Pokalspiel wird zum Wiedersehen mit Vinko Sapina

Im Toto-Pokal fordert der FC Memmingen den FC Ingolstadt. Die „Schanzer“ bringen dabei einen alten Bekannten mit in die Maustadt: Vinko Sapina erinnert sich im Artikel der Allgäuer Zeitung an seine Zeit im Allgäu.

Ein Hammerlos für Fußball-Regionalligist FC Memmingen: Bereits in der zweiten Runde des bayerischen Toto-Pokals treffen die Allgäuer auf einen der großen Favoriten: An diesem Dienstag empfangen sie den Drittligisten FC Ingolstadt 04 (Beginn 18.30 Uhr). Für einen der „Schanzer“ ist die Begegnung dabei eine besondere: Mittelfeldspieler Vinko Sapina kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück. „Ich habe meine Zeit in Memmingen sehr positiv in Erinnerung – es war mein erster Schritt im Herrenbereich“, blickt Sapina zurück. 2014 kam der damals 19-Jährige als großes Talent aus seiner Heimatstadt Ulm zum FCM – heute ist er mit 31 Jahren ein gestandener Profi.

14 Einsätze in der 2. Bundesliga und 117 in der Dritten Liga sowie Stationen bei namhaften Klubs wie Rot-Weiß Essen, Dynamo Dresden oder jetzt seit diesem Sommer beim FCI: Sapina nutzte den Allgäuer Traditionsklub nach seinem Abschied zurück nach Ulm im Sommer 2016 erfolgreich als Sprungbrett. Er erzählt: „Ich habe damals sehr viel gelernt. Das familiäre Verhältnis im Verein war toll und hat es mir leicht gemacht. Für den Einstieg in den Herrenfußball war das perfekt.“

Seine positiven Erinnerungen an den FCM hängen auch mit damaligen Mitspielern zusammen, betont er. So habe es eine Ulmer Fahrgemeinschaf gegeben – mit dabei: Andreas „Bobo“ Mayer. Der ehemalige Profi habe Sapina geprägt: „Er war Mentor und Vorbild für mich.“ Mit ihm habe er bis heute regelmäßig Kontakt. Sapina ergänzt: „Auch von den damaligen Trainern, Thomas Reinhardt und Christian Braun, habe ich viel gelernt.“ Von Sapinas ehemaligen FCM-Teamkollegen ist heute allerdings nur noch einer bei den Allgäuern: Mittelfeldspieler Fabian Lutz. Lachend berichtet Sapina: „Besonders oft haben wir nicht zusammengespielt, aber ich kann mich noch gut erinnern, dass er immer alles gegeben hat – im Gym, im Training, auf dem Platz. Er ist immer maximal eskaliert. Ich freue mich, ihn wiederzusehen.“

Voller Einsatz bis zum Schluss – ob das auch ein Schlüssel sein kann, wie Memmingen als Außenseiter die Pokalträume gegen Ingolstadt am Leben erhalten kann? Wenn es nach dem 30-jährigen Lutz geht, definitiv. „Das macht uns aus: Wir sind eine fleißige Mannschaft. Jeder gibt hier für jeden alles. Genau das brauchst du, um gegen solche Gegner zu bestehen.“ An Sapina erinnert sich Lutz noch gut: „Na klar, technisch war er schon immer ein überragender Fußballer. Außerdem ist er damals allein von seiner Statur (Sapina ist 1,95 Meter groß, d. Red.) schon zusätzlich rausgestochen.“

An Selbstvertrauen fehlt es Lutz nicht: Nach drei Siegen aus den ersten drei Pflichtspielen (Erste Pokalrunde und zweimal in der Regionalliga, zuletzt 4:1 gegen Ansbach) ist er heiß auf die Bewährungsprobe gegen die Schanzer: „Auf einen Drittligisten freust du dich natürlich besonders. Wenn du den Pokal gewinnen willst, musst du auch solche Teams schlagen. Ob das dann in der zweiten Runde oder im Finale ist, ist ja egal.“ Essenziell seien für das Team von FCM-Coach Matthias Günes defensive Stabilität und Kompaktheit gegen den Ball. Lutz ist sich sicher: „Das sind unsere Stärken. Behalten wir das bei, ergeben sich irgendwann Lücken für uns.“

Sapina indes sieht den größten FCM-Vorteil woanders. Denn während Memmingen den Saisonstart in der Liga bereits erfolgreich absolviert hat, musste Ingolstadt bislang nur in der ersten Pokalrunde gegen Landesligist Forstinning ran und besiegte diesen mühelos 7:1. „Wir dürfen Memmingen auf keinen Fall unterschätzen. Sie kommen mit Schwung und sind eingespielt. Wir hatten erst ein Pflichtspiel und müssen uns noch finden. Wir müssen da um jeden Preis ein Überraschungsei vermeiden.“

In Ingolstadt habe er sich gut eingefunden, die Infrastruktur sei dort „sehr, sehr gut“, die Mannschaft „cool und homogen“ und das Gespann um Cheftrainerin Sabrina Wittmann arbeite hervorragend. Nun gelte es, das alles auch auf dem Rasen umzusetzen. Sapina wirkt fokussiert, wenn er über das Pokalduell spricht. Er freue sich zwar auf die Rückkehr nach Memmingen, nehme die Partie aber auch sehr ernst, betont er.

Mit Blick auf seine Fußball-Laufbahn sei das aber nicht immer so gewesen: „Wenn es nach meinem Talent gegangen wäre, hätte man vielleicht auch mehr von meiner Karriere erwarten können. Aber mich hat es auch einfach nicht so gejuckt zu dem Zeitpunkt“, gibt sich Sapina selbstkritisch und schiebt nach: „Ich habe da gar nicht so viel drüber nachgedacht früher – aber ich bin sehr froh darüber, wie ich mich entwickelt habe und wie alles gekommen ist. Ich bin glücklich auf meinem Weg.“ Dieser führt ihn nun mit Ingolstadt durch das Pokalduell zurück nach Memmingen. Lutz gibt sich dafür kämpferisch: „Wir wollen unbedingt gewinnen. Warum denn nicht? Wir haben ja nichts zu verlieren …“

Im Bild: Vinko Sapina – damals noch Talent – in der Saison 2014/15 im Trikot des FC Memmingen gegen den damaligen 1860-Spieler Fabian Hürzeler, der heute Trainer in der englischen Premier-League ist.

Von Jan-Mirco Linse – Allgäuer Zeitung vom 04.08.26 – Archivfoto (C) Olaf Schulze

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