Trotz Niederlage: Ein 94-Minuten-Spektakel

Schweinfurt H02 Strafraum 300Für Stephan Baierl war es am Ende dann doch ein bisschen zu viel des Spektakels. Nach der 3:4-Niederlage des FC Memmingen gegen den FC Schweinfurt 05 in der Fußball-Regionalliga meinte der 41-jährige FCM-Coach: „Erstens geht es an die Nerven und zweitens war unsere taktische Marschroute eigentlich eine andere.“ Er hätte sein Team vor allem defensiv gerne noch einen Tick bissiger gesehen. „Wir haben die Tore zu leicht hergeschenkt. Wenn wir in manchen Situationen hinten cleverer agieren, dann gehen wir am Ende als Sieger vom Platz“, sagte Baierl weiter. Für seine Punktspiel-Premiere gab es am Ende trotzdem Lob von allen Seiten: viel Applaus von den Zuschauern auf den Rängen, aufmunterndes Schulterklopfen von Vereinsboss Armin Buchmann und warme Worte vom Konkurrenten. Schweinfurts Trainer Gerd Klaus meinte gar: „Memmingen wird mit dem Abstieg in dieser Form nichts zu tun haben.“

Dass Baierl in den vergangenen acht Wochen Vorbereitung beim FCM frischen Wind reingebracht hat, war vom Anpfiff weg deutlich zu erkennen. Die Hausherren störten früh und rannten hoch motiviert nach vorne. Dieser Mut zur Offensive wurde schon in der fünften Minute belohnt, als Furkan Kircicek auf Pass von Jannik Rochelt zum 1:0 einschob. Manch einer unter den knapp 580 Zuschauern in der Memminger Arena rieb sich derweil ob der wenig erbauenden Hinrunde verwundert die Augen, immer wieder gab es von den Rängen Szenenapplaus für gelungene Kombinationen und bedingungslos geführte Zweikämpfe. Memmingen bestimmte das Spiel zunächst, hätte durch Muriz Salemovic (15.) und David Anzenhofer (26.) sogar auf 2:0 erhöhen können. Dann allerdings erhöhten die Gäste den Druck und erzwangen einen Elfmeter, den Steffen Krautschneider sicher zum 1:1 verwandelte (32.).

Doch Baierl schien in der Kabine die passenden Worte gefunden zu haben, denn schon wenige Sekunden nach Wiederanpfiff ging sein Team wieder in Führung (2:1/46.). Mit Jannik Rochelt glänzte der jüngste Spieler im Team nun auch selbst als Torschütze. Zwischen der 51. und 64. Minute überschlugen sich dann die Ereignisse auf dem Feld. Zunächst glich Schweinfurts Top-Stürmer Adam Jabiri aus (2:2/51.), dann drehten die Gäste die Partie durch einen verwandelten Foulelfmeter von Nicolas Görtler gar (2:3/54.), ehe erneut Furkan Kircicek den FCM zurück ins Spiel brachte (3:3/58.). Bei seinem Tor wurde deutlich, wie sehr das Selbstvertrauen der Memminger nach sechs Siegen aus acht Testspielen zuletzt gewachsen ist. Denn der Angreifer zog aus gut 30 Metern ab – und hatte bei seinem abgefälschten Schuss das Glück des Tüchtigen.

Baierl meinte: „Wir haben immer zu den richtigen Zeitpunkten die Tore gemacht. Der Unterschied bestand lediglich darin, dass Schweinfurt eine abgezockte Truppe mit hoher individueller Qualität ist.“ Und das bewiesen die Unterfranken auch beim letztlich entscheidenden Tor zum 4:3 (64.). Lukas Kling traf aus der Distanz, wurde zuvor allerdings von der Memminger Verteidigung nicht zwingend genug am Abschluss gehindert. Das war freilich auch Baierl nicht entgangen. Letztlich überwog in seiner Analyse aber das Positive: „Hut ab vor der Leistung der Mannschaft! Es werden Mannschaften kommen, die auf Augenhöhe sind. Und die müssen wir schlagen.“

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(Von Stephan Schöttl - Allgäuer Zeitung vom 12.03.18 - Foto: Olaf Schulze)

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