Lukas Trum beim UEFA-Regions-Cup

Lukas Trum UEFA Regions CupEin Allgäuer kann in diesem Sommer Fußball-Europameister werden. Torhüter Lukas Trum vertritt mit einem bayerischen Team Deutschland beim sogenannten „Uefa Regions’ Cup“ – der EM für Amateure. Anstatt regulärer Vereins- oder Nationalmannschaften vertreten dort nur Regionalauswahlen die jeweiligen Länder. „Es ist eine riesen Ehre, überhaupt dabei sein zu dürfen“, sagt der 23-Jährige, der jüngst vom Landesligisten SV Egg an der Günz zum Regionalligisten FC Memmingen gewechselt ist. Er kann es kaum erwarten, dass es am heutigen Dienstag endlich losgeht: Ab 18.45 Uhr trifft die DFB-Elf in Kelheim (Niederbayern) auf die französische Auswahl, die aus der Normandie stammt.

Dieses Mal stellt der Bayerische Fußball-Verband (BFV) das Team für Deutschland. Grund dafür ist laut Trum, dass die bayerische U18 das entscheidende Sichtungsturnier des deutschen Verbandes (DFB) gewonnen hat. „Es ist das wichtigste und größte Amateur-Turnier im europäischen Fußball – und ich darf dabei sein, das ist schon ein echtes Highlight für mich“, betont er. Wie er berichtet, kennen sich die meisten Spieler des bayerischen Teams bereits aus dem Spielbetrieb oder gemeinsamen Stationen im Jugendbereich. Trum ergänzt: „Die meisten in unserer Mannschaft haben im Nachwuchs eine Top-Ausbildung bei Spitzenvereinen bekommen – zum Beispiel Augsburg, Sechzig oder Bayern. Ich freue mich echt, dass ich den Sprung geschafft habe.“ Trum selbst stammt aus Bellenberg (Landkreis Neu-Ulm). Er durchlief die Juniorenteams seines Heimatvereins und des SSV Ulm, ehe er über den TSV Buch beim SV Egg im Unterallgäu landete – und nun in Memmingen.

Trum ist beeindruckt, welchen Aufwand der BFV für seine Schützlinge betreibt. „Das sind Profi-Bedingungen. Ich glaube, dass der Unterschied zur richtigen Nationalmannschaft gar nicht so groß ist.“ Bereits seit Freitag hat das Team eine Unterkunft in Bad Gögging (Niederbayern) bezogen. Trum erzählt: „Wir haben drei Physio-Therapeuten nur für uns. Unser Coach Engin Yanova hat zwei Co-Trainer, die ihn unterstützen. Es gibt einen eigenen Torwarttrainer, zwei Scouts und einen Video-Analyst.“ Außerdem gibt es einen Delegationsleiter, einen Mannschaftsarzt, einen Zeugwart und einen Team-Manager. Die Sportler haben eigene Räume, in denen die Auswahl ungestört bleibt. Zur Regeneration nach Spielen und Trainingseinheiten stehen der Mannschaft unter anderem Kühltonnen zur Verfügung. Das ist nötig, wie Trum erklärt, denn der Terminplan sei sehr straff: „Meistens haben wir zwei Trainingseinheiten pro Tag, dazu kommen Besprechungen und gemeinsame Mahlzeiten.“ Allerdings werde meist dosiert trainiert, da die Mannschaft bis zum ersten Auftritt gegen Frankreich fit sein müsse: „Wir arbeiten ja auf die Spiele hin, dann müssen wir Leistung bringen können.“

Im letzten Testspiel am Samstag kam Trum zum Einsatz. Die Partie gegen den Landesligisten SpVgg Landshut endete 0: 0. „Die Landshuter haben ein gutes Spiel gemacht. Positiv ist zu sagen, dass wir zu null gespielt und fast nichts zugelassen haben. Aber man hat gemerkt, dass wir noch nicht so eingespielt sind. Im Spielaufbau ist noch Luft nach oben“, resümiert Trum. Er rechnet aber damit, dass das Team bereits gegen Frankreich konsequenter auftritt, sich mehr Chancen erspielt, und diese auch nutzen wird.
Er traut den Deutschen durchaus zu, im Cup eine gute Rolle zu spielen, wenngleich die meisten Gegner völlig unbekannt seien: „Zu Beginn wird das eine ziemliche Wundertüte. Wir kennen von den anderen Mannschaften natürlich fast niemanden, aber dafür gibt es ja die Scouts. Der Schlüssel wird sein, dass wir wie beim Quali-Turnier schnell zu einer Einheit werden. Das kann klappen – wir verstehen uns super.“

In der Gruppenphase stehen in Landshut noch Duelle gegen die Slowakei (Donnerstag, 20. Juni, ab 14.30 Uhr gegen ein Team aus dem Westen des Landes) und die Türkei (am Sonntag, 23. Juni, ab 10.30 Uhr gegen eine Mannschaft aus Istanbul) an. Zeitgleich steckt der FCM, Trums neuer Verein, mitten in der Saisonvorbereitung, die der Keeper damit zumindest zum Teil verpasst. Und eventuell muss der Klub noch etwas länger auf ihn warten, denn Trum gibt sich kämpferisch – sein Ziel ist das Finale am Mittwoch, 26. Juni, ab 18.30 Uhr in Burghausen.
Dass eine Nation die Amateur-EM dominieren könnte, glaubt er nicht: „Wir sind hier, um zu gewinnen. Aber das werden bestimmt enge, umkämpfte Spiele. Alle haben die gleichen Chancen.“ Nur der Gruppensieger zieht ins Endspiel ein. Dort wartet dann der Erste der anderen Gruppe (Spanien, Polen, Tschechien und Russland).

(Von Jan-Mirco Linse - Memminger Zeitung vom 18.06.19) - Foto: BFV.TV)

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