Junges Team überfordert: Viel Aufregung, keine Punkte

Aschaffenburg H04 Wegmann 300Nicht alle Fußball-Trainer wären nach solch einer Schmach ruhig geblieben. Doch Uwe Wegmann (im Bild), Coach des Regionalligisten FC Memmingen, behielt nach der turbulenten 1: 3 (0: 3)- Heimniederlage gegen Viktoria Aschaffenburg die Fassung. Obwohl ihm die Darbietungen seiner jungen Mannschaft innerlich ziemlich zugesetzt haben dürften, analysierte der Ex-Profi die Pleite auf der Pressekonferenz bemerkenswert sachlich und unaufgeregt. „Die drei Gegentore waren allesamt Gastgeschenke“, kritisiert der Coach.

Nach einem gefälligen Beginn fielen die Hausherren in der achten Minute in einen gemeinschaftlichen Tiefschlaf: Im Anschluss an einen Aschaffenburger Einwurf durfte Egson Gashi ungehindert aus Nahdistanz vollenden – 0: 1. Nur drei Minuten später traf Roberto Desch freistehend von der Strafraumkante zum zweiten Gästetor (0: 2). Auch dieser Treffer fiel im Anschluss an einen Einwurf. Schon in der Frühphase dieses Flutlichtspiels wirkten die Memminger, deren Startelf ein Durchschnittsalter von exakt 21 Jahren aufwies, deutlich überfordert. Zumal Aschaffenburgs dritter Streich sogleich folgte: Nach einer Balleroberung im Mittelfeld tanzte Björn Schnitzer die Innenverteidiger der Allgäuer fast mühelos aus und schoss zum 0: 3 ein (15. Minute).

Dann setzte strömender Regen ein in der Memminger Arena - irgendwie passend zum desolaten Auftritt der Gastgeber. Als dann FCM-Angreifer Marco Nickel mit einem Revanche-Foul an der Außenlinie Hamza Boutakhrit von den Beinen holte, zückte Schiedsrichter Markus Pflaum die Rote Karte gegen Nickel. Jetzt kam es zu einer aggressiv geführten Rudelbildung, in deren Folge der Memminger Reservist Arijanit Kelmendi ebenfalls einen Platzverweis kassierte. „Da haben wir uns unnötig provozieren lassen“, schimpfte Wegmann. Wobei gesagt werden muss, dass der Unparteiische das Handgemenge recht einseitig ahndete – die kräftig mitmischenden Aschaffenburger blieben völlig unbestraft. Auf den Rängen begann die Volksseele nun zu kochen. Zur Pause lagen die Gastgeber klar zurück.

Mit einem sehenswerten Distanzschuss verkürzte Philipp Boyer zu Beginn des zweiten Abschnitts auf 1: 3. Im weiteren Verlauf verlor die Begegnung zusehends an Spannkraft, die jungen Memminger taten ihr Möglichstes, die in Überzahl agierenden Unterfranken verrichteten Dienst nach Vorschrift. Viktoria-Stürmer Egson Gashi vergab in der 54. Minute eine Großchance, er zielte über‘s Gebälk.

Als FCM-Offensivmann Can Karatas sechs Minuten später von Pasqual Verkamp im Strafraum bedrängt wurde, hätten sich die Gäste über einen Elfmeter-Pfiff zumindest nicht wundern dürfen. In der Nachspielzeit vergab Roberto Desch die Chance zum vierten Treffer für die Aschaffenburger.

FCM-Trainer Uwe Wegmann war nach der 1: 3-Pleite bedient. Gleichwohl fand er eine schlüssige Erklärung für das Defensivversagen seiner Elf: „Wir hatten heute viele junge Spieler auf dem Platz. Dass da manchmal die letzte Konzentration fehlt, ist nachvollziehbar.“ Viktoria-Trainer Jochen Seitz brach gleichermaßen eine Lanze für die FCM-Talente: „Ich denke schon, dass die Memminger mit ihren jungen Spielern insgesamt auf einem guten Weg sind.“

Beim FCM heißt es vor dem Pokal-Viertelfinale am Donnerstag (14 Uhr) gegen Schalding-Heining erst einmal wieder Ruhe reinbringen, sich sortieren, schauen, wer auflaufen kann. Durchaus selbstkritisch wurden auch die Vorfälle Mitte der ersten Halbzeit angesprochen. „Das geht so nicht“, wurde FCM-Präsident Armin Buchmann deutlich.

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(Von Dominik Prähofer - Allgäuer Zeitung vom 30.09.19 - Foto: Olaf Schulze)

 

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