Regionalliga: FC Memmingen – SV Wacker Burghausen 0:1

Der FC Memmingen hat seinen ersten „Heim-Matchball“ zum vorzeitigen Klassenerhalt in der Regionalliga vergeben. Vor 667 Zuschauern gab es gegen den SV Wacker Burghausen eine 0:1 (0:0) Niederlage. Den Treffer des Tages erzielte der Ex-Memminger Noah Müller. Sein Torjubel an früherer Wirkungsstätte blieb zurückhaltend, hinterher sprach Müller von einem „Arbeitssieg“, dem Burghausen „mehr Kampfkraft und mehr Wille gehabt habe“.

Eines der besseren Spiele in dieser Saison, vor allem was die Defensivleistung anbelangt“, sah FCM-Trainer Matthias Günes von seiner Mannschaft, „eine Unachtsamkeit war entscheidend“. Freilich ging nach vorne an diesem Abend nicht allzu viel. Dementsprechend war der Sieg der Gäste auch verdient.

Nun kommt der Nachholbegegnung am kommenden Dienstag große Bedeutung zu. Gegen den TSV Schwaben Augsburg geht es nun um „Big Points“ für den Klassenerhalt. Bei einem Sieg wäre die Memminger Welt in Ordnung, bei einer Niederlage kann es noch einmal eng werden.

Unter Überschrift „Englische Wochen rauben Kraft“ berichtet Dominik Prähofern in der Allgäuer Zeitung vom letzten FCM-Heimspiel:

Das Flutlicht-Match zwischen dem FC Memmingen und dem SV Wacker Burghausen war in Sachen Unterhaltungswert zwar kein ausgemachter Leckerbissen. Für einen jungen Mann war der Regionalliga-Abend dennoch ein besonderer: Ausgerechnet der frühere Memminger im Wacker-Dress, Noah Müller (22), besiegelte mit seinem spielentscheidenden Treffer zum 0:1 (0:0)-Endstand die Heimniederlage des FCM.

Durch die ärgerliche Pleite verpassten es die Gastgeber, den Klassenerhalt endgültig klarzumachen. Aus Respekt vor seinem Ex-Verein, bei dem er fünf Jahre unter Vertrag stand, verhielt sich Burghausens Siegtorschütze Müller bei den Feierlichkeiten seines Teams nach der Partie sehr zurückhaltend. Nachdem er am Zaun der Gegengeraden die intensiven Glücksmomente mit den Wacker-Fans geteilt hatte, verriet er unserer Redaktion, dass dieser Sieg „schon speziell“ für ihn sei. „Es fühlt sich gut an. Ich kenne mich hier ja aus. Wir mussten aber schon viel ackern, um den Sieg einzufahren.“

In der ersten halben Stunde der Partie bewegten sich beide Mannschaften im Prinzip auf Augenhöhe. FCM-Kapitän Lukas Rietzler erklärte nach dem Spiel: „Wir haben anfangs versucht, zu pressen, aber wir waren oft einen Schritt zu langsam.“ Die Akteure hätten die Belastungen der englischen Wochen sehr wohl gemerkt. Der Gegner sei dagegen „spielstark aufgetreten, die haben den Ball gut laufen lassen.“ Defensiv hätten die Memminger insgesamt gut dagegengehalten. In einer ersten Hälfte, in der sich in den Strafräumen wenig Aufregendes abspielte, gab es im Grunde nur drei Torchancen – und die hatte der SV Wacker: Die erste davon war ein Schuss von Amadou Soumare in der achten Minute, den Memmingens Torhüter Dominik Dewein entschärfen konnte. In der Viertelstunde vor dem Pausenpfiff rettete dann erst FCM-Verteidiger Jakob Gräser gegen Noah Müller und etwas später verfehlte ein Linksschuss von Müller den Memminger Kasten. Kurz darauf gingen die Kontrahenten torlos in die Pause.

Im zweiten Durchgang setzte der agile Müller weitere Akzente: In der 69. Minute legte er sich bei einem Alleingang die Kugel allerdings ein bisschen zu weit vor, sodass Memmingens Keeper Dewein klären konnte. Drei Minuten später gelang Müller dann das entscheidende Tor des Tages: Dabei konnten die Maustädter eine gefährliche Hereingabe von Noah Agbaje von der rechten Außenbahn nicht restlos entschärfen. Nutznießer war Wacker-Stürmer Müller, der den Ball mit seinem linken Fuß aus rund 13 Metern gefühlvoll ins lange Eck schlenzte – 0:1. In der 85. Minute verpasste dann FCM-Youngster David Günes mit einem 25-Meter-Freistoß aus halblinker Position das mögliche Ausgleichstor.

Weil die Burghausener die zweite Halbzeit dominierten und insgesamt auch die zwingenderen Torchancen hatten, war der Erfolg der Gäste letztlich verdient. „In der zweiten Halbzeit hat der Druck des Gegners zugenommen“, bilanzierte FCM-Trainer Matthias Günes nach dem Spiel. Seine Jungs hätten dann „tief verteidigt“. Aus einem der „zwei, drei Durchbrüche über unsere linke Abwehrseite“ sei dann das Siegtor entstanden. Generell bemängelte Günes, dass „Wacker bei den Luftzweikämpfen heute viele Duelle für sich entscheiden konnte“.

FC Memmingen: Dewein – Dolinski (59. Barbera, 90. Kroh, Bauer, Paschek – Maier (62. Kresin/73. Fusaro), Lutz, Rietzler – Kirsamer, D. Günes.

SV Wacker Burghausen: Schöller – Mares, Gordok, Illic, Sanne (88. Bangerter), Gertig (67. Dzemailji), Lindner (60. Agbaje), Soumare (67. Bachschmid), Müller, Schulz (80. Turtschan), Walchhütter.

Tor: 0:1 (72.) Müller. Schiedsrichter: Ziegler (Gerolzhofen). – Zuschauer: 667.

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Fotos (C) Hannah Brenner, Siegfried Rebhan, Olaf Schulze

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