Nicht mehr Schlusslicht: "Endlich haben wir uns belohnt"

„Auswärtssieg! Auswärtssieg!“, schallte es durch die Wacker-Arena in Burghausen. Die Spieler des Fußball-Regionalligisten FC Memmingen hatten sich im Kreis versammelt und feierten ihren 2: 1 (1: 0)-Erfolg über die Heimelf vom SV Wacker. Sie sangen, sprangen und lagen sich in den Armen. Mit den drei Punkten verließen die Allgäuer den letzten Tabellenrang und sind nun 16. (7 Zähler). „Wir haben uns endlich für eine richtig starke Leistung auch belohnt“, freute sich Trainer Uwe Wegmann.

Die Maustädter starteten besser: Nach acht Minuten tauchte Natsuhiko Watanabe im Strafraum auf, sein Abschluss landete bei Burghausens starkem Torwart Egon Weber. Wenig später der erste Aufreger: FCM-Stürmer Fatjon Celani wurde an der Strafraumgrenze gefoult und verletzte sich. Den fälligen Freistoß zirkelte Lirim Kelmendi in Richtung Torwinkel, doch Weber parierte. Für Celani ging es nicht weiter, Marco Nickel ersetzte ihn. Die Allgäuer blieben am Drücker, tauchten mehrfach gefährlich im Strafraum auf. Doch Watanabe nach einer tollen Kombination (28. Minute) sowie Arijanit Kelmendi (35.) und Olcay Kücük (40.), jeweils völlig frei per Kopfball, vergaben.

Die Heimelf wirkte unkonzentriert, leistete sich Fehlpässe, spielte sich kaum in den Memminger Strafraum und kam in den Zweikämpfen oft zu spät – rund 30 Fouls (fünf Gelbe Karten) waren die Folge. Die einzig nennenswerte Chance hatte Felix Bachschmid (25.): Sein Schuss aus 13 Metern wurde abgefälscht und ging drüber. Bank, Spieler und Fans des SVW haderten viel und lautstark mit dem Schiedsrichter.

So auch kurz vor der Pause: Lirim Kelmendi schlug einen weiten Ball auf Nickel und erwischte die SVW-Defensive damit auf dem falschen Fuß. Nickel war auf und davon und legte auf Marco Greisel quer. Der schob zur hochverdienten FCM-Führung ein (45.+1). Burghausen reklamierte vergeblich Abseits.

Im zweiten Durchgang flachte die Partie ab. Das 2: 0 durch Nickel (62.) fiel kurios: Einen ungefährlichen Chipball spielte Wackers Lukas Aigner per Kopf Richtung Keeper – doch seine Rückgabe geriet zu kurz. Nickel reagierte schnell und köpfte über Weber hinweg ins Tor. Vom SVW kam wenig. Der bereits verwarnte Bachschmid hatte nach 71 Minuten Glück, als er nach einem rüden Einsteigen gegen Greisel nicht Gelb-Rot sah. Kurz darauf scheiterte Nickel (76.).

Der Anschlusstreffer fiel aus dem Nichts. Mit dem erst zweiten Abschluss nach der Pause traf Andrija Bosnjak (80.) per Kopf. Wacker machte nun Druck, wurde aber nicht mehr gefährlich. Memmingen hätte noch erhöhen können, doch zwei Mal Fadhel Morou und Nickel nutzten eine Dreifachchance nicht (88.). Mit dem Abpfiff gab es für die Allgäuer kein Halten: Sie schrien die Erleichterung heraus. Wegmann sagte: „Man hat uns das Selbstvertrauen vom Pokalsieg in Wasserburg (2: 1; d. Red. ) angemerkt.“ Sein Gegenüber, Wolfgang Schellenberg, sprach von einem „nicht unverdienten“ Memminger Sieg, kritisierte aber auch die Unparteiischen scharf. Die schlechte Leistung seines Teams begründete er mit Ausfällen und drei Spielen in acht Tagen. Wegmann erwiderte: „Ich glaube nicht, dass sie heute wegen der Schiedsrichter verloren haben.“

 

(Von Jan-Mirco Linse - Allgäuer Zeitung 26.08.19 - Archivfoto: Olaf Schulze)

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