Zwischenbilanz: Nur Martin Gruber versäumte keine einzige Minute

Gruber Martin 300Der TSV 1860 München dominiert die Fußball-Regionalliga Bayern – nicht nur sportlich. Der abgestürzte Zweitligist führt wie erwartet recht souverän das Feld an, sorgt für einen anhaltenden Zuschauerboom und nahezu kein Tag vergeht ohne irgendeine Geschichte über die „Löwen“ in der Münchner Boulevardpresse. Für den FC Memmingen war das Eröffnungsspiel gegen die Sechziger im Sommer schon früh der absolute Saisonhöhepunkt, allzu viele Highlights folgten bislang nicht mehr, wie der Blick auf die Winter-Zwischenbilanz zeigt. Das Ziel des aktuellen Tabellenvorletzten in der Frühjahrsrunde lautet unter dem neuen Trainer Stephan Baierl nur noch, irgendwie den Klassenerhalt zu schaffen.

Eröffnungsspiel: Organisatorisch und in punkto Sicherheit lieferte der FC Memmingen mit der Partie gegen 1860 München die Blaupause für alle weiteren Auswärtsgastspiele des Traditionsclubs, der nach Lizenzverweigerung durch Winkelzüge des Verbandes ein Startrecht in der vierten Liga bekam und hier durch die große Fanbasis eine besondere Herausforderung darstellt. Während die anderen Clubs für die Sechzig-Gastspiele längere Planungszeiten haben und den FCM-Erfahrungen profitieren, blieben für die Vorbereitung der Saisoneröffnung samt Fernseh-Liveübertragung nur knapp vier Wochen. Mit 1:4 mussten sich die Memminger gegen den prominienten Namen in der ausverkauften Arena etwas unter Wert geschlagen gaben.

Saisonverlauf: In den ersten 12 Spielen sprangen für den FC Memmingen nur zwei Siege heraus. Nach einem 2:2 Unentschieden im Wiederholungsspiel gegen Schlusslicht FC Unterföhring kam für Trainer Stefan Anderl Ende September der Abpfiff, obwohl zuvor ein respektables 1:1 Unentschieden beim FC Bayern München II gelungen war. Nur acht Punkte waren die bis dahin magere Ausbeute. Unter Interimstrainer Bernd Kunze wurde das Konto auf 20 Zähler ausgebaut. Gegen den Zweitplatzierten FC Ingolstadt II gelang ein spektakulärer 4:3 Heimsieg, aber der mögliche Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz wurde im letzten Spiel vor der Winterpause (0:3 in Garching) verpasst.

Tabelle: Der Rückstand des FCM auf den ersten Relegationsplatz beträgt ein Punkt, ans rettende Ufer sind es drei Zähler – wobei die Konkurrenen zum Teil zwei Spiele weniger als die Memminger ausgetragen haben.

Heimbilanz: Nur magere acht Punkte wurden vor eigenem Publikum geholt. Das bedeutet in der Heimbilanz ebenfalls den vorletzten Platz. Die meisten entscheidenden Gegentreffer fielen in den Schlussphasen. In der Restsaison gilt es die Heimstärke wieder zu finden. Acht der verbleibenden 13 auszutragenden Begegnungen finden im Frühjahr zuhause statt.

Auswärtsbilanz: 12 Punkte wurden in der Fremde geholt, darunter Siege in Pipinsried, in Bayreuth und beim SV Schalding-Heining. In der Auswärtstabelle bedeutet dies Rang 13.

Torjäger: Der umworbene Sascha Marinkovic (SV Wacker Burghausen) führt mit 14 Treffern die Wertung an, dahinter rangieren mit jeweils 13 Toren Fabian Schnabel (Schalding-Heining) und Manuel Feil (1. FC Nürnberg II). FCM-Intern liegt Furkan Kircicek (8) vor Muriz Salemovic (7), der auch bester Vorbereiter des Klubs ist. Auf das Konto des Duos gingen damit mehr als die Hälfte der 25 erzielten Treffer.

Einsätze: Torhüter Martin Gruber (links im Bild) versäumte beim FCM keine einzige Spielminute (was in der gesamten Regionalliga nur noch dem Schaldinger Markus Schöller gelang). In allen 22 Begegnungen waren auch Salemovic und Kircicek dabei. Insgesamt setzten die Memminger 25 verschiedene Akteure ein, was auch mit an der unheimlichen Verletzungsmisere in dieser Runde lag.

Fairness-Wertung: Hier rangieren die Memminger mit 67 Gelben und vier Gelb-Roten Karten auf dem vorletzten Platz vor Unterföhring. Immerhin gab es keine Rote Karte zu verzeichnen. Die fairste Mannschaft stellt der FV Illertissen.

Fieberkurve/Serien: Nur am dritten Spieltag befand sich der FCM nicht in der Gefahrenzone. 17 Spieltage stand das Team auf einem direkten Abstiegsplatz. Ab dem dritten Spieltag folgten sieben Begegnung ohne Sieg, getoppt wurden diese Negativserie vom FC Unterföhring und der SpVgg Bayreuth. Aufsteiger Unterföhring musste bis zum 17. Spieltag auf den ersten „Dreier“ warten. Bayreuth spielte anfangs ganz vorne mit, rutschte mit neun Niederlagen hintereinander in den Tabellenkeller ab. Acht Siege in Folge gelangen den Nürnberger Amateuren, sechs Siege am Stück schafften Spitzenreiter 1860 München und der FC Ingolstadt II.

Zuschauer: Die Münchner „Löwen“ sorgten für einen großen Boom und auch die Rekordkulisse – allerdings auswärts. 21.219 Fans sahen das Gastspiel beim FC Augsburg in der SGL-Arena. Neun Heimspiele der Sechziger im Grünwalder Stadion waren ausverkauft. Der Minusrekord wurde aber auch hier verzeichnet, weil die Partie gegen Nürnberg II als Geisterspiel ohne Fans ausgetragen werden musste, durchschnittlich waren es auf Giesings Höhen damit 11.396 Zuschauer. In die Memminger Arena kamen 1.144 Besucher im Schnitt, 5.000 waren es gegen 1860 – der einzige vierstellige Wert. Nicht nur das sportliche Abschneiden, sondern auch das oftmals schlechte Wetter war ursächlich dafür. Insgesamt passierten bereits fast 300.000 Zuschauer die Tore der 19 Regionalliga-Stadien (im Schnitt 1.446 pro Spiel).

Kurioses: Das wegen Unwetters nach 45 ausgetragenen Minuten abgebrochene FCM-Heimspiel gegen den FC Unterföhring musste wiederholt werden. Die verhängten Verwarnungen aus dem Abbruchspiel zählten trotzdem, weil es „persönliche Strafen“ waren. Durch die späteren Sperren nach fünf Gelben Karten wurden Unterföhring und Memmingen mit jeweils zwei Spielern damit benachteiligt.

Medienpräsenz: Die Zahl der Übertragungen und Reportagen im Bayerischen Fernsehen, bei Sport1 sowie auf Internet-Portalen wie BFV.TV ist deutlich höher – was ein Stück weit auch am Interesse am TSV 1860 München liegt. Eine TV-Liveübertragung nach dem Eröffnungsspiel aus der Memminger Arena wird es in nächster Zeit nicht geben. Der Grund: Die Flutlichtstärke von 400 Lux reicht nicht mehr aus. Durch die Übertragungen in HD-Qualität sind mittlerweile 1.200 Lux gefordert. Die Masten an der Bodenseestraße wären aber nachrüstbar.

Pokal: Der Wettbewerb zählt zu den Positiv-Ereignissen. Erneut steht der FC Memmingen im Frühjahr im bayerischen Halbfinale. Gegner wird hier am 11. April wie im Vorjahr der späteres Pokalsieger FC Schweinfurt sein.

(Archivfoto: Olaf Schulze)

 

 

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