Mit Effizienz auf Rang vier

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Nuernberg H03 Jubel 300Ein Satz war in der Schlussphase auf den Tribünen der Fußball-Arena immer wieder zu hören: „Hoffentlich läuft es nicht so wie gegen Rosenheim.“ 584 Zuschauer sahen, wie der FC Memmingen im Regionalliga-Heimspiel nach Toren von Furkan Kircicek (27. Minute) und Mario Jokic (73.) mit 2: 0 gegen den 1. FC Nürnberg II führte. Und sie erinnerten sich sorgenvoll an die zurückliegende Partie der Allgäuer, als der FCM gegen Rosenheim eine Zwei-Tore-Führung (durch dieselben Torschützen) noch aus der Hand gab und letztlich nur einen Punkt holte (2: 2). Doch dieses Mal hielt der Vorsprung. Die drei Punkte bedeuteten den Sprung auf Platz vier in der Tabelle.

„Es hat mich echt geärgert, dass wir die zwei Punkte verloren haben – und das habe ich die Mannschaft auch spüren lassen“, sagte FCM-Trainer Stephan Baierl. Diesmal sei er zufrieden, auch wenn der Gegner das Spiel über weite Strecken dominierte: „Für mich geht es ums Gewinnen. Wir haben so gespielt, wie man gegen U 23-Mannschaften spielen muss, das haben wir gut gemacht.“ Die Heimelf hatte Glück, nicht früh einem Rückstand hinterherlaufen zu müssen, denn die FCN-Reserve legte los wie die Feuerwehr. Memmingen kam nicht ins Spiel, hatte aber mit Martin Gruber einen Torwart, der nicht zu überwinden war. Nach drei Minuten stand er gegen Fabian Nürnberger richtig, der frei im Memminger Strafraum aufgetaucht war, den Nachschuss drosch Issaka Mouhaman ans Außennetz. Wenig später vereitelte er einen gefährlichen Konter (8.), entschärfte einen strammen Distanzschuss (10.), behielt nach einem groben Patzer der Memminger Defensive die Ruhe (11.) und ließ zwei Paraden nach Freistößen folgen (19. und 23.). Mit dem ersten gelungenen Angriff stellte der FCM den Spielverlauf komplett auf den Kopf: Fatjon Celani und Kircicek kombinierten sich durch die Gäste-Hintermannschaft (27.) – das 1: 0. Dass es mit diesem Stand in die Kabinen ging, war wiederum Gruber zu verdanken, der gegen Lukas Schleimer in höchster Not rettete (37.).

Nach dem Seitenwechsel waren die Gastgeber besser. „Wir haben dann viel weniger zugelassen, hätten das 2: 0 sogar früher machen können“, sagte Baierl. Nach 58 Minuten kam Michael Heilig nach einer Ecke zum Abschluss und zwang FCN-Torhüter Nikola Vasilj zu einer Glanztat. Ein Nachschuss wurde geblockt, der dritte Versuch von Celani landete am Pfosten. Einen Volley-Hammer von Marco Schad aus der zweiten Reihe wehrte Vasilj mit den Fingerspitzen ab (72). Wenig später war es dann aber doch soweit: Eine Kircicek-Ecke von rechts köpfte Mario Jokic zum 2: 0 in die Maschen (73.).

Vor den Augen des zukünftigen FCM-Trainers Uwe Wegmann auf der Tribüne (übernimmt im Sommer von Baierl) schaltete Memmingen anschließend einen Gang zurück. Die Erinnerung an das Rosenheim-Spiel kam auf, weil die Gastgeber anschließend für wenig Entlastung sorgten und Konterchancen leichtfertig vergaben. Doch die Hintermannschaft stand sicher.

Einen Aufreger gab es in der Nachspielzeit: Gruber spitzelte Cedric Euschen den Ball vom Fuß, der FCN-Stürmer ging zu Boden. Zum Entsetzen der Allgäuer entschied Schiedsrichter Johannes Huber auf Strafstoß. Doch nach Rücksprache mit seinem Assistenten revidierte er seine Entscheidung. „Das war ganz klar kein Elfmeter“, sagte FCM-Kapitän Sebastian Schmeiser. Nürnberg habe stark gespielt: „Wir haben uns lange schwergetan, uns dann aber gut reingekämpft.“ Die Rosenheim-Partie habe keine Rolle mehr gespielt: „Das ist eben Fußball – so was kann passieren, aber darüber darf man nicht nachdenken.“

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(Von Jan-Mirco Linse - Allgäuer Zeitung vom 11.03.19 - Foto: Olaf Schulze)