China-Reise: Von Felix Magath, Dauergrinsen und gegrillten Skorpionen

China Reise Magath 300Eine Reise nach China ist auch in der heutigen Zeit noch nichts Alltägliches. Schon gar nicht, wie es die D-Junioren-Fußballer des FC Memmingen elf Tage lang erleben durften. 18 Jugendliche im Alter von 12 und 13 Jahren mit ihren Trainern Thomas Neudecker, Serkan Aktepe und Florian Frasch waren 8.000 Kilometer entfernt der Heimat zu einem Fußball- und Kulturaustausch in der Millionenmetropole Jinan, in der Provinz Shangdong eingeladen. „Von einem unvergesslichen Erlebnis“, spricht Jugendleiter Josef Huber nach der Rückkehr, wir haben viele Kuriositäten, Geheimnisvolles, Undenkbares, Menschliches aber ein immer freundliches China kennengelernt“.

Der Hintergrund der Reise: China ist nach wie vor fußballerisches Entwicklungsland. Da interessiert es besonders, wie die Jugendarbeit im Land des Weltmeisters funktioniert. Was sich die Chinesen einiges kosten ließen, denn Flüge, Vier-Sterne-Hotel und der Austausch wurden über Investoren und Sponsoren finanziert. Die Summe dürfte im höheren fünfstelligen Bereich liegen. Mit auf der Reise, die durch Kontakte der Bayerischen Sportjugend zustande kam, waren auch die C-Junioren des FV Illertissen. Entsprechend hochoffiziellen Charakter hatte der Austausch mit Empfängen vor der lokalen Politprominenz. FCM-Kapitän David Lichtensteiger (12 Jahre), der vor großer Versammlung eine Begrüßungsrede hielt, war vom Drumherum ziemlich beeindruckt, hätte „aber gerne noch mehr Fußball gespielt“.

Auf den Nebenplätzen der Olympischen Sportstätten von 2008 wurden etliche Trainingseinheiten abgehalten, interessiert verfolgt von einheimischen Nachwuchstrainern und Funktionären, die jeden Tag zahlreicher wurden. Drei Spiele wurden absolviert, verfolgt jeweils von mehreren hundert Zuschauern, einem Fernsehteam und zahlreichen Medienvertretern. Sportlich waren die deutschen Kicker klar überlegen. Gegen die Dianlilu-Grundschule (12:2), den Boxiang Sportverein Jinan (13:1) und Longgao-Schule (15:1) sprangen zweistellige Siege heraus bei denen sich die Gäste am Ende sogar am etwas zurückhalten mussten, um es nicht noch deutlicher zu machen.

China Reise Spiel 300Beim letzten Spiel schaute auch Felix Magath (Bildmitte oberes Foto) vorbei. Der Promi-Trainer, in der deutschen Heimat als "Schleifer" bekannt, coacht seit Juni 2016 den dreifachen chinesischen Meister Shangdong Luneng Taishan FC, plauderte angeregt mit der deutschen Delegation, zeigte sich über den Austausch erstaunlich gut informiert und stellte sich allen Selfiewünschen. Noch begehrter als Magath als Fotomotiv waren übrigens die blonden Memminger Jungs. Immer und überall zückten die Einheimischen ihre Handys. Ben Barnsteiner (12) fand es schon etwas nervig, „dass wir von wildfremden Menschen so oft fotografiert wurden“.

Mit großem Brimborium wurde der FC Memmingen zum Sieger der Spielserie erklärt und Leon Petrick als bester Torschütze mit einem Pokal geehrt. Nicht nur bei der Siegerehrung, sondern auch bei gemeinsamen Einheiten war ein intensiver Austausch zwischen den Trainern und auch den Jugendlichen beider Seiten möglich.

Proppenvoll war auch das Kulturprogramm gepackt – alles lässt sich an dieser Stelle gar nicht aufzählen: Die Boatu-Quellen von Jinan, die Besichtigung der olympischen Sportstätten und der abschließende Ausflug zur chinesischen Mauer waren einige der Höhepunkte. Vieles wird den FCM-Jungs lange in guter Erinnerung bleiben, der dicke Smog bei der An- und Abreise in der Hauptstadt Peking weniger. Und auch das Essen fanden Jan Mayer (12) und Lukas Snouno (12) etwas eintönig: „Es gab fast jeden Tag dasselbe“. An die mögliche Abwechslung zum Reis auf einem Food-Markt mit gerösteten Skorpionen, Grillen und Hühnerinnereien hatten sie sich aber denn doch nicht ganz herangetraut ….

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(Foto: privat)

 

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