18 Torschüsse, null Treffer

Buchbach H02 Strafraum Baysal Hirschle 300Mit gesenktem Kopf saß Hasan Akcakaya nach dem Schlusspfiff auf der Wechselbank des Fußball-Regionalligisten FC Memmingen. Sein Team hatte das Heimspiel gegen den Tabellenfünften TSV Buchbach gerade denkbar knapp mit 0: 1 (0: 1) verloren und der 22-Jährige war zum größten Unglücksraben der Partie geworden: In der 56. Minute, in der die Allgäuer bereits zurücklagen, scheiterte Akcakaya mit einem Handelfmeter am gut aufgelegten Gäste-Torhüter Daniel Maus. Die große Chance auf den Ausgleich – vergeben.

Ein Umstand, der dem jungen Flügelflitzer sichtlich zu schaffen machte. Doch die „unnötige Niederlage“, wie es FCM-Trainer Esad Kahric später bezeichnete, nur an dem umtriebigen Offensivmann festzumachen, wäre zu einfach. Vielmehr hielten die Allgäuer im Flutlichtspiel vor 749 Zuschauern offensiv vor allem in der ersten Hälfte ordentlich dagegen.

Bei den schnellen Gegenstößen der Oberbayern offenbarten sie aber immer wieder eklatante Defensiv-Schwächen. „Zur Pause hätte es auch 4: 4 stehen können“, sagte David Remiger, der bei den Memmingern unermüdlich die linke Außenbahn beackert hatte. Er spendete Akcakaya, der einer der größten FCM-Aktivposten gewesen war, nach der Partie Trost.

Bereits nach wenigen Sekunden brach TSV-Stürmer Thomas Winklbauer erstmals über die linke Seite durch, schob den Ball aber am Tor vorbei. Nach elf Minuten drosch er aus wenigen Metern freistehend drüber, nur Augenblicke darauf klärte Memmingens Schlussmann Mustafa Özhitay in höchster Not weit vor dem eigenen Kasten. Es kam, wie es kommen musste: Mit seiner vierten Möglichkeit netzte Winklbauer zum verdienten 1: 0 für Buchbach ein (21. Minute). Glück für den FCM, dass er kurz danach eine weitere Tiefschlafphase der Hintermannschaft nicht umgehend zum Doppelschlag nutzte.

Und dennoch hatte sich die Offensivabteilung der Allgäuer zur Pause ein Chancenplus erspielt – satte elf Mal hatte der FCM den Abschluss gesucht, Buchbach nahm das Memminger Tor nur fünfmal ins Visier, die Möglichkeiten der Gäste waren aber zwingender. „Im Torabschluss hat uns die Kaltschnäuzigkeit gefehlt“, analysierte Remiger.

Es sei „das erwartet eklige Spiel gewesen“, in dem der Heimelf letztlich die Struktur gefehlt habe, um den eigentlich verdienten Punkt tatsächlich zu ergattern, so Remiger. Eine Ansicht, die sein Coach Kahric teilte: „Wir hatten gute Möglichkeiten, nicht nur den Elfmeter. Aber die Qualität im Abschluss hat gefehlt.“ Seine Schützlinge taten sich schwer, das Ruder in Durchgang zwei noch einmal herumzureißen – insbesondere, da mit Martin Dausch der FCM-Taktgeber nach der Pause ausgewechselt werden musste. Kahric erklärte: „Martin hatte wieder Probleme am Oberschenkel. Er ist sehr wichtig für uns, ohne ihn haben wir den Faden verloren.“

Es entwickelte sich eine Partie der schlechteren Sorte. Memmingen spielte zerfahren, die Begegnung wurde hitziger und ruppiger. Chancen waren auf beiden Seiten Mangelware. Trotz sechsminütiger Nachspielzeit gelang den Maustädtern, die am Ende 18 Mal Richtung Buchbacher Tor gefeuert hatten, der Ausgleich nicht mehr. Durch die zweite Heimpleite in dieser Saison rutschten sie in der Tabelle auf Platz 13. Kahric gewann der Partie dennoch etwas Gutes ab: „Das war ein dynamischer Auftritt von uns mit viel Pressing. Es ist positiv, dass wir viele Chancen erarbeitet haben.“

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Von Jan-Mirco Linse - Allgäuer Zeitung vom 13.09.2021 - Foto (C) Siegfried Rebhan

 

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