Timo Hirschle: Im Schnelltempo auf Stürmer umgeschult

Schweinfurt H03 Hirschle DIRK KLOS 300Not macht zuweilen erfinderisch. Weil dem FC Memmingen die komplette Offensivabteilung ausgefallen war, wechselte Trainer Esad Kahric vor einer Woche im Regionalliga-Auswärtsspiel in Bayreuth Timo Hirschle (im Bild) als Sturmspitze ein. Dabei ist der 1,90-Meter-Mann eigentlich Defensivspezialist und war als nomineller Innenverteidiger verpflichtet worden. Beim 1:0-Überraschungssieg gegen das Spitzenteam aus Schweinfurt unter der Woche lief der 20-jährige gleich von Beginn an im Sturmzentrum neben Routinier Martin Dausch auf. „Ein Umschulung in 20 Spielminuten und einer Trainingseinheit“, schmunzelt Kahric über die Personalie, die er aus dem Hut gezaubert hat. Zwar erzielte nicht Hirschle sondern mit Yannick Scholz einer seiner bisherigen Abwehrkollegen den Siegtreffer, der Coach war mit dem Gezeigten des neuen Mittelstürmers dennoch zufrieden.

Auch Hirschle kann sich vorstellen, dass er nicht nur am Freitagabend (19.30 Uhr) im Auswärtsspiel bei Viktoria Aschaffenburg wieder ganz vorne aufläuft. So ganz ungewohnt ist die Position für ihn nicht: „In der Jugend habe ich schon mal im Sturm gespielt, wurde dann aber irgendwie immer weiter nach hinten geschoben“. Spaß hat’s ihm gemacht, auch weil man hier kreativer sein könne: „Als Innenverteidiger musst du immer perfekt sein, als Stürmer auch mal hemmungslos und kannst Sachen ausprobieren“. In der Tat verzeiht das Publikum hier mal einen versprungenen Ball, in der Abwehr hat so etwas meist Folgen mit einem Gegentor. Da waren bei Hirschles erster Station nach seiner Juniorenzeit im Herrenfußball anfangs schon Schnitzer dabei. Insgesamt ist er aber zufrieden, wie es für ihn in Memmingen läuft: „Körperlich geht es zur Sache. Einige Ex-Profis bei den anderen Mannschaften sind richtig abgezockt. Aber technisch klappt es ganz gut“. Was er auf seine fußballerische Ausbildung im Nachwuchsleistungszentrum des FC Heidenheim zurückführt. Zuhause ist der Student noch zuhause bei seinen Eltern in Heroldstatt bei Blaubeuren.

In Aschaffenburg, das mit einer neuen 800.000-Euro teuren Anlage Flutlicht-Premiere feiert, will Hirschle nicht leer ausgehen: „Allerdings sind die Beine nach Dienstag noch schwer“, räumt er nach der Energieleistung gegen Schweinfurt ein.

Die FCM-Verantwortlichen haben derweil die Lockerungen bei der Zuschauerzulassung bei Sportveranstaltungen und das Ende der Maskenpflicht im Freien begrüßt, wenngleich die neuen Maßnahmen für die vergangenen Heimspiele gegen Bayern München II und Illertissen zu spät kommen. Im September gegen Buchbach (10.09.) und Fürth II (24.09.) wird der Fußballclub die Besucherzahl dennoch bei 1.000 deckeln, weil diese Kapazität ausreichend erscheint und es damit kaum Auflagen gibt. Über der Tausendergrenzen dürfen die Fans nämlich nur mit personalisierten Tickets geimpft, genesen oder getestet (3G-Regel) samt Kontaktdatenerfassung eingelassen werden. Zudem herrscht dann Alkoholverbot. Unter 1.000 Zuschauern gelten diese Vorschriften jedoch nicht.

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Foto (C) Dirk Klos

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