Die Stars auf der Bank: Alpenbomber gegen Phantom

Illertissen A04 Wegmann 300Innovative Spitznamen sind im Profifußball eher selten, meist sind es nur Abkürzungen, wie „Litti“ für Pierre Littbarski oder „Schweini“ für Sebastian Schweinsteiger. Wer also mit einem eigenen Titel in des „Kaisers“ Fußstapfen von Franz Beckenbauer tritt, muss schon etwas ganz Besonderes geleistet haben. Am Samstag (14 Uhr) treffen im Regionalliga-Spiel des FC Memmingen beim 1. FC Nürnberg II zwei durchaus legendäre Ex-Profis aufeinander. Auf der einen Seite FCM-Trainer Uwe Wegmann (im Bild), der zu seinen Bundesligazeiten „Alpenbomber“ getauft wurde, auf Nürnberger Seite Marek Mintal. Das „Phantom“ betreut neuerdings den Club-Nachwuchs. Seinen Namen hat der frühere Erst- und Zweitliga-Torschützenkönig erhalten, weil er eher unauffällig spielte und immer wieder aus dem Nichts auftauchte.

Die Stars dieses Regionalliga-Spiels sitzen damit eindeutig auf der Bank. Auf dem Platz stehen überwiegend junge Kräfte, die noch Stars werden können oder es zumindest wollen. Im Gegensatz zu anderen Proficlubs hält der 1. FC Nürnberg weiter an einer zweiten Mannschaft fest und schafft es immer wieder Spieler nach oben zu bringen. Das ist auch Mintals Ziel: „Für mich als Trainer ist es ein gutes Gefühl, talentierte Spieler, die Potenzial für die erste Mannschaft mitbringen, zu den Profis zu schicken“. Jüngstes Beispiel ist Dominik Steczyk, der an den polnischen Meister Piast Gliwice ausgeliehen wird.

Im vergangenen Jahr gelangen Memmingen zwei Siege gegen den Talentschuppen. Nach dem Umbruch und dem 0:2 zum Start in Illertissen gilt es erst einmal dort ordentlich zu bestehen. Wegmann über den Gegner: „Nürnberg hat eine junge kombinationsstarke Mannschaft, die wir nicht ins Spiel kommen lassen dürfen“. Der Coach hat gegenüber der Auftaktniederlage mehr personelle Alternativen. Mit Olcay Kücük und Marco Schad stehen zwei erfahrende Mittelfeldleute zur Verfügung. Auch Fatjon Celani kehrt in den Kader zurück. Der Angreifer hat durch seine Verletzungspause allerdings fehlende Spielpraxis in der Vorbereitung.

Beide Trainer waren ja Stürmer. Ob deswegen auch ein Offensivspektakel ihrer Mannschaften zu erwarten ist, muss abgewartet werden – zumal am Samstagnachmittag im Sportpark am Valznerweiher eine Toptemperatur bis zu 32 Grad erwartet wird.

(Foto: Olaf Schulze)

 

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