KICKER: Der Drei-Säulen-Plan

Trainingsauftakt 02 Wegmann Siegfanz 300Der personelle Umbruch beim FC Memmingen ist größer ausgefallen, als ursprünglich erwartet worden war. So hat Winter-Neuzugang Nicholas Helmbrecht überraschend eine Ausstiegs-Option aus seinem Vertrag gezogen. Mit Eigengewächs Michael Heilig, der seinen bisherigen Trainer Stephan Baierl (Sportdirektor beim SSV Ulm 1846) folgt, hätte der FCM auch gerne länger geplant. So stehen neun Abgängen aktuell zehn Neuzugänge gegenüber. Letzte Verpflichtung ist Außenverteidiger Lirim Kelmendi (23) vom Liga-Konkurrenten VfR Garching. Er wird damit erstmals seit Kindertagen wieder mit seinem Bruder Arijanit (24/FC Pipinsried) in der gleichen Mannschaft spielen. „Lirim ist ein Spieler mit drei Jahren Regionalliga-Erfahrung und tut uns in der Summe gut“, hat der sportliche Leiter Bernd Kunze damit die Personalplanungen abgeschlossen.

Nicht nur bei den im nahen Mindelheim geborenen Kelmendis werden Familienbande zusammengeführt. Auch die aus Bad Wörishofen stammenden Boyer-Brüder kicken künftig wieder im gleichen Verein. Philipp (23) gehört bereits zum Regionalliga-Stamm, Marco (21) kehrt vom SC Ichenhausen zu seinem Ausbildungsverein zurück und der Jüngste Luca (19) rückt von den eigenen A-Junioren altershalber ins Erwachsenenlager auf.

Dass sieben der zehn externen Neuen ihre Wurzeln im Allgäu haben, ist kein Zufall sondern auch ein Zeichen dafür, dass es in Memmingen etwas familiärer zugeht. Marco Greisel kommt zwar vom FC Augsburg II, stammt aber ursprünglich aus dem Ostallgäu. Der auch von anderen Klubs umworbene Mittelfeldspieler, der mit 14 Jahren nach Augsburg ging, ist heiß auf seine neue Aufgabe: „Ich will eine Führungsrolle übernehmen. Wenn man schon ein paar Regionalliga-Partien auf dem Buckel hat, kann man den jungen Spielern mit der Erfahrung helfen.“ Das sagt einer, der gerade auch erst 21 Jahre alt ist. Von Greisel erwartet sich Kunze einiges: „Man muss spielerisch und charakterlich schon stark sein, um in einer Regionalliga-Mannschaft Kapitän zu werden.“

Auf den neuen Cheftrainer Uwe Wegmann (56/links im Bild) uns seinen Assistenten Kevin Siegfanz (rechts) wartet angesichts des Umbruchs viel Arbeit, viel Zeit für die Findungsphase bleibt nicht. Der Ex-Profi bescheinigt der sportlichen Leitung aber gute Arbeit: „Es sind viele wichtige Spieler und Leistungsträger gegangen – das macht es schwieriger. Wir haben aber viele gute neue Leute, die müssen wir so schnell wie möglich integrieren“.

Der FCM baut auf drei Säulen auf: Aus dem verbliebenen Stamm gibt es beispielsweise mit Torhüter-Routinier Martin Gruber (28), dem Abwehrrecken Mario Jokic (28), dem jungen Lukas Rietzler (21) und Stürmer Fatjon (27) Celani einige Korsettstangen. Dazu kommen die Neuverpflichtungen. Säule Nummer drei ist der eigene Nachwuchs. Dem einen oder anderen aus der bisherigen U21- und U19-Mannschaft ist der Sprung nach oben zuzutrauen, um in die Fußstapfen von Philipp Boyer, Heilig, Rietzler oder dem im Winter vom FC Bayern München II verpflichteten Jannik Rochelt zu treten.

Mit dem Saisonziel gibt sich FCM-Präsident Armin Buchmann zurückhaltend. Aufsteiger Türkgücü Ataspor München und der FC Schweinfurt gelten schon jetzt als topgesetzt. Nürnberg II wird sicher wieder vorne mitmischen. Gleiches ist Bayreuth oder Burghausen zuzutrauen. Ein oder zwei Amateurteams, so wie zuletzt der VfB Eichstätt und lange Zeit auch Memmingen könnten auch wieder überraschen. Der große Rest dahinter kämpft, wie schon in den vergangenen Jahren, knallhart um den Klassenerhalt – ist zumindest die Einschätzung von Buchmann. Um eine konkurrenzfähige Truppe zu stellen ist der FCM nach seiner Aussage „an die obere Grenze der begrenzten finanziellen Möglichkeiten gegangen“.

(KICKER-Sportmagazin vom 13.06.19 - Foto: Olaf Schulze)

 

 

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