Regionalliga: TSV Schwaben Augsburg – FC Memmingen 0:1

Staunend und ein bisschen ungläubig schauen die Verantwortlichen des FC Memmingen auch nach dem 7. Spieltag der Regionalliga Bayern auf die Tabelle. Mit dem 1:0 (1:0) Auswärtssieg beim TSV Schwaben Augsburg steht hier weiter der zweite Platz zu Buche. Alle vier bisherige Auswärtsspiele wurden gewonnen. Insgesamt 16 von 21 möglichen Punkten bedeuten die beste Startbilanz seit Regionalliga-Zugehörigkeit. Nur in der Saison 2009/10 lief es eine Etage tiefer noch einen Tick besser, als mit der souveränen Bayernliga-Meisterschaft am Ende der Aufstieg in die damalige Regionalliga Süd geschafft wurde.

„Das ist schon verrückt, weil mit wir verschiedensten Facetten unsere Spiele gewonnen haben“, blickt FCM-Trainer Matthias Günes darauf, „teilweise waren es sehr leidenschaftliche Leistungen, wie gegen Bayern zum Beispiel oder gegen Ansbach. Und teilweise so wie heute, dass du in der richtigen Phase das Richtige machst.“ Das Richtige passierte in der 36. Minute, als Schwaben-Keeper Maximilian Reil einen 17-Meter-Freistoß nur abklatschen konnte und Kapitän Lukas Rietzler zum 0:1 abstaubte. Zuvor und auch danach war der Fünfer-Abwehrriegel der Gastgeber auf anderem Weg nicht knacken. „In solchen Spielen musst du einen Standard auf Deine Seite wuppen, das haben wir geschafft“, war es für Günes der spielentscheidende Moment.

Obwohl die Memminger mit einem Dreier-Angriff mit Kresin, erstmals Philipp Kirsamer in der Startelf und Luis Pfaumann sehr offensiv ausgerichtet waren, blieb es im Vorwärtsgang bis auf eine starke Phase zu Beginn der zweiten Halbzeit holprig. Dies blieb auch Günes nicht verborgen: „Es war eine komische Atmosphäre heute. Es war sehr warm, der Platz sehr stumpf. Beide Mannschaften hatten Probleme Tempo ins offensive Drittel zu bringen, weil alles gefühlt langsam war“.

Weil das 2:0 in der Drangphase – unter anderem mit einem Pfosten-Latten-Knaller – nicht gelang und nach vorne dann nicht mehr allzu viel ging, musste das Spiel eben in der Abwehr entschieden werden. Bislang kassierte der FCM nur sechs Gegentreffer, drei davon allein gegen 1860 München, ansonsten statistisch nur einen halben im Schnitt in den anderen Begegnungen. „Das passt, sagt Kapitän Rietzler, „wir hatten einen Ausreißer gegen Sechzig, aber sonst stehen wir hinten schon richtig gut. Und wenn es vorne mal nicht so läuft wie heute, hilft hinten einfach die Null, wenn du nichts zulässt“.

In der zweiten Halbzeit hatte Schwaben Augsburg praktisch nur eine gefährliche Kopfball-Gelegenheit durch den eingewechselten Kevin Makowski, in der ersten Halbzeit durchschaute FCM-Torhüter Dominik Dewein zwei, drei versuchte Überraschungsmomente und war zur Stelle. So durften die Allgäuer im altehrwürdigen Rosenau-Stadion jubeln und ein großer Teil der Mannschaft anschließend noch auf dem Plärrer-Volksfest feiern. Mit Genehmigung von Günes. „Der Trainer ist da ein bisschen machtlos, weil wir halt gewinnen. Wenn wir nicht gewinnen, schaut das schon anders aus“, sprechen die gemeinsamen Unternehmungen abseits des Sportplatzes für Rietzler für den herrschenden Teamgeist“. Nach Allgäuer Festwoche und dem Plärrer ist auch ein gemeinsamer Wiesn-Besuch in ein paar Wochen geplant. Günes‘ Kommentar: „Ich habe den Jungs gesagt, solange ihr gewinnt, ist mir das wurscht“.

Nächsten Samstag kommt es nun zu einem Spitzenspiel in einer so nicht erwarteten Konstellation: Der FC Memmingen empfängt als Zweiter den Drittplatzierten DJK Vilzing, der gerade 1860 München in letzter Minute einen Punkt abgeknöpft hat.

TSV Schwaben Augsburg: Reil – Banden, Fackler-Stamm (83. Krug), Herzig, Ruisinger – Schaber, Schwarzholz, Krauß (83. H-Wold), Ebeling (60. Luburic) – Schäfer (46. Radoki), Rehwald (71. Makowski).

FC Memmingen: Dewein – Gräser (72. Maier), Schmidt, Zeller, Paschek (72. Koller) – Dolinski, Rietzler,  Fusaro (72. Bergmann) – Pfaumann, Kirsamer (65. Lutz), Kresin (85. Roth).

Tor: 0:1 (36.) Rietzler. – Schiedsrichter: Ostheimer (TSV Sulzberg). – Gelbe Karten: Herzig, Luburic, Radoki / -. -Zuschauer: 381. – Aktueller Tabellenplatz FCM: 2. (vorher 2.).

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Fotos (C) Hannah Brenner

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