Heimsieg nach giftigem Kampfspiel

Heimstetten H03 Jubel 300Nicht schön, aber wichtig – unter diesem Motto verbucht Fußball-Regionalligist FC Memmingen wohl seinen knappen 2: 1 (0: 0)-Heimerfolg über das Schlusslicht SV Heimstetten. Denn vor allem im ersten Durchgang boten die Allgäuer vor 977 Zuschauern fußballerische Magerkost und hatten Glück, nicht sogar zurückzuliegen. „In der zweiten Hälfte haben wir es viel besser gemacht. Am Ende war der Sieg verdient“, analysierte FCM-Trainer Uwe Wegmann. Sein Team (nun elf Punkte) verbesserte sich so um einen Platz und ist nun 15 in der Tabelle.

Beim Blick auf die Aufstellung rieben sich einige Fans verwundert die Augen: Statt des etatmäßigen Stammtorhüters Martin Gruber gab überraschend Felix Thiel sein Regionalliga-Debüt. Dieser hatte schon unter der Woche im Pokal gegen Illertissen (der FCM siegte 2: 0, wir berichteten) zwischen den Pfosten gestanden. Wegmann sagte dazu: „Ich wollte ihm auch in einem Punktspiel die Chance geben.“ Und Thiel stand früh im Fokus: Nach einer Ecke landete seine Fußabwehr vor den Füßen von Heimstettens Moritz Hannemann, der den Ball aber über die Latte drosch (9.).

Auch sonst erwischten die Gäste den besseren Start. Nach einer Viertelstunde tauchte SVH-Stürmer Severin Müller im Strafraum auf, schoss jedoch Thiel an und jagte den Nachschuss in den Nachthimmel. In einer insgesamt unterdurchschnittlichen Regionalliga-Partie tat sich der FCM schwer, verlor die Bälle schnell und wurde kaum gefährlich.

Glück hatten die hart agierenden Gäste (30 Fouls) dann nach rund 30 Minuten: Stefan Reuter, wegen eines taktischen Fouls bereits verwarnt, hätte nach rüdem Einsteigen gegen FCM-Kapitän Lukas Rietzler schon früh Gelb-Rot sehen können. Erst danach steigerten sich die Allgäuer. Bis zur Pause gelangen noch einige gefährliche Flanken, Gäste-Keeper Maximilian Riedmüller musste aber nicht wirklich eingreifen. Bereits früh in der Saison sahen die Zuschauer puren Abstiegskampf. Es entwickelte sich eine hitzige Atmosphäre mit vielen lautstarken Diskussionen – mittendrin auch immer wieder die Trainer beider Teams.

Deutlich entschlossener und ballsicherer präsentierten sich die Hausherren in Durchgang zwei. Kurz nach Wiederbeginn kam FCM-Stürmer Marco Nickel am Elfmeterpunkt zu Fall, doch ein Pfiff blieb aus. Wenig später machte Nickel für Ensar Skrijelj Platz (58.), der seine Einwechslung prompt rechtfertigte: Nach einem Freistoß war Skrijelj zur Stelle und versenkte den Ball per Direktabnahme aus der Drehung zum 1: 0 im SVH-Netz (69.).

FCM-Angreifer Natsuhiko Watanabe, von Skrijelj vor dem Tor freigespielt, verpasste den zweiten Treffer noch (75.). Greisel machte es wenig später besser. Nach starkem Steilpass von Olcay Kücük überwand er Riedmüller überlegt zum 2: 0 (83.). Doch die Freude währte nur kurz: Nur eine Zeigerumdrehung stieg Alexander Spitzer nach einem Eckball am höchsten und verkürzte auf 1: 2. So wurde es noch einmal besonders hektisch, doch der SVH hatte keine zwingende Chance mehr. Den Sieg feierten die Memminger ausgelassen auf dem Feld.

Debütant Thiel: „In der ersten Halbzeit waren wir schläfrig und sind nicht gut in die Zweikämpfe gekommen. Dann sind wir aufgewacht.“ FCM-Co-Trainer Kevin Siegfanz, der in der Schlussphase die Gelbe Karte sah, sagte: „Ich weiß auch nicht, wieso es gegen Heimstetten immer so giftig wird. Aber bei der Tabellensituation war es klar, dass es ein Kampfspiel wird – und Emotionen gehören eben einfach dazu. Jetzt sind wir einfach nur froh. Der Sieg war extrem wichtig.“

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(Von Jan-Mirco Linse - Allgäuer Zeitung vom 16.09.19 - Foto: Olaf Schulze)

 

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