Regionalliga: FC Pipinsried – FC Memmingen 0:3 (0:2)

Sieg für FCM 300„Zum ersten Mal habe ich zwei Tore in einem Spiel geschossen. Das ist Klasse“. Bei Furkan Kircicek war nicht nur die Freude über seine persönliche Ausbeute groß, sondern vor allem über den zweiten Saisonsieg des FC Memmingen, der mit einem 3:0 (2:0) beim Neuling FC Pipinsried zumindest das Schlusslicht in der Regionalliga Bayern abgeben konnte. Der Schwung vom Pokalsieg unter der Woche gegen Illertissen (2:1) konnte ins wichtige Punktspiel mitgenommen werden.

Weiterhin stark ersatzgeschwächt war das Selbstvertrauen von der ersten Minute an da, umgesetzt gleich mit dem ersten Treffer. Muriz Salemovic war der Vorbereiter über die rechte Seite, Tim Buchmann der Vorlagengeber und Kircicek der Vollstrecker. Der 21-jährige ist einer der jungen Spieler, der die augenblickliche Verletzungsmisere für sich nutzen und sich in die Stammbesetzung spielen konnte. Den zweiten Treffer legte Salemovic über links auf. Dieses Mal hielt Kiricek seinen Kopf hin – das 0:2 (31.). Hochverdient und doch zu wenig, weil Salemovic völlig frei eine hunderprozentige Chance versemmelte (4.), Andreas „Charly“ Fülla, Fabian Lutz und Stefan Heger auch mehr aus ihren Möglichkeiten hätten machen können. Dann wäre den hinten anfälligen und nach vorne etwas planlosen Hausherren schon vorzeitig der Zahn gezogen worden und Branko Nikolic der Platzverweis vermutlich erspart worden.

Nach zwei etwas harten Verwarnungen war für den Allrounder – dieses Mal als Innenverteidiger – die Partie beendet und Memmingen musste 50 Minuten in Unterzahl bestreiten. Das tat der FCM aber hochkonzentriert, ließ auch in der zweiten Hälfte wenig bis gar nichts zu. Zweimal parierte Torhüter Martin Gruber ziemlich Klasse und gab seinen Mitspielern damit das Signal, dass diese Begegnung auch mit einem Mann weniger zu Null nach Hause gebracht werden sollte. Eine der sich bietenden Kontermöglichkeiten nutzte Fabian Lutz in der 68. Minute zur Vorentscheidung. Cool schloss er seinen Sololauf zum 0:3 ab (68.). Solche Dinger hatte er in den vergangenen Wochen noch mehrfach liegen gelassen. „Heute hat viel gepasst. Nach dem ersten Tor gleich die zweite Chance. Das hat der Mannschaft enormen Glauben gegeben, noch gewinnen zu können“, war Trainer Stefan Anderl hinterher ziemlich aufgeräumt.

„Wie könnt Ihr dahinten stehen?“, äußerten sich Pipinsrieder Zuschauer anerkennend über die Memminger Vorstellung. Auf FCP-Seite gab es hinterher Gesprächsbedarf – allerdings nicht auf der Pressekonferenz, die durch das Fernbleiben von Spielertrainer Fabian Hürzeler abgesagt wurde. Manager Roman Plesche und Vereinsboss Konny Höß standen dafür auf dem Sportplatz noch lange zusammen. Anderl hatte trotzdem das Bedürfnis noch eine Weile im Vereinsheim zu sitzen und mit seinen Jungs anzustoßen. Allzu oft gab es in dieser Runde ja noch nicht Gelegenheit dazu.

Weil Seligenporten gegen Nürnberg II gewann, konnte die direkte Abstiegszone noch nicht verlassen werden. Nächsten Freitag gegen den FC Augsburg II soll an das zuletzt Gezeigte angeknüpft werden. Zwar ohne den Gelb-Rot-Gesperrten Nikolic, vielleicht wieder mit David Anzenhofer (bei dem es dieses Mal noch nicht wieder ging) oder Daniel Zweckbronner, aber ganz sicher mit Kircicek, einem der neuen Hoffnungsträger beim FC Memmingen.

FC Pipinsried: Reichlmayr - Liebsch (69. Grahammer), Herzig, Achatz, Schuster - Goia, Hürzeler, Tosun (56. Müller), Arik - Rabihic (69. Diep), Lushi. - Spielertrainer: Hürzeler.

FC Memmingen: Gruber - Boyer, Nikolic, Schröder, Lutz - Fülla (60. Rietzler), Schad, Heger, Buchmann - Kircicek (90. + 1 Maier), Salemovic (76. Ollert). -- Trainer Anderl.

Tore: 0:1 (1.) Kircicek, 0:2 (31.) Kircicek, 0:3 (68.) Lutz. - Schiedsrichter: Hartl (Hacklberg). - Gelbe Karten: Rabihic, Achatz / Nikolic, Lutz. - Gelb-Rot: - / Nikolic (41./wiederholtes Foulspiel). - Zuschauer: 500.

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(Foto: Patrick Hörnle)

 

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