Campus: Das Abenteuer für die U17 in der DFB-Nachwuchsliga beginnt

Für die U17-Fußballer des FC Memmingen beginnt am Sonntag ein besonderes Abenteuer. Erstmals geht eine Mannschaft des Allgäuer Traditionsclubs in der DFB-Nachwuchsliga an den Start. Diese ist nach einer Neuordnung des Spitzenjugendfußballs im zweiten Jahr der Nachfolger der früheren Junioren-Bundesliga. „Das ist ein neuerlicher Meilenstein in der Entwicklung des Junioren-Fußballs beim FC Memmingen“, spricht Jugendleiter Josef Huber von „totaler Begeisterung im ganzen Verein“ über die die Qualifikation für die höchstmögliche Spielklasse.

Zum Auftakt geht es mit dem TSV 1860 München gleich gegen den mutmaßlich stärksten Gegner der Runde. Die „Junglöwen“ hatten nach der Vorrunde den Sprung in die Liga A hauchdünn verpasst. In Liga A spielen jeweils die drei Erstplatzierten der bundesweit acht Staffeln weiter, bis zur Deutschen U17-Meisterschaft am Ende. Alle anderen bestreiten das Frühjahr in regionalen Gruppen in der Liga B, für die sich nach der Vorrunde in den Landesklassen deutschlandweit 16 Mannschaften wie der FC Memmingen als Jugend-Bayernligist zusätzlich qualifizieren konnten. Die Besonderheit: Alle Teams aus den Nachwuchsleistungszentren der Proficlubs können hier nicht absteigen. Die Aufsteiger aus den Amateurvereinen wie der FCM müssen mindestens Platz vier in der Gruppe erreichen, um auch im kommenden Sommer weiter in diesem elitären Kreis mitmischen zu dürfen.

Auf eine Platzierung will FCM-Trainer Mahmut Kabak (im Bild) mit seinem Team, das ein Sammelbecken aus Allgäuer Talenten bildet, aber erst einmal gar nicht schauen: „Es für uns alle ist es eine ganz neue Bühne. Wir haben genug Qualität und wenn selbstbewusst an die Sache rangehen, glaube ich, dass wir einige Mannschaften ärgern können. Das ist unser Ziel“. Neben den Sechzigern sind der SSV Jahn Regensburg, die SpVgg Unterhaching, der FC Ingolstadt, die SpVgg Bayreuth und der SV Darmstadt 98 die Gegner in der nach sportlichen und geographischen Kriterien eingeteilten Gruppe C.

Etwas angespannt, aber vor allem mit viel Vorfreude sieht Kabak den 14 Spielen entgegen und hofft, „dass der rechte Ärmel nicht zu schwer wird“. Auf den Trikots tragen die Jungs nämlich jetzt das Logo der „DFB-Nachwuchsliga“. „Wir haben hart für den Aufstieg gearbeitet, natürlich wollen wir die Klasse auch halten“, setzt Kapitän Robin Hegen auf die Stärke der Abwehr, die in der Junioren-Bayernliga wenig Gegentore kassiert hat. Was mit ein Garant dafür war, dass lediglich die Auftaktbegegnung gegen den FC Bayern München II verloren wurde. Der Kaufbeurer hat schon in der letzten Saison in Memmingen in der C-Junioren-Regionalliga Luft im höherklassigen Jugendfußball schnuppern können.

Vorne will es Ardian Zeqiri richten. Der Linksaußen will „viele Tore schießen und Vorlagen machen“ und empfiehlt seinen Teamkollegen „ohne Angst reinzugehen, in jedem Spiel das Beste zu geben und dann schauen wir, was rauskommt“. Der Memminger begann beim Stadtteilverein SV Steinheim zu kicken, wurde früh gescoutet und spielte vor der Rückkehr in seine Heimatstadt schon sieben Jahre in verschiedenen Altersklassen beim FC Augsburg.

Mit 27 Nachwuchsspielern wurde am vergangenen Wochenende noch ein Trainingslager in Liechtenstein absolviert. Kabak spricht von „Top-Bedingungen, Top-Atmosphäre und Top-Service“. Auf dem Gelände der Nationalteams des Fürstenteams gab es auch eine erfolgreiche Generalprobe mit einem 6:1 Sieg über die U19 des FC Vaduz, also gegen Spieler, die bis zu zwei Jahre älter sind. Mit im Trainingslager waren auch jeweils drei junge FCM-Talente aus der eigenen U16 und U15. Mit Paul Hofmann darf sich einer aus dem jüngeren B-Jugend-Jahrgang berechtigte Hoffnung auf einen Einsatz am Sonntag machen. Der Sulzberger war erst im Sommer vom TSV Kottern nach Memmingen gewechselt: „Vor einmal halben Jahr habe ich überhaupt noch nicht daran denken dürfen, aber es war schon immer ein Traum in der höchsten Liga zu spielen“. Egal, wie die Runde läuft die gesammelten Erfahrungen, dürften den Jungs am Ende nicht mehr zu nehmen sein.

Mit dem Sprung in die DFB-Nachwuchsliga gelten die Durchführungsbestimmungen des Deutschen Fußballbundes. Das bedeutet unter anderem, dass eigentlich alle Heimspiele in der großen Arena im Stadion mit entsprechenden Rahmenbedingungen ausgetragen werden müssten. Aufgrund des bundesweit anhaltenden Winterwetters hat der Verband aber für die nächste Zeit auch die Durchführung auf Ausweichplätzen genehmigt. Der FCM-Nachwuchs empfängt den TSV 1860 damit am Sonntag ab 11 Uhr auf dem Kunstrasenplatz im Memminger Stadion.

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Fotos (C) FCM

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