Regionalliga: FC Memmingen - 1. FC Nürnberg II 1:1 (0:0)

Nuernberg H01 Ari Kelmendi Tor 300Die Stille in der Memminger Arena wurde nur durch die Jubelschreie der Gäste durchbrochen. Im Spiel der Fußball-Regionalliga hatte soeben Lukas Schleimer in der zweiten Minute der Nachspielzeit für das Spitzenteam des 1. FC Nürnberg II zum 1: 1 (0: 0)-Endstand getroffen – mitten ins Herz des FC Memmingen, im Abstiegskampf jeden Punkt braucht. Auch bei der Fraktion der gesperrten und verletzten FCM-Spieler herrschte Fassungslosigkeit. „Das gibt es nicht, wir bringen es einfach nicht über die Zeit“, sagte etwa Torhüter Martin Gruber, den eine Handverletzung plagt.

Auch seine Leidensgenossen schüttelten auf der Tribüne ungläubig die Köpfe. Durch das Remis verbleiben die Maustädter zwar auf Tabellenplatz 14 (18 Punkte), sind nun aber gleichauf mit Rain (15.) und Rosenheim (16.). Nürnberg bleibt Vierter (33 Zähler). Es war bereits Memmingens sechstes Unentschieden. „Das ist sehr bitter für uns – wieder nicht belohnt“, resümierte FCM-Coach Uwe Wegmann, gab aber zu bedenken: „Nürnberg war sehr stark.“

Die Gäste aus Franken dominierten weite Strecken einer unterdurchschnittlichen Partie. Den ersten Torschuss des Spiels bekamen die 609 Zuschauer erst in der 17. Minute zu sehen, als FCM-Stürmer Ensar Skrijelj im Strafraum angespielt, sein Abschluss aber geblockt wurde. Wenig später waren die Allgäuer im Glück: Nach einem krassen Fehlpass lief Nürnbergs Alexander Fuchs allein auf das leere Memminger Tor zu, schob den Ball aus 15 Metern aber vorbei (19.).

Mit 0: 0 ging es in die Pause. Wegmanns angekündigte Taktik, den Gegner weit vom FCM-Tor fernzuhalten, war aufgegangen. „Wir haben das gut gemacht, die meisten Abschlüsse von Nürnberg waren Distanzschüsse“, analysierte der FCM-Coach. Nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Memminger offensiver, doch es fehlten die Ideen. Marco Nickel jagte den Ball nach einer schönen Kombination aus der Drehung über die Latte – der erst zweite Memminger Abschluss in der 55. Minute. Doch von der Bundesliga-Reserve kam auch nicht mehr: Die größte Chance hatte Casper Tengstedt, der völlig frei über das Tor köpfte (64.).

Dann wurde der Spielverlauf auf den Kopf gestellt: Eine Freistoß-Flanke von Luca Sirch nickte FCM-Abwehrrecke Arijanit Kelmendi zum 1: 0 in die Maschen (82./im Bild). Die Gäste warfen nun alles nach vorne – und die Allgäuer ihre bisherige Taktik über Bord. Sie überließen Nürnberg das Feld – es kam, wie es kommen musste: Schleimer besorgte den verdienten Ausgleich nach einer Ecke. Beinahe hätte es im Gegenzug doch noch mit dem Memminger Sieg geklappt, doch FCN-Keeper Felix Kielkopf reagierte bei einem Kopfball von Lukas Rietzler stark.

„Das darf nicht passieren“, sagte der niedergeschlagene Torschütze Kelmendi. Beim Eckball hätten 21 Spieler im Strafraum gestanden, „und ausgerechnet der kleinste kommt an den Ball. Mit dem hatten wir nicht gerechnet.“ Wegmann nahm sein Team trotz des sechsten sieglosen Spiels in Folge in Schutz: „Sie haben alles gegeben und kaum was zugelassen.“ Er stellte aber klar: „Wenn wir so spät in Führung gehen, müssen wir gewinnen.“

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(Von Jan-Mirco Linse - Allgäuer Zeitung vom 11.11.19 - Foto: Olaf Schulze)

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