Regionalliga-Lizenz beantragt – Vorgaben noch zu erfüllen -Reform wird diskutiert

Der FC Memmingen hat, wie alle anderen der 18 aktuellen Vereine der Fußball-Regionalliga-Bayern, die Zulassung für die kommende Saison 2026/2027 beantragt. Wie der Bayerische Fußball-Verband (BF V) mitteilt, haben alle Clubs ihre Unterlagen fristgerecht eingereicht. Bis Ende März sollen die Bescheide ergehen. Mögliche Abstiegs-Kandidaten aus der 3. Liga und Aufstiegskandidaten aus den Bayernligen Süd und Nord haben noch bis 27. März Zeit, um Lizenzanträge zu stellen.

Grundvoraussetzung, weiter in der Regionalliga zu spielen, ist natürlich die sportliche Qualifikation. Hier haben die Memminger, bei momentan zehn Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge, gute Karten auf den Klassenerhalt. Darüber hinaus müssen die Vereine weitere Voraussetzungen in Sachen Infrastruktur, Organisation und medientechnisch erfüllen.

Eine der Bedingungen ist ein Flutlicht mit der Mindeststärke von 400 Lux. Die städtische Memminger Arena verfügt seit 2007 zwar über eine solche Anlage, doch muss die Leistungsstärke jetzt noch in einem neuen Protokoll nachgewiesen werden. Dies war in der laufenden Saison und damit dem ersten Jahr nach dem Wiederaufstieg noch nicht erforderlich. Gleichwohl wurden einige Regionalliga-Heimspiele unter Flutlicht ausgetragen, die Helligkeit reichte augenscheinlich selbst für TV-Übertragungen bislang aus. Nun hoffen die FCM-Verantwortlichen, dass die Prüfung der konventionellen Halogen-Lampen auch weiter ausreichende Werte ergibt. Vereine, die zuletzt neu bauen oder nachrüsten mussten setzen, auf energiesparende und leistungsstarke LED-Technik. Bis auf die Arena hat die Stadt Memmingen die städtischen Sportplätze in den vergangenen Jahren bereits auf LED umgerüstet.

Mit einer weiteren Verbandsvorschrift stößt der FCM an seine Grenzen. So wird vom Verband bei jedem Regionalliga-Heimspiel ein Sanitätsfahrzeug mit entsprechender Besetzung vor Ort gefordert. Darüber muss eine entsprechende Vereinbarung mit einer Hilfsorganisation getroffen und vorgelegt werden. Laut dem bisherigen 2. FCM-Vorsitzenden Thomas Reichart, bislang für das Lizenzierungsverfahren im Verein zuständig, kann aber keine Organisation gefunden werden, die sich für ein ganzes Jahr bindet. Hintergrund ist der Mangel an ehrenamtlichen Kräften. So muss für jedes Spiel eigens angefragt werden.

Unabhängig davon, sind bei allen Regionalliga-Heimspielen des FC Memmingen medizinisch fachkundige Kräfte oder auch Sanitäter aus dem Verein sowie mindestens ein Arzt anwesend. Der FC Memmingen hofft, wie auch andere Klubs, dass der BFV eine solche Regelung akzeptiert, zumal beispielsweise das Memminger Klinikum in unmittelbarer Nähe liegt und selbst ein Sanitätsfahrzeug vor Ort nicht selbst Notfälle transportieren dürfte, sondern ein weiteres Fahrzeug anfordern müsste.

Spannend wird das Lizenzierungsverfahren noch in anderer Hinsicht. Derzeit befasst sich eine Arbeitsgruppe mit einer erneuten Regionalliga-Reform. Wenn die Reform kommt, könnte die nächste Spielzeit möglicherweise schon so die Qualifikationsrunde für ein neues Modell werden. Das Ziel: Aus derzeit bundesweit fünf Staffeln sollen nur noch vier werden, damit alle Meister aufsteigen können.

Dieses Recht haben derzeit nur die Titelträger aus dem Westen und Südwesten. Die Verbände Nord, Nordost und Bayern haben zu dritt nur zwei Aufstiegsplätze. Im Wechselmodus wird jährlich ein Aufstiegsplatz direkt vergeben, den anderen müssen zwei Staffelsieger in einer anschließenden Relegation ausspielen.

Favorisiert wird momentan ein so genanntes „Kompassmodell“, bei dem vier Ligen gebildet werden. Ungeachtet von Regional- und Landesverbandsgrenzen sollen die Staffeln nach geographischen Gesichtspunkten zusammengestellt werden, Entfernungen berücksichtigt, aber auch Derbys erhalten werden. Nach einer KI-gestützten Berechnung mit den aktuellen Regionalligisten wären es für den Süden bei einer 18er-Liga dann 15 bayerische Vertreter und die SGV Freiberg, Sonnenhof Großaspach und die Stuttgarter Kickers aus Baden-Württemberg. Im Fall eines Ulmer Drittliga-Abstiegs wären auch die „Spatzen“ hier dabei.

Am 25. März tagt die Reform-Arbeitsgruppe erneut. Ob und wann es tragfähige Ergebnisse gibt, die wiederum final vom DFB-Bundestag beschlossen werden müssten, ist noch nicht abzusehen. Der FC Memmingen verhält sich in dieser Causa zurückhaltend, während sich 59 Vereine deutschlandweit zu einem Bündnis „Meister müssen aufsteigen“ zusammengeschlossen haben.

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Archivfoto (C) Olaf Schulze

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