In Memmingen ändern sich die Zeiten

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JHV Buchmann 300Der Termin für das Heimspiel in der Fußball-Regionaliga am Rosenmontag gegen den TSV Rosenheim (Beginn 20.15 Uhr) sei „alles andere als optimal: Mitten im Fasching, an einem Montag, die erste Partie nach der Winterpause!“, sagt FCM-Vorsitzender Armin Buchmann (im Bild). Zudem gibt es eine Liveübertragung im Fernsehen ( Sport 1 ), die den Memmingern vor Ort einige Zuschauer kosten dürfte.

Die Maustädter haben auf dem starken fünften Tabellenplatz überwintert. Doch nun stehen Veränderungen an: Trainer Stephan Baierl legt sein Amt zum Saisonende nieder und wird Sportlicher Leiter beim SSV Ulm (neuer FCM-Coach wird Ex-Profi Uwe Wegmann aus Burgberg, wir berichteten), außerdem verließen mit Jannik Rochelt (FC Bayern München II) und Patrik Dzalto jüngst zwei wichtige Offensivkräfte den Verein. Buchmann bereitet das keine Sorgen: „Ich habe keine Bedenken, dass es einen Leistungseinbruch gibt.“

Schon länger hätten die FCM-Verantwortlichen um die private Situation Baierls gewusst: „Er hat eine Frau, zwei kleine Kinder und eine Arbeit, die er zuletzt auf ein Minimum reduziert hat. Er hat mit sich gerungen – aber durch das Angebot aus Ulm hat er einfach mehr Zeit.“ Dass einige Spieler Baierl folgen und zum Rivalen nach Ulm wechseln könnten, bringt Buchmann nicht aus der Ruhe: „Vielleicht rückt ein Spieler in den Fokus, aber eigentlich hat Ulm andere Ambitionen.“ Wehmütig wird er allerdings beim Thema Rochelt: „Das ist eine Schwächung für uns, er ist herausragend. Aber andere werden die Chance nutzen und ihn ersetzen.“

Indes laufen die Zukunftsplanungen. Am Freitag lief die Frist für das Lizenzierungsverfahren zur dritten Liga ab. „Wir haben alle Unterlagen so abgegeben, als wären wir Tabellenführer“, sagt Buchmann, relativiert jedoch: „Wir haben das weniger für die dritte Liga gemacht – ich bin überzeugt, dass die viergleisige Regionalliga kommt.“ Den dann steigenden Anforderungen will der FC Memmingen gewachsen sein. Die Bewerbung soll perspektivisch Fakten schaffen, an denen sich der Verein orientieren kann. „Eventuell ist Fußball auf diesem Niveau hier dann allein wegen den technischen Vorgaben, also zum Beispiel was das Stadion angeht, nicht mehr möglich“, sagt Buchmann. Hier seien Stadt und Verein gefordert.

Ferner stelle sich die Frage, ob der FCM wirtschaftlich bereit ist – die neue Regionalliga würde einen großen Schritt in Richtung Profitum bedeuten.
„Wir wollen einfach mal schauen, wo wir stehen“, sagt Buchmann und ergänzt: „Stand heute bin ich überzeugt, dass es wirtschaftlich mit der Dritten Liga klappen kann.“ Auch bezüglich des Stadions seien kurzfristige Lösungen denkbar. Und sollte der FCM tatsächlich aufsteigen dürfen, legt er sich fest: „Wenn es irgendwie geht, machen wir es.“

(Archivfoto: Olaf Schulze)