Die neue Saison der Fußball-Regionalliga Bayern könnte, ungeachtet laufender Reformdiskussionen, dem FC Memmingen und damit auch den Allgäuer Fußballfans einiges an Spektakel bieten. Es tummeln sich prominente Namen in der Liga, wie der von Dante. Der Brasilianer kehrt zum FC Bayern zurück und wird als Trainer die „Amateure“ des Vereins betreuen. Zum anderen wird der TSV 1860 München nach verpasster Drittliga-Lizenz wie schon 2017/2018 wieder die vierte Liga im Freistaat bereichern. Für das Gastspiel am 14. August beim FC Memmingen sind schon mehr als die Hälfte der 5.000 Karten verkauft.
Doch bevor die „Löwen“ kommen, steht für die Memminger erst einmal der Start in ihre insgesamt 14. Regionalliga-Saison an. Los geht es am Freitagabend (18.30 Uhr) beim Neuling TSV Landsberg, der schon mit den Hufen scharrt. Gerade 60 Kilometer trennt beide Städte, deshalb kommt der Partie schon ein wenig Derbycharakter zu. Nach einer turbulenten Aufstiegssaison mit Trainerwechseln und Funktionärsrücktritten spielen die Landsberger erstmals in ihrer Clubgeschichte in der Regionalliga, ziehen deshalb von 3C-Sportpark zurück ins Sportzentrum am Hungerbachweg, das mit etwas Aufrüstung erst einmal den höheren Ansprüchen der Liga genügt.
Der neue Coach Renè Schröder hofft, dass es auch seine Mannschaft tun wird. Personell muss ihm eigentlich nicht bange sein. Ünal Tosun hat wie der Kaufbeurer Furkan Kircicek bereits Drittliga-Erfahrung gesammelt. Vom FCM wurde mit David Bauer ein starker Innenverteidiger verpflichtet. Mit Timo Spennesberger, der vom Regionalligisten SC Wiedenbrück zurückkehrt, wurde kurz vor dem Auftakt noch ein weiteres Ass aus dem Ärmel gezogen.
Beim FC Memmingen war das Personal für die neue Runde schon länger fix. Cheftrainer Matthias Günes hat einen 25-Mann-Kader zur Verfügung und gleich einmal die Qual der Wahl, wer zum Aufgalopp in der Startelf stehen wird. Anders als in der der zurückliegenden Spielzeit als es durch Ausfälle auch mal knapper wurde, bieten sich aktuell für nahezu alle Positionen zwei oder gar drei adäquate Spieler an. Zu den gesetzten Akteuren dürften Torhüter Dominik Dewein, der neue Abwehrchef Max Zeller (vom FV Illertissen) und Kapitän Lukas Rietzler zählen. Bei der gut der Hälfte der Feldspieler hat sich Günes noch nicht festgelegt.
Zum Ende der zurückliegenden Vorbereitung, mit den hitzebedingten Absagen zwischendurch, lief es rund. Beim 4:2 Testspielsieg gegen den österreichischen Drittligisten FC Lauterach fiel die Mannschaft durch Einwechslungen keineswegs ab, im Gegenteil. Und auch die Pokalvorstellung beim FC Thalhofen (6:0) am vergangenen Wochenende war gelungen, mal abgesehen davon, dass es für Günes „doppelt so hoch“ hätte ausgehen müssen.
Was ist drin in dieser Saison nach dem vorzeitig geglückten Klassenerhalt in der Wiederaufstiegs-Saison zuletzt? „Wir haben uns vorgenommen den 12. Platz zu übertreffen“, will Günes mit der hinteren Region möglichst gar nicht in Kontakt kommen. Dazu ist natürlich ein guter Start wichtig. Das Auftaktprogramm, unter anderem mit Bayern II und Unterhaching noch im August, ist nämlich nicht ohne.