Memminger Derbyniederlage: Vergebliche Liebesmüh'

Illertissen H02 Salemovic 300Memmingen Co-Trainer Andreas Köstner lehnte wie regungslos am Gehäuse der Auswechselbank und starrte in den verregneten Abendhimmel. Eben hatte Schiedsrichter Johannes Huber die Regionalliga-Partie des FC Memmingen gegen den FV Illertissen abgepfiffen. Und wieder war es nichts mit dem erhofften Heimsieg. Nein, die aufopferungsvoll kämpfenden Gastgeber kassierten kurz vor Schluss sogar noch den 0:1-Gegentreffer.

"Das ist natürlich bitter", entfuhr es Köstner schließlich, "wir haben alles gegeben". Das Glück ist uns nicht unbedingt hold", konstatierte FCM-Cheftrainer Bernd Kunze später in der Pressekonferenz. In der Tat hätten die Memminger zweimal in Führung gehen können, beide Male war es Fabian Krogler, dem sich gute Chancen eröffneten: Bereits in der vierten Spielminute hatte er sich den Ball erlaufen, war aber dann nicht schnell genug, um erfolgreich abzuschließen. In einer späteren, vielversprechenden Szene versuchte es der FCM-Angreifer mit Vehemenz, wo er vielleicht abgeklärter hätte agieren müssen.

Hätte, wenn und aber: Unterm Strich sahen 829 Zuschauer an einem unwirtlich kühl-regnerischen Freitagabend eine nicht unverdiente Heimniederlage der Platzherren. Denn das junge Gästeteam von Trainer Ilija Aracic zeigte die bessere Spielanlage, agierte überdies ballsicherer als der FCM. Bei zwei der aktuellen Leistungsträger im Memminger Team paarte sich denn auch nach Spielschluss die Enttäuschung über die neuerliche Niederlage mit Realitätssinn. "Taktisch-spielerisch war Illertissen uns überlegen", analysierte Muriz Salemovic (Bildmitte), "die spielen ein gutes System, wir haben Riesenprobleme gehabt". Und Abwehrchef Sebastian Schmeiser erkannte "sehr viel Plan und sehr viel Selbstbewusstsein" in den Aktionen der Gäste.

"Wir sind zurzeit weit weg von dem, was wir eigentlich spielen können", meinte Schmeiser, der die "klare Ordnung" in den Aktionen der eigenen Mannschaft vermisste. Vom Glück begünstigt war der FCM schließlich auch nicht gerade, als gleich zwei aus der Abwehrreihe beim 0:1 durch Gäste-Torjäger Alexander Nollenberger in der 88. Minute auf dem schmierigen Geläuf ausrutschten. Noch zwei Minuten davor hatten die Memminger ebenso energisch wie vergeblich Elfmeter gefordert, als einem FVI-Spieler nach einem Freistoß von Amar Cekic der Ball gegen die Hand prallte. Ungünstig war auch, dass mit Daniel Zweckbronner kurz vor Spielbeginn nach dem gelb-gesperrten Fabian Lutz der zweite etatmäßige Außenverteidiger ausfiel.

Mit dem 0:1 vom Freitagabend sind die Memminger seit Ende Juli ohne Heimsieg in einem Punktspiel. Was noch schwerer wiegt: Die Konkurrenten im Abstiegskampf haben am Wochenende allesamt gepunktet, sodass der Rückstand auf einen Relegationsplatz (vier Punkte) beziehungsweise ans rettende Ufer (sieben Punkte) angewachsen ist.

(Von Markus Brändle - Allgäuer Zeitung vom 13.11.17 - Foto: Olaf Schulze)

 

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