Viel Selbstvertrauen getankt

Illertissen Pokal H03 Karatas 300Die Geschichte dieses Spiels sei schnell erzählt. Das sagte Marco Küntzel, der Trainer des Fußball-Regionalligisten FV Illertissen kurz nach dem Abpfiff der Partie gegen den Liga-Konkurrenten FC Memmingen. Doch man muss dem ehemaligen Bundesliga-Profi (Borussia Mönchengladbach) hier widersprechen. Es gibt eigentlich eine ganze Menge über die Begegnung zu berichten.

Die Rot-Weißen aus der Maustadt gewannen im Achtelfinale des bayerischenToto-Pokals vor 810 Zuschauern verdient mit 2: 0 (0: 0) und nahmen damit Revanche für die 0: 2-Niederlage zum Auftakt dieser Regionalliga-Saison. Nach dem Ausscheiden ging Küntzel mit seinem Team hart ins Gericht: „Wir haben ohne Esprit unseren Stiefel runtergespielt. Bei manchen von uns hatte ich den Eindruck, dass sie auf den Abpfiff warten.“ Erneut Einspruch, Herr Küntzel! Denn als Beobachter hatte man diesen Eindruck überhaupt nicht. Zumindest in den ersten 35 Minuten, als sich die Gäste engagierter als die Gastgeber zeigten. Auch an der Seitenlinie: Küntzel verbrachte das erste Drittel meist stehend in der Coaching-Zone und peitschte sein Team lautstark nach vorne.

Ansagen wie „Raus! Höher! Nachschieben!“ waren nicht zu überhörende Signale an das Illertisser Team, sich nicht hinten reinzustellen und abzuwarten, was passiert. Und so tauchten die Blauen mehrfach brandgefährlich vor dem Memminger Tor auf. Dieses hütete an diesem Abend Felix Thiel. Der machte seine Sache richtig gut und rettete den Roten das 0: 0 zur Pause.

Auf der anderen Seite hatte aber auch der FCM ein paar Hochkaräter zu verbuchen, zum Beispiel Marco Nickels Schuss an den Pfosten in der 38. Minute. Von da an ergriffen die Memminger mehr und mehr die Initiative. „In der zweiten Halbzeit war dann von uns kaum noch was zu sehen“, bilanzierte Gäste-Trainer Küntzel. Vom FCM dagegen umso mehr. „In der zweiten Hälfte haben wir das Spiel über weite Strecken kontrollieren können“, sagte Memmingens Trainer Uwe Wegmann.

Seine Worte waren bereits in der Pause auf fruchtbaren Boden gefallen: „Ich habe meiner Mannschaft gesagt, dass wir den Ball nicht unbedingt immer bis in den Sechzehner tragen müssen.“ Einer hatte besonders gut zugehört: Lirim Kelmendi. Der zog in der 53. Minute aus halbrechter Position einfach mal ab. Sein unhaltbarer Schuss schlug halbhoch links im Illertisser Kasten ein.

Nach der umjubelten Führung hatte der FCM weitere Gelegenheiten. Zum Beispiel Neuzugang Can Karatas (im Bild), der das Spiel des FCM durch seine technischen Fähigkeiten und seine Geschwindigkeit deutlich belebt. Nachdem Karatas in der Nachspielzeit von der FVI-Verteidigung mal wieder nicht zu bremsen war, legte sich Luca Sirch den Ball an der Strafraumgrenze zum Freistoß zurecht. Mit voller Wucht hämmerte er den Ball in den rechten Winkel. Durch das zweite Traumtor des Abends zog der FCM ins Viertelfinale des Pokals ein.

Gegner ist dort Liga-Konkurrent SV Schalding-Heining. Das Spiel soll am 3. Oktober in Memmingen stattfinden. Der Termin ist allerdings noch nicht bestätigt. Sicher ist jedoch, dass der FCM als Tabellensechzehnter am morgigen Freitag ab 19.30 Uhr Schlusslicht SV Heimstetten zum Keller-Duell in der Regionalliga empfängt. Wegmann sagte nach dem Erfolg im Pokal: „Ich hoffe, dass dieses Spiel meiner Mannschaft für Freitag viel Selbstvertrauen gibt. Ihr aggressives Auftreten hat mir gut gefallen.“

BILDERGALERIE

(Von Manfred Jörg - Allgäuer Zeitung vom 12.09.19 - Foto: Olaf Schulze)

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