Marco Nickel der Senkrechtstarter

Eichstaett H02 Nickel 300Als Fußball-Regionalligist FC Memmingen am Ende der Saison 2017/18 in der Relegation gegen den damaligen Bayernligisten TSV Rain am Lech um den Klassenerhalt kämpfte, war Marco Nickel (im Bild) noch nicht dabei. Die Maustädter setzten sich nach zwei nervenaufreibenden Partien knapp durch. Inzwischen hat es der TSV dennoch geschafft, in Deutschlands vierthöchste Spielklasse zurückzukehren. Und der 20-jährige Nickel hat sich im FCM-Kader festgespielt. Heute, Freitag, gastiert Rain als Tabellenletzter im Allgäu. Anpfiff der Begegnung in der Memminger Arena ist um 19.30 Uhr.

Auch wenn es kein unmittelbares „Alles-oder-Nichts-Spiel“ wie beim letzten Aufeinandertreffen ist – Nickel bezeichnet diese Partie als „brutal wichtig“. Denn der FCM steckt auf Rang 16 (7 Punkte) immer noch im Tabellenkeller fest. Bei einer Niederlage droht der Klub erneut abzurutschen, von Schlusslicht Rain (18./6) trennt den FCM nur ein Zähler. Nickel mahnt: „Wir waren schon vor dem Burghausen-Spiel Letzter und wollten die Rote Laterne unbedingt abgeben. Jetzt müssen wir nachlegen.“

In Burghausen siegten die Allgäuer verdient mit 2: 1. Gegen die Oberbayern avancierte Nickel zum Spieler des Tages: Nach seiner Einwechslung für den verletzten Fatjon Celani legte er das 1: 0 durch Marco Greisel auf und erzielte das 2: 0 selbst. „Es ist sehr bitter für uns, dass sich Fatjon verletzt hat. Aber daran darfst du während des Spiels nicht denken. Wenn ich auf dem Platz stehe, gebe ich Vollgas“, berichtet Nickel. Nun gehe das Team mit Rückenwind in die Partie gegen den schwäbischen Rivalen aus Rain.

Schon in der A-Jugend stürmte er für den FCM. Zur Saison 2016/17 wechselte er vom Nachwuchs der TSG Thannhausen nach Memmingen. Dort überzeugte er auf Anhieb, war in der Landes- und der Bayernliga Leistungsträger. Nach einem Jahr folgte der Sprung zum FC Ingolstadt. „Aber da lief nicht alles, wie ich es mir vorgestellt habe. Deswegen bin ich zurück zu meinem Heimatverein.“ Bei der SpVgg Kleinkötz (bei Günzburg) in der Kreisklasse lief es dann richtig rund: Elf Spiele, elf Tore. Nickel erinnert sich: „In dieser Zeit hatte ich wieder Kontakt mit Memmingen. Hier habe ich mich immer wohlgefühlt, viele Freunde spielen hier. Da musste ich nicht lange überlegen.“

Zurück in der Maustadt, ging der junge Angreifer zunächst meist für die zweite Mannschaft (Landesliga) auf Torejagd. Dort traf er 15 Mal. „Letzte Saison war vom ganzen Verein stark, und für mich lief es gut. Ich habe schon geglaubt, dass ich heuer hin und wieder bei der Ersten dabei bin. Aber dass ich so viel spielen darf, überrascht mich selbst“, sagt Nickel und lacht. Bislang durfte der Senkrechtstarter, der nicht abgehoben wirkt und in Günzburg als Fachkraft für Lagerlogistik arbeitet, in allen acht Liga-Begegnungen ran und zahlte das Vertrauen mit je drei Treffern und Vorlagen zurück.

Er ist guter Dinge, dass es gegen Rain erneut mit Punkten klappen kann. Denn im August stimmt die FCM-Form bislang: Aus sechs Begegnungen (davon zwei im Pokal) gab es vier Siege, ein Remis und nur eine Niederlage. Rains Bilanz im gleichen Zeitraum fällt ernüchternd aus: In sechs Spielen (eins im Pokal) setzte es ausschließlich Pleiten. Dass die verletzungsgeplagten Schwaben in der Liga mithalten können, zeigten sie aber zu Saisonbeginn, als die starken Teams aus Burghausen und Schweinfurt besiegt wurden.

Jüngst legte Rain personell noch nach: Von 1860 München II kam Mittelfeldmann Arif Ekin, der gegen Garching gleich einen Freistoß direkt verwandelte, die Niederlage aber nicht verhindern konnte. Im Kader tummeln sich vier Ex-Memminger: René Schröder und Dominik Bobinger in der Abwehr sowie Maximilian Bär und Dominic Robinson im Mittelfeld. Nickel rechnet mit einem harten Kampf, betont aber: „Wir haben gezeigt, dass wir solche Spiele gewinnen können.“

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(Von Jan-Mirco Linse - Allgäuer Zeitung vom 30.08.19 - Foto: Olaf Schulze)

 

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