Regionalliga: FC Memmingen - FC Schweinfurt 05 1:0 (0:0)

Schweinfurt H01 Tor 300Die Nachspielzeit schien kein Ende zu nehmen. Doch als Schiedsrichter Stefan Treiber dann endlich abpfiff, gab es bei den Spielern des Fußball-Regionalligisten FC Memmingen (FCM) kein Halten mehr: Wie Kängurus hüpften sie ausgelassen über den Rasen in der Memminger Arena und fielen sich überglücklich in die Arme.

Der 13. der Tabelle hatte allen Grund dazu, hatte er doch gerade für eine faustdicke Überraschung gesorgt und den haushohen Favoriten, den vor der Partie auf Rang drei stehenden 1. FC Schweinfurt 05, mit 1: 0 (0: 0) geschlagen. Durch diesen Erfolg kletterten die Memminger auf Rang elf.

„Unterm Strich war es ein hart erkämpfter Sieg“, analysierte FCM-Trainer Esad Kahric nach der Partie – und traf damit den Nagel auf den Kopf. Ja, die Kahric-Schützlinge präsentierten sich vom Anpfiff bis zum Schlusspfiff wie elf Musketiere („Einer für alle, alle für einen“). Die Memminger, die auf mehrere Verletzte verzichten mussten, gingen bissig in die Zweikämpfe. Das gefiel den technisch versierten Gästen überhaupt nicht. Diese hatten zwar vor allem in der ersten Hälfte eine extrem hohe Ballbesitzquote und ließen den Ball auf hohem Niveau durch ihre Reihen laufen.

Doch die Memminger schauten dabei nicht einfach zu und zeigten ihrerseits eine „sehr starke Laufbereitschaft“, wie Coach Kahric nach dem Spiel lobte. Außerdem zeigte die von Kapitän Martin Dausch angetriebene Truppe wenig Lust, die Rolle des zitternden Kaninchens vor der gefährlichen Schlange zu übernehmen.

Schon in Durchgang eins versteckten sich die Hausherren nicht und kamen zu einer Reihe von guten Chancen. Die beste hatte in der 27. Minute David Mihajlovic: Er zog aus etwa 20 Metern flach ab, aber Gäste-Keeper Bennet Schmidt lenkte den Ball mit den Spitzen seiner Handschuhe noch an den Pfosten.

Unter starkem Beifall der Memminger Zuschauer gingen die FCM-Spieler in die Kabine – und kamen hoch motiviert aufs Feld zurück. Bereits nach wenigen Minuten belohnten sie sich selbst für ihre engagierte Vorstellung: In der 54. Minute zwirbelte der überragende Capitano Dausch einen Eckstoß in den Schweinfurter Strafraum. Der heranrauschende Yannick Scholz rammte die Kugel mit dem Kopf zum Tor des Abends in die Maschen der Gäste. Der strahlende Matchwinner freute sich nach dem überraschenden Sieg gegen den amtierenden Meister vor allem darüber, „dass wir uns diesmal nicht kurz vor Schluss noch die Butter vom Brot haben nehmen lassen“. Scholz spielte damit zum Beispiel auf das 1: 1 gegen Eltersdorf und das 2: 2 gegen Illertissen an, als der in Führung liegende FCM jeweils noch den späten Ausgleich hinnehmen musste.

Im Gegensatz zum Memminger Siegtorschützen zeigte sich der Schweinfurter Trainer Tobias Strobl einsilbig und schmallippig. Er wirkte nach der nicht eingeplanten Schlappe wie bei einem Zahnarzttermin. Kurz und knapp gab er zu Protokoll: „Das fühlt sich nach einer extrem unnötigen Niederlage an. Wir hatten viel Kontrolle. Aber Memmingen hat super verteidigt.“

Unbedingt hinzufügen muss man an dieser Stelle, dass der Favorit bis in die hektische Nachspielzeit hinein den Ausgleich erzwingen wollte – dabei aber wenig kreative Ideen zeigte. Vielmehr setzten die Schweinfurter auf die viel besungene Brechstange, um den kompromisslosen Abwehrriegel der Memminger Musketiere wenigstens einmal knacken zu können. Doch das schafften die aufstiegswiligen Gäste nicht und rutschten deshalb auf Rang vier ab. Die beflügelten Memminger fahren nun am Freitag zum Tabellenzwölften Aschaffenburg, wo sie sich ab 19 Uhr in der Tabelle weiter nach oben arbeiten können.

Und beim nächsten Heimspiel am Freitag, 10. September, ab 19.30 Uhr gegen den Tabellenfünften Buchbach erhofft sich der FCM nach den aktuellen Corona-Lockerungen für den Sport deutlich mehr als die bislang erlaubten 625 Zuschauer. Dass sich der Besuch in der Memminger Arena lohnt, dafür hat der FC Memmingen gegen Schweinfurt kräftig Werbung in eigener Sache betrieben.

FC Memmingen: Özhitay - Gräser, Scholz, Brugger - Leyla, Mihajlovic, Fundel, Remiger - Galinec - Hirschle (90. + 2 Picknik), Dausch (88. Wilke). - Trainer: Kahric.

FC Schweinfurt: Schmidt – Kraus, Yarbrough (46. Cekic), Rinderknecht – Haas, Fery (80. McLemore), Böhnlein, Grözinger – Adlung – Jabiri, Pieper (46. Skenderovic). - Strobl.

Tor: 1:0 (53.) Scholz. - Schiedsrichter: Treiber (Neuburg). - Gelbe Karten: Mihajlovic (26.) Fundel (85.) / Yabrough (17.). Adlung (86.). - Zuschauer: 625 (ausverkauft/Corona- Zuschauerbeschränkung).

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Von Manfred Jörg - Allgäuer Zeitung vom 02.09.2021 - Foto (C) Siegfried Rebhan

 

 

 

 

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