Testspiele doch erlaubt – aber weiter keine Planungssicherheit

Arena mit Fragezeichen 300Fußball-Testspiele sind in Bayern nun doch ab sofort erlaubt. Nachdem in der letzten Kabinettssitzung der bayerischen Staatsregierung vor der Sommerpause am Dienstag kein Wort über Fußball verloren wurde, hat der Bayerische Fußballverband (BFV) tags darauf interveniert. Schließlich hatte es laut BFV-Präsident Rainer Koch zuvor schon entsprechende Signale für weitere Lockerungen im Sport gegeben. Die Testspiele dürfen nun mit entsprechendem Hygienekonzept ausgetragen werden, Zuschauer sind nicht erlaubt.

Nach wie vor gibt es aber keinerlei Hinweise darauf, zu welchem Zeitpunkt auch wieder Punkt- und Pokalspiele mit Fans wieder möglich sein könnten. Der BFV hält an der Wiederaufnahme des Spielbetriebs Anfang September fest – mit einer festgelegten Vorankündigung von vier Wochen. Wenn es also am 1. September wieder losgehen soll, wäre der Stichtag für die Bekanntgabe der 4. August, sollte es das Wochenende 5./6. September sein, müsste bis 8. August über den Re-Start Klarheit herrschen. Es ist ungewiss, ob in diesem kurzen Zeitraum die Politik darüber tatsächlich entscheidet. Die BFV-Spitze will am Donnerstag darüber beraten und am Freitag die 4.500 Fußballvereine in Bayern über den Stand der Dinge informieren.

Was bedeutet dies nun im Falle des Regionalligisten FC Memmingen? Zunächst wurde am Dienstagabend vereinsintern lange diskutiert, ob der ohnehin schon nach hinten gerückte Trainingsbeginn am kommenden Samstag überhaupt Sinn macht, weil immer noch nicht feststeht, ob und wann wieder Pflichtspiele ausgetragen werden können. Das Ergebnis nach stundenlangem Ringen: Der Re-Start wird trotz er unsicheren Lage gemacht und Cheftrainer Esad Kahric wird mit dem Neuaufbau des Teams am kommenden Samstag beginnen. Erstmals überwogen bei all den in der Corona-Krise bisher getroffenen Maßnahmen sportliche Argumente gegenüber den betriebswirtschaftlichen Aspekten durch. Jede Trainingswoche verursacht Kosten von etwa 10.000 Euro. „Dass wir trotz Ungewissheit loslegen, hat etwas mit Motivation für die Spieler, Trainer und alle im Umfeld zu tun“, sagt FCM-Präsident Armin Buchmann, der für die nähere Zukunft dennoch skeptisch bleibt: „Wir laufen Gefahr, dass wir monatelang trainieren und dann doch wieder der Stecker gezogen wird“. Angedacht war eigentlich, fünf Wochen vor tatsächlicher Wiederaufnahme des Spielbetriebs wieder mit dem Training zu beginnen. Es gibt weiterhin keinerlei Planungssicherheit.

Zumindest die Testspiele gegen die Bayernligisten TSV Kottern (8 August), TSV Landsberg (15. August) und TSV Schwabmünchen (29. August) können unter Ausschluss von Zuschauern ausgetragen werden. Gegen den Südwest-Regionalligisten VfR Aalen am 22. August darf nach aktuellem Stand aber nicht gespielt werden, weil nur gegen bayerische Vereine angetreten werden darf. Wie es da ins Bild passt, dass Clubs an den Grenzen zu anderen Bundesländern bereits dort getestet haben (wie zum Beispiel Illertissen in Ulm), kann nicht nur im Memmingen keiner verstehen.

BFV-Pressemitteilung

FUPA-Berichte zu diesem Thema

 

Das war der Stand noch am 28.07.2020:

In der letzten Kabinettssitzung der bayerischen Staatsregierung vor der Sommerpause war Fußball offenbar kein Thema. Das bedeutet für die Amateurfußball: Es gibt keine Lockerungen in der Corona-Krise, es ändert sich erst einmal nichts und es bleibt bei den aktuellen Regelungen. Lediglich Mannschaftstraining ist erlaubt, Testspiele sind weiterhin nicht möglich und einen Termin, wann wieder Pflichtspiele vor Zuschauern ausgetragen werden können, gibt es auch nicht. Die Verlängerung des Infektionsschutzgesetzes mit den Kontaktbeschränkungen bis einschließlich 16. August heißt konkret: Vor diesem Tag gibt wird es vermutlich keine neue Regelung und damit vor 17. August keine Testspiele geben. Der Start von Pflicht- und Pokalspielen mit Zuschauern ist nicht absehbar und erfolgt nach einem nach wie vor gültigen BFV-Beschluss erst nach vier Wochen Vorlauf – das heißt nicht vor 16. September. Und auch dieser Termin bleibt ungewiss. Damit sind die Pläne des Bayerischen Fußballverbandes, Anfang September den Spielbetrieb fortzusetzen, Makulatur – außer es tut doch noch was kurzfristig auf politischer Linie, was aber kaum zu erwarten ist. Vereine, die bereits wieder im Trainingsbetrieb sind oder wie der FC Memmingen in Kürze starten wollen, hängen weiter in der Luft. Die Frage ist, ob aufgrund der fehlenden Planungssicherheit der nicht unerhebliche finanzielle Aufwand möglicherweise über Monate betrieben werden kann oder soll. Schließlich ist nicht abzusehen, ob und wann wieder gespielt werden kann. Der FCM-Vorsitzende Armin Buchmann bezifferte die Kosten für eine Trainingswoche beim FCM kürzlich auf rund 10.000 Euro und betonte, dass die Spieler-/Trainer-Verträge so gestaltet wurden, dass die Zahlungen erst ab gesichertem Trainings- und Spielbeginn geleistet werden.

 

Archivfoto (C) FCM

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