Lokale: Klar ist nur die Ungewissheit

Arena Corona 03 300Noch ist unklar, ob die um ein Jahr verlängerte und mehrfach unterbrochene Fußballsaison 2019/2021 in diesem Frühjahr doch noch irgendwie zu Ende gebracht werden kann. Mit jeder weiteren Lockdown-Woche mit Trainings- und Spielverboten wird der zeitliche Rahmen enger. Angesichts der hohen Inzidenzzahlen, die für die Politik in der Corona-Pandemie für ihre Entscheidungen nach wie vor maßgebend sind, ist es eher unrealistisch, dass die Runden zu Ende gebracht werden können – zumindest nicht wenn es über die lokale Ebene hinausgeht. Deadline ist nämlich der 30. Juni. Im Sommer endet im Bayerischen Fußballverband das Spieljahr offiziell und als Folge auch die entsprechende Laufzeit der Verträge von Spielern, Trainer und Sponsorenvereinbarungen.

In der Regionalliga Bayern stehen für den FC Memmingen allein noch zehn Punktspiele an. Weil das in den verbleibenden knapp drei Monaten ohnehin kaum noch zu schaffen ist, weil ja erst nach der Zwangspause einige Wochen Vorbereitung nötig sind, steigt der Allgäuer Vorzeigeclub auf jeden Fall aus der „Zusatzbelastung“ Liga-Pokal aus. Die Mannschaft befindet sich weiter auf Standby-Funktion, die Kicker halten sich individuell fit und die sportliche Leitung hält zumindest per Videokonferenzen Kontakt zu allen. Bei den wenigen persönlichen Begegnungen werden derzeit aber Nägel mit Köpfen gemacht. Der Kader für die hoffentlich wieder reguläre Spielzeit 2021/2022 steht schon zum ganz großen Teil. Mit vielen Talenten wurden die Verträge sogar langfristig verlängert. So haben beispielsweise Torhüter Maximilian Beinhofer, Jakob Gräser, Dennis Picknik und David Remiger bis Sommer 2024 unterschrieben. Christos Trifinopoulus, Roland Wohnlich sowie Nico Fundel bleiben zwei weitere Jahre. Dazu gibt es zahlreiche Zusagen für nächste Saison, 12 A-Junioren werden in den Seniorenbereich übernommen.

Ein Neuzugang, bei dem es sich um einen noch nicht genannten Rückkehrer handelt, steht bereits fest. Weil der Fokus künftig noch stärker auf dem eigenen Nachwuchs und Spielern aus der näheren Umgebung liegt, wird es Verpflichtungen von außerhalb soll es nur noch geben, wenn sie den Maßstab „Verstärkung“ auch erfüllen. „Es macht keinen Sinn für Spieler aus München nach Memmingen zu fahren, wenn sie es nicht über unsere U21 hinausschaffen“, gibt es für Reinhardt genügend Kräfte aus der Region, die gefördert werden können und sollen.

Beim Fußballclub wird in vielerlei Hinsicht perspektivisch gedacht – das betrifft auch die Nachwuchsarbeit. So wurde erstmals eine Bewerbung für die U17-Junioren-Bundesliga abgegeben, weil die B-Junioren in der Bayernliga sich mit dem favorisierten FC Ingolstadt ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Titel und Aufstieg liefern. Der sportliche Leiter im Nachwuchs Thomas Neudecker sieht den Lizenzantrag „als ganz starkes Zeichen und Motivation“ die Jugendarbeit weiter voranzutreiben. Das direkte und vermutliche entscheidende Duell gegen Ingolstadt würde gleich zum Re-Start anstehen. Der Memminger Nachwuchs hat allerdings ein Handicap: In Ingolstadt wird im Nachwuchsleistungszentrum weitertrainiert, in Memmingen ist das den Jugendlichen nach wie vor untersagt. Lediglich die Kinder unter 14 Jahren durften mittlerweile auf den Platz zurückkehren, wenn auch mit starken Auflagen und Einschränkungen. Um die Nachwuchskicker nicht nur bei Laune sondern vor allem fit zu halten, liefen in den vergangenen Monaten zahlreiche Einheiten und Challenges online ab. Die Beteiligung ist hoch, nicht nur wenn Cheftrainer Esad Kahric oder Regionalliga-Spieler Thilo Wilke die Stunden abhalten.

Bei schwierigen Rahmenbedingungen herrscht also sportlich alles andere als Stillstand. Gleiches gilt auch für das Multifunktionsgebäude, das in der Arena entstehen soll. Trotz einer gravierenden Wende im Finanzierungskonzept schreiten die Planungen zügig voran, um möglichst schnell nach einem positiven Votum der Mitglieder mit dem Bau beginnen zu können. Der Verein wird das „Leuchtturmprojekt“ nun allein ohne Beteiligung der Stadt stemmen, nachdem ein einzelner Stadtrat rechtliche Bedenken einräumte und den eigentlich einstimmigen städtischen Dezember-Beschluss in Frage stellte. Weil die Klärung möglicher Rechtsfragen das Projekt entscheidend verzögern könnte, wird von der Vereinsseite auf zunächst vereinbarten langfristigen Mietkauf durch die Stadt für den halben Gebäudeanteil verzichtet. Die Signale der beiden Hausbanken für die Finanzierung auch unter den geänderten Vorzeichen sind deutlich pro. Auch die Zustimmung von Partnern für den Bau ist groß und so ist der FCM-Vorsitzende Armin Buchmann guter Dinge schon in Kürze sehr gute Nachrichten mit weitreichenden Sponsorenverträgen bekanntgeben zu können.

 

Die Lokale - Ausgabe April 2021 - Fot (C) Olaf Schulze

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