Abwehrstärke: Die Tabellenführung ist kein Zufall mehr

„Der Angriff gewinnt Spiele, die Abwehr Meisterschaften“ – wenn dieses Zitat, das Englands Fußball-Legende Sir Alex Ferguson zugeschrieben wird, zutrifft, dann ist der FC Memmingen in der Regionalliga Bayern auf einem guten Weg. Wobei die Wahrheit, statisch gesehen, in der Mitte liegt. Unterm Strich macht es die Balance.

Tatsache ist aber, dass die Memminger (1. Platz / 30 Punkte) vor dem Samstag-Heimspiel (14 Uhr) gegen den 1. FC Nürnberg (12. / 16 Punkte) mit nur sieben Gegentreffern in 14 Begegnungen die beste Defensive aller fünf Regionalligen in Deutschland vorweisen können. Lediglich der Chemnitzer FC aus der Nordost-Staffel kommt auf den gleich guten Durchschnittswert von nur 0,5 Gegentreffern pro Spiel.

Die Fans sprechen von der Verteidigung rund um Max Zeller und Timo Schmidt schon wie in früheren Jahren, wieder von der „Memminger Stadtmauer“. Das Erfolgsrezept ist kein Zufall. „Um als Amateurverein in der Regionalliga bestehen zu können, geht es für uns in erster Linie darum, Kompaktheit und Stabilität auf den Platz zu bringen“, definiert FCM-Trainer Matthias Günes sein Spielsystem aus der Defensive heraus. Dazu gehören auch die Stürmer, von denen er fordert „sehr viel zu laufen und auch nach hinten zu arbeiten“. Dass wie zuletzt am vergangenen Dienstag in Fürth zusätzlich neben einem starken Torhüter auch eine Portion Glück notwendig ist, letztlich einen 1:0 Erfolg über die Zeit zu bringen, gehört dazu.

War vor wenigen Wochen noch von einer „Momentaufnahme“ die Rede als der FCM erstmals an die Spitze gesprungen ist, hört sich das jetzt schon etwas anders an. Es ist kein Zufall mehr, wenn man nach 14 Spieltagen immer noch ganz oben mitmischt. „Wir sind schon so selbstbewusst, um zu sagen: Es gibt aktuell sicherlich Schöneres, als gegen uns zu spielen“, will die Günes-Truppe es auch den Nürnberger Zweitliga-Reservisten es wieder unangenehm machen“.

Wobei jetzt die Wochen kommen, in denen es wegen Verletzungen, Erkrankungen und möglichen Sperren gilt, mit den Kräften hauszuhalten. Beim TSV Buchbach, der die Spitze eingebüßt hat, war das zuletzt deutlich zu spüren. Bei Memmingen noch nicht, obwohl die Korsettstangen Fabian Lutz, Lukas Rietzler und David Remiger sowie Dominik Martin fehlen. Zu verdauen war auch die Odyssee auf der Heimfahrt aus Fürth. Wegen einer Autobahnsperrung ging es für den Mannschaftsbus über Land. Die Letzten aus dem FCM-Tross kamen erst am Mittwochmorgen um halb vier ins Bett. Dennoch soll es ausgeschlafen ins Duell mit dem „kleinen Club“ gehen, immerhin der Vorjahres-Meister, der unter der Woche nicht im Einsatz war.

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