der als einer der besten Abwehrspieler gilt, die das Allgäu je hervorgebracht hat, ist beim FCM Novize.
Dass es auch beim neuen fußballerischen Führungsduo keine Stammplatz-Garantien gibt, weiß Stefan Heger. Der 27-Jährige zählt neben Dennis Hoffmann, Sebastian Schmeiser und Keeper Martin Gruber bereits zu den „alten Hasen“. Das ist kein Wunder, denn Coach Baierl, der früher unter anderem im Nachwuchs des Bundesligisten VfB Stuttgart tätig war, arbeitet nach eigenen Angaben besonders gerne mit jungen Spielern.
Doch nicht nur das: Bereits nach wenigen Monaten weiß man beim FCM, dass der Trainer ein äußerst akribischer Arbeiter ist, der nichts dem Zufall überlässt. Baierl sagt über sich selbst: „Ich muss doch vor dem Spiel wissen, welche Maße der Platz des Gegners hat. Denn wenn er nicht besonders breit ist, kann ja jeder Einwurf zur gefährlichen Flanke werden.“

Während Baierl als Seriosität in Person gilt, werden in der kommenden Runde auch Männer das rote Trikot tragen, die gerne mal einen raushauen. Zum Beispiel Patrik Dzalto, den die Memminger vor Kurzem als bislang letzten Neuzugang vorstellten. Der 21-Jährige kam aus Koblenz, hat aber bereits zweimal Bundesliga-Luft geschnuppert, als er bei Bayer Leverkusen in den Partien gegen den FC Augsburg und den VfB Stuttgart im Kader der Werkself aus dem Westen stand. „Das war ein geiles Gefühl“, sagt der Deutsch-Kroate. Bei der Spielerpräsentation lief der Stürmer in einem Outfit ein, das man irgendwo zwischen Neymar und Aubameyang verorten könnte, und klopfte gleich selbstbewusste Sprüche wie: „Wenn ich 20 Tore machen kann, mache ich 20.“

Damit die jungen Wilden des FC Memmingen auf dem Feld mit dem nötigen Ernst bei der Sache sind, hat der Regionalligist den 27-jährigen Kroaten Mario Jokic aus Kottern geholt. Dessen Spitzname sagt eigentlich schon alles, was man über ihn wissen muss: „Der Kommandant“. Abwehrrecken wie er sollen dafür sorgen, dass sich die Saisonprognose von Trainer Stephan Baierl erfüllt: „Wenn wir am Ende einen Platz besser dastehen als in der Vorsaison, würde das ja schon reichen.“ Wer Baierl kennt, weiß: Für den 42-Jährigen ist das lediglich ein Minimalziel. Denn er arbeitet mit seinem Team hart daran, dass an der Bodenseestraße wieder bessere Zeiten anbrechen.

(Von Manfred Jörg - Dribbler/Allgäuer Zeitung vom 13.07.18 - Archivfoto: Olaf Schulze)

 

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