Kein Aktionismus: FCM bewahrt die Ruhe

Aubstadt A02 Gruber 300Das gab es noch nie: Vor dem achten Spieltag der Fußball-Regionalliga ist der FC Memmingen Tabellenletzter (18. Platz/4 Punkte). Der Klub absolviert seine zehnte Saison in Deutschlands viert-höchster Spielklasse – Schlusslicht war der FCM zuvor nie. Bislang haben die Maustädter vier Punkte aus sieben Partien gesammelt (ein Sieg, ein Remis, fünf Niederlagen) - einzig in der Spielzeit 2017/2018 starteten sie genauso schlecht (siehe Grafik unten). Damals schafften die Allgäuer nur über die Relegation den Ligaerhalt. Beim SV Wacker Burghausen (9./10 Zähler) steht nun am heutigen Samstag das nächste schwere Auswärtsspiel an. Anpfiff bei den Oberbayern ist um 14 Uhr.

Der FCM-Vorsitzende Armin Buchmann warnt trotz der prekären Situation vor Aktionismus: „Wir hatten ein brutales Auftaktprogramm. Es wäre unfair, jetzt schon Vorwürfe zu machen. So doof das klingt: Bis hier her war das alles mehr oder weniger einkalkuliert.“

Tatsächlich hatten es die ersten Begegnungen für die Allgäuer in sich: Von den bisherigen sieben Liga-Gegnern standen sechs in der oberen Tabellenhälfte. Einzig der FV Illertissen, bei dem Memmingen trotz einer guten Leistung 0: 2 unterlag, belegt einen der hinteren Ränge (13.). Buchmann erläutert: „Fast alle Gegner bislang haben ganz andere finanzielle Möglichkeiten als wir – und trotzdem haben wir immer gut mitgehalten. Das war oft einfach Pech.“ Das beste Beispiel sei die 0: 1-Pleite im zurückliegenden Punktspiel zuhause gegen Tabellenführer Greuther Fürth II: „Fürth war dominant, aber wir hatten auch Chancen - so eine Partie verlierst du nicht immer.“ Für das Vereinsoberhaupt ist dennoch klar: Die Wochen der Wahrheit beginnen. „Jetzt kommen die Teams, gegen die wir punkten müssen. Niemand hier freut sich über den letzten Platz. Aber erst nach den nächsten fünf, sechs Begegnungen sehen wir, wo wir wirklich stehen“, sagt Buchmann.

Trainer Uwe Wegmann stelle beim FCM niemand infrage und auch der Kader um Stammtorhüter Martin Gruber (im Bild) habe die nötige Qualität. Personelle Nachbesserungen seien nicht geplant. Auch Gruber glaubt, dass die Tabellensituation nicht die Leistungen des Teams widerspiegele: „Wir waren oft nicht schlecht, haben uns aber nicht belohnt.“ Er argumentiert zudem: „In den letzten fünf Spielen haben wir drei Siege, ein Unentschieden und nur gegen Fürth verloren – unsere Form ist gut.“ Zu bedenken sei zwar, dass darunter auch zwei Siege im Toto-Pokal gegen Mannschaften aus niedrigeren Ligen fallen. Doch gerade der jüngste 2: 1-Erfolg im Pokal beim starken Bayernliga-Tabellenführer TSV Wasserburg unter der Woche habe gezeigt, was die Mannschaft könne. „Die hatten einen Lauf. Da musst du erst mal gewinnen“, betont der Keeper. Buchmann stimmt ihm zu: „Das war sehr wichtig für unser Selbstvertrauen.“

Dem FCM-Funktionär zufolge habe das Team in den letzten Monaten viel Qualität verloren und daher viele neue Akteure integrieren müssen: „Das ist eine Riesenaufgabe. Es war klar, dass das nicht leicht wird.“ Für den Klub sei es dabei essenziell, Spielern aus der eigenen Jugend eine Chance zu geben. Das sieht Gruber ähnlich: Der große Umbruch im Kader habe anfangs zu vermeidbaren Fehlern geführt, „die in dieser Liga sofort eiskalt bestraft wurden. Aber zuletzt haben wir das immer mehr abgestellt. Wir haben uns gut gefunden.“ Die Lage beschreibt der Schlussmann als „natürlich nicht angenehm“, aber die Anspannung halte sich in Grenzen. Der 29-Jährige sagt: „Es wäre fatal, jetzt in Panik zu verfallen. Wir müssen ruhig bleiben. Wir wissen: Wenn wir eine kleine Serie starten, geht’s schnell wieder ins Mittelfeld.“

Gegen den SVW seien Punkte möglich. Aber Gruber warnt: „Wacker zählt jedes Jahr zu den Top-Teams. Heuer sind sie bis jetzt auch hinter den Erwartungen zurück. Es ist immer schwer, da was zu holen.“ In der Vorsaison gab es auswärts ein 1: 1, in Memmingen setzten sich die Oberbayern knapp mit 3: 2 durch. Für Buchmann ist indes auch klar, dass sich Burghausen unter der Woche im Pokal geschont hat. In Garching, das kurz zuvor in der Liga noch mit 2: 0 besiegt worden war, zog Wacker nun mit 1: 2 den Kürzeren und schied aus. Memmingen habe sein K. o.-Spiel indes ernst genommen und in Wasserburg die Stammelf zum Einsatz gebracht – das habe Kraft gekostet.

(Von Jan-Mirco Linse - Allgäuer Zeitung vom 24.08.19 - Foto: Olaf Schulze)

 

Copyright © 2019 FC Memmingen e.V.
Designed by SMART-IT GmbH
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok