Punkte für 1860 - dem FC Memmingen bleibt nur das Lob

1860 H 01 Chatterboxes Lienert 300Es gibt Ereignisse, die sind wie maßgeschneidert für einen Eintrag in die Vereinschronik, Marke Ewigkeitscharakter. Gestern Abend war für den FC Memmingen so ein Termin: Offizielles Auftaktspiel der Regionalliga Bayern gegen 1860 München, flankiert mit reichlich Prominenz aus Sport, Politik und Wirtschaft, ausverkauftes Stadion, tolles Rahmenprogramm, Liveübertragung im Fernsehen. Alleine das Ergebnis sorgte für Ernüchterung bei den Allgäuern: Der Favorit aus der Landeshauptstadt behielt vor 5.000 Zuschauern mit 4:1 (1:0) die Oberhand.

Haben die Memminger einen Pakt geschlossen mit dem Wettergott, wenn es in der Arena gegen die großen Vereine aus der Landeshauptstadt geht? Es scheint so. Denn beim Traumspiel vor zwei Jahren gegen den FC Bayern München herrschte Traumwetter, und gestern gegen die Löwen war es ebenso. Vielleicht ist es ja auch einfach nur Belohnung von oben für eine kolossale Arbeit, die die zahlreichen Helfer des Vereins im Vorfeld geleistet hatten und Vorsitzenden Armin Buchmann gestehen ließ: "Ich freue mich auf das Spiel, bin aber auch froh, wenn es vorbei ist. Denn hinter uns liegen vier harte Wochen."

Der FCM weiß längst, wie man große Spiele inszeniert. Mit schmissiger Blasmusik der Schönegger Almmusikanten, mit Heißluftballons, mit Kurzinterviews auf dem Spielfeld, mit der Bayernhymne oder einer Fußballshow. Da geriet nicht nur Verbandsspielleiter Josef Janker ins Schwärmen, sondern auch jener Stadiongast mit der mutmaßlich weitesten Anreise, der italienische Sportreporter-Kollege Roberto, der eigens aus Mailand anreiste, um eine Löwen-Reportage für das Internetporta  Mundofutbol zu schreiben: "Tolle Atmosphäre, ich bin tief beeindruckt."

Beeindruckt dürfte er auch vom offenen Schlagabtausch gewesen sein, den sich beide Teams von der ersten Minute an lieferten. FCM-Trainer Stefan Anderl war am Tag zuvor 52 Jahre alt geworden und von seiner Frau mit Eintrittskarten für ein Outdoor Film Festival beschenkt worden (Sarah Anderl-Straub: "Er war aber ausschließlich auf dieses Spiel fokussiert."). Seine Spieler allerdings wollten sich zunächst an einer Präsentübergabe nicht beteiligen  und gerieten nach elf Minuten durch Christian Köppel mit 0:1 in Rückstand. Wie meinte Stefan Anderl hinterher: "Schon bei diesem Treffer hat man die hohe Qualität der Löwen erkannt."

Die Hausherren fanden nach einer halben Stunde wieder jenen Faden, den sie vorübergehend verloren hatten. Im Abschluss aber waren sie wenig erfolgreich. Anderl: "Natürlich schmerzt der Abgang unseres letztjährigen Torjägers Stefan Schimmer." Selbst eine intensive Ansprache des Trainers in der Pause konnte nicht mehr die sportliche Wende herbeiführen, "weil die Löwen einfach eiskalt ihre Torchancen ausgenützt haben", wie Mittelfeldspieler Branko Nikolic lobte.

Im Gegenteil: Nach 50, 72 und 91 Minuten durften die Sechziger erneut jubeln - nach Treffern von Nico Karger und dem Ex-Memminger Timo Gebhart ("Ein besonderes Gefühl heute für mich."). Und so blieben dem FCM am Ende lediglich der Ehrentreffer durch Fabian Krogler (85.) und das Lob der bayerischen Verbandsspitze für eine tolle Organisation.

Löwen-Trainer Daniel Bierofka hatte noch ein Sonderlob für Gebhart parat: "Er hat seinen Part sehr gut erfüllt. Er ist ein guter Typ. Jeder macht mal Fehler. Das ist vorbei. Er will Verantwortung übernehmen und das ist gut so."

(Allgäuer/Memminger Zeitung vom 14.07.17 - Foto: Ralf Lienert)

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