Ensar Skrijelj: Nicht ins Hemd machen

Rain H03 Skrijelj 300Kurz vor Schluss, 84. Minute, Fußball-Regionalligist FC Memmingen lag gegen Schlusslicht Rain 0: 1 zurück: Bei einer Niederlage wären die Maustädter am vergangenen Wochenende wieder ans Tabellenende abgerutscht. Getümmel im Strafraum – und der spät eingewechselte Ensar Skrijelj (im Bild) stand richtig, drückte den Ball zum Ausgleich über die Linie. Am Ende stand ein 1: 1, mit der FCM sogar einen Rang gutmachte (jetzt 15. Platz/8 Punkte). „Klar war das sehr wichtig in dieser Situation. Aber zu wenig. Das Ziel war ein Sieg, die drei Punkte müssen wir holen“, resümiert der junge Stürmer. Denn die Allgäuer stehen nach wie vor im Tabellenkeller – und nun wartet am Samstag (14 Uhr) die schwere Partie bei Spitzenreiter Schweinfurt 05 (1./22). Skrijelj bleibt selbstbewusst: „Wir machen uns da nicht ins Hemd.“

Seine Begründung: „Sie haben ein sehr starkes Team. Aber sie sind keine Übermannschaft. Sie haben gegen Rain verloren.“ Insbesondere warnt der 19-Jährige vor Liga-Toptorschütze Adam Jabiri, der für die „Schnüdel“ aus Unterfranken schon sieben Mal getroffen hat. Auch weite Teile des restlichen Kaders seien stark. Schweinfurt fuhr zuletzt fünf Liga-Siege in Folge ein. Unter der Woche warf der FCS sogar Drittligist Ingolstadt aus dem Pokal.

Doch Memmingen habe ebenfalls Qualität, zuletzt seien die Ergebnisse nicht schlecht gewesen (im August zwei Siege, zwei Remis und nur eine Niederlage in der Liga). Skrijelj ist sich sicher: „Wir geben Vollgas, dann ist auch was drin.“ Offensiv-Neuzugang Can Karatas vom FC Bayern München II zählt vermutlich erstmals zum Kader der Allgäuer. Mit dem jüngsten Unentschieden gegen Rain beschäftige sich der FCM nicht mehr. Skrijelj erklärt: „Das war ärgerlich, weil wir das bessere Team waren. Aber wir stehen nicht deswegen hinten in der Tabelle, sondern weil wir in den ersten vier Spielen gar keinen Punkt geholt haben.“ Der schlechte Saisonstart sei unglücklich gewesen und Memmingen bei keiner der Niederlagen chancenlos.

Skrijelj kommt bei den Allgäuern derzeit meist in der Schlussphase von der Bank. „Vor allem in unserer Situation ist das bitter für mich: Ich würde am liebsten immer alles für die Mannschaft geben. Aber das spornt mich auch an“, sagt er. Insgesamt laufe sein zweites Jahr beim FCM (Skrijelj kam im Sommer 2018 vom Bayernligisten FC Ismaning) für ihn persönlich dennoch wesentlich besser als seine erste Saison. Insgesamt standen in jener Saison am Ende nur 77 Regionalliga-Minuten für Skrijelj zu Buche. Diese Marke hat er in der laufenden Spielzeit bereits bei weitem übertroffen. „Ich habe sehr wenig gespielt und mich mit dem Trainer nicht gut verstanden, das war nicht einfach. Ich bin ein Typ, der sein Herz auf dem Platz geben würde und immer kämpft, aber ich durfte es nie zeigen“, blickt er zurück und ergänzt: „Jetzt spüre ich Vertrauen und bin ruhiger geworden. Die Atmosphäre und die Chemie sind dieses Jahr besser.“

Sehr geholfen hätten ihm die Teamkollegen Lirim und Arjanit Kelmendi. Wie die Brüder, die seit diesem Sommer beim FCM spielen, wohnt Skrijelj in München. Sie bilden eine Fahrgemeinschaft zu Trainings und Spielen. „Davon profitiere ich sehr“, sagt Skrijelj, der Teilzeit im Einzelhandel arbeitet.

Für den jungen Angreifer ist es nicht das erste Mal, dass sein Team in einer prekären Lage steckt. Er erinnert sich: „Als ich in Ismaning in die erste Mannschaft kam, stand die auf dem Relegationsplatz.“ Aber sie habe sich gefangen. Und auch beim FCM bleibt Skrijelj zuversichtlich: „Ich weiß, dass wir nicht mehr lange dort unten stehen. Nach dem Unentschieden gegen Rain war die Stimmung natürlich angespannt. Aber das zieht uns nicht runter. Das Glück wird wiederkommen, vielleicht schon gegen Schweinfurt.“

(Von Jan-Mirco Linse - Allgäuer Zeitung vom 07.09.19 - Foto: Olaf Schulze)

 

Copyright © 2019 FC Memmingen e.V.
Designed by SMART-IT GmbH
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok