Regionalliga: FC Memmingen - Viktoria Aschaffenburg 2:2 (0:2)

Aschaffenburg H01 Dzalto 300Standards können ein Spiel maßgeblich beeinflussen, ja entscheiden: Mit dieser Erkenntnis, die bei der Fußball-WM in Russland zuletzt überdeutlich in den Fokus gerückt ist, geht der FC Memmingen aus der Partie gegen Viktoria Aschaffenburg. Mit der Erkenntnis auch, dass diesbezüglich im Team von Stephan Baierl noch „Luft nach oben“ ist.

Das 2: 2 (0: 2) im Heimauftakt der neuen Saison vor mehr als 1.000 Zuschauern gegen den Aufsteiger aus Unterfranken offenbarte am Dienstagabend aber auch, dass der „Elfmeter-Fluch“, der auf dem FCM zu Lasten schien, gebannt werden kann. Jannik Rochelt machte es in der 69. Minute vor, als er sich energisch den Ball schnappte, anlief – und sicher zum 1: 2-Anschlusstreffer verwandelte. Was beileibe nicht selbstverständlich war, hatte doch sein Sturmpartner Fatjon Celani in der 29. Minute den ersten Foulelfmeter in dieser Partie (der an ihm verursacht worden war) vergeben – und damit zum Entsetzen der heimischen Fans saisonübergreifend den für Memmingen schon sechsten Elfer in Serie (nach Schweinfurt, Greuther Fürth II, Eichstätt, Rain und Garching) verschossen. Celani verpasste damit die Chance zum 1: 1-Ausgleich, nachdem die Gäste aus Aschaffenburg in der 12. Minute durch Daniel Cheron in Führung gegangen waren. Cheron war es auch, der kurz vor der Pause nach einem fast überfallartigen Angriff auf ein zwischenzeitliches 0: 2 stellte.

Trainer Baierl übt Selbstkritik: „Waren vielleicht zu vorsichtig“

„Dieses zweite Tor war sensationell“, erkannte FCM-Coach Baierl hinterher neidlos an – und übte auch ein Stück weit Selbstkritik: Möglicherweise habe er sein Team in der ersten Hälfte „zu vorsichtig“ agieren lassen. In der Tat operierten die Memminger zunächst mit einer Fünfer-Abwehrreihe um Kapitän Sebastian Schmeiser, Neuzugang Mario Jokic und Nachwuchsmann Michael Heilig, wobei Fabian Lutz und Philipp Boyer ihre Außenbahn-Aufgaben durchaus offensiv interpretierten: Gefiel Lutz vor allem in der ersten Hälfte durch dynamische Vorstöße, so war es im zweiten Abschnitt Boyer, sein Pendant auf der rechten Seite, der immer wieder ebenso quirlig wie wirkungsvoll nach vorne ging.

Weniger Wirkung, als dies möglich gewesen wäre, entfalteten indes die recht zahlreichen Standardsituationen, die sich für die Platzherren aus Eck- oder Freistößen ergaben. Jannik Rochelt, eigentlich mit einer hervorragenden Schusstechnik gesegnet, entschied sich allzu oft dafür, den Ball ziemlich genau auf den gegnerischen Torhüter zu zirkeln, sodass dieser für Ricardo Döbert meist eine relativ leichte Beute wurde.

Machtlos war der Aschaffenburger Schlussmann allerdings in der 84. Minute, als nach einer scharfen Hereingabe sein Teamkollege Hamza Boutakhrit den Ball ins eigene Tor lenkte. „Wir haben Ruhe bewahrt und verdient noch das Unentschieden geholt“, freute sich FCM-Mittelfeldkämpfer Lukas Rietzler nach 92 Spielminuten. Auch sein Coach sah hinterher mehr den noch gewonnenen Punkt als den nicht erreichten, ursprünglich angestrebten „Dreier“.

Gästetrainer und Ex-Bundesligaprofi Jochen Seitz (spielte für den FC Schalke 04 und den VfB Stuttgart) konstatierte, dass Memmingen in der zweiten Spielhälfte „45 Minuten Dauerdruck“ entwickelt habe. Insofern gehe das Unentschieden nach zwei grundverschiedenen Halbzeiten in Ordnung.

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(Von Markus Brändle - Allgäuer Zeitung vom 26.07.18 - Foto: Olaf Schulze)

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