KICKER: Der FC Memmingen legt trotz Bedenken wieder los

Wilke Thilo 300Nachdem es von der bayerischen Staatsregierung nach wie vor keine Signale gibt, ob und wann Amateurfußball im Freistaat wieder möglich sein wird, hat der FC Memmingen vereinsintern diskutiert, ob der ohnehin schon auf 1. August nach hinten verschobene Trainingsstart wirklich Sinn macht. Das Ergebnis nach stundenlangem Ringen: Der Re-Start wird trotz er unsicheren Lage gemacht und Cheftrainer Esad Kahric wird mit dem Neuaufbau des Teams am kommenden Samstag beginnen. Der FCM geht davon aus, dass nicht vor Mitte September im Amateurbereich wieder gespielt werden kann, eher noch später. Aktuell sind in Bayern nicht einmal Testspiele erlaubt.

„Wir laufen Gefahr, dass wir monatelang trainieren und dann doch wieder der Stecker gezogen wird“, befürchtet FCM-Präsident Armin Buchmann eher wieder Verschärfungen statt Lockerungen. Jede Trainingswoche kostet den Club rund 10.000 Euro. Corona-Klauseln in den Verträgen regeln, dass Zahlungen nur fließen, wenn Trainings- und Spielbetrieb laufen. Auf dieser Basis und Sponsorenzusagen kann die Finanzierung bis zum nächsten Sommer auf – vorausgesetzt die Verhältnisse normalisieren sich im Fußball.

Nach dem großen Umbruch mit zehn Abgängen und bislang sechs Neuzugängen sowie nachrückenden Juniorenspielern tut sportlich natürlich jede zusätzliche Trainingseinheit gut. Im Gegensatz zu allen anderen bislang in der Corona-Krise getroffenen Maßnahmen stand bei der Entscheidung wieder loszulegen damit erstmals in Memmingen der sportliche Aspekt vor den betriebswirtschaftlichen Argumenten.

Der sportliche Leiter Thomas Reinhardt hätte gerne den einen oder anderen ehemaligen Memminger zu einer Rückkehr bewegt, holte sich aber einige Körbe ab: „Offenbar haben selbst in diesen Zeiten einige Vereine andere Möglichkeiten“. Die eine oder andere Option ist hier noch offen. Bedarf sieht Reinhardt noch in der Defensive. Für die Verpflichtung von ein, zwei gestandenen Innenverteidigern besteht noch Spielraum.

Zu den verpflichteten Talenten gesellte sich bislang mit „Fußball-Weltenbummler“ Thilo Wilke (im Bild) bislang nämlich nur ein erfahrener Akteur. „Er kann er der Mann werden, der unsere jungen Spieler anführt und auf dem Platz den Ton angibt“, sind die ersten Eindrücke von Reinhardt über den gebürtigen Franken. Ausgebildet beim FC Schweinfurt und Stationen beim TSV Aubstadt, TSV Abtswind, TSV Karlburg und FT Schweinfurt (über 150 Landesliga- und Bayernliga-Einsätze, 45 Tore) zog es Wilke in per Stipendium in die USA. Hier war er Kapitän im Collegeteam der Shaw University Bears. Nachdem es in Palm Beach (Florida) und Med City (Minnesota) zwar für die National Premier Soccer League (3. Division) aber nicht zum Durchbruch im amerikanischen Profifußball reichte, wechselte er den Kontinent. In Australien bei den Para Hills Knights und Neuseeland bei den Hamilton Wanderers konnte er sich den Profitraum erfüllen. Jetzt will er mit seiner Frau im südlichen Bayern heimisch werden und soll Führungsspieler beim FC Memmingen werden.

 

Foto (C)  FCM

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