
Max Zeller fiebert seinem Heimdebüt für den FC Memmingen entgegen, bereitet sich gut vor und tippt einen 2:0-Sieg gegen Ansbach. Schon als Kind spielte Fußball die erste Geige, schreibt die Allgäuer Zeitung im Vorfeld auf das FCM-Heimspiel gegen die SpVgg Ansbach:
Dieser Samstag ist für Max Zeller gut durchgetaktet. Nicht zu spät aufstehen, viel trinken, so gegen 11 Uhr essen, und zwar den Klassiker für Sportler: Nudeln mit Tomatensauce, damit der Kohlenhydrat-Haushalt stimmt. Der 27-Jährige ist Innenverteidiger beim FC Memmingen, Neuzugang aus Illertissen, und wenn um 14 Uhr die Partie gegen die SpVgg Ansbach, punktloses Schlusslicht in der Fußball-Regionalliga Bayern, angepfiffen wird, feiert Zeller eine Premiere: Zum ersten Mal trägt er im Memminger Stadion das Trikot des Gastgebers FCM (6. Platz/3 Punkte).
Immerhin ist er in dieser Arena schon das ein oder andere Mal auf dem Rasen gestanden. Allerdings als Spieler des FV Illertissen, sogar als Kapitän. Künftig aber als Abwehrchef des FCM, als defensive Führungspersönlichkeit, die dem Spiel der Allgäuer von hinten heraus mehr Stabilität geben soll, wie es sich nicht nur Zweiter Vorsitzender Serge Ahrens wünscht. Womöglich zu viel Last auf den Schultern des Neuzugangs? „Nein“, sagt Max Zeller, „kein Problem, die Aufgabe nehme ich gerne an.“
Schon bei der Beschreibung des Ablaufs an einem Spieltag, wird deutlich, wie ernst er den Sport nimmt. Stichwort gesunde Ernährung. „Sehr wichtig“, sagt Zeller, „wobei die nicht nur bei Sportlern eine große Rolle spielen sollte.“ Eine große Rolle hat in seinem Leben stets der Fußball gespielt. Als Kind und Jugendlicher so sehr, dass daneben nichts anderes mehr Platz hatte. Ok, die Schule vielleicht. Der gebürtige Illertisser wechselte einst vom SV Tiefenbach zur Nachwuchsabteilung des FC Augsburg. „Ich glaube, da muss ich so um die 13 oder 14 gewesen sein“, rechnet Zeller. Was er allerdings noch genau weiß: Gleich nach der Schule ging’s zum Bahnhof – Fahrt nach Augsburg zum Training. Gegen 22 Uhr war er wieder zu Hause. Vermutlich hundemüde. Vermutlich aber auch irgendwie glücklich. Wer jemals sein Herz an den Fußball verloren hat und entsprechendes Talent mit in die Waagschale zu werfen vermag, kann die Träume eines 16- oder 17-jährigen Max Zellers gut verstehen: „Natürlich hatte ich den Wunsch, Profifußballer zu werden.“ Ansonsten betreibt man so einen immensen Aufwand nicht.
Nach seiner Jugend-Zeit kehrte er allerdings wieder zurück nach Illertissen und spielte schon als 19-Jähriger in der Regionalliga. Sein Weg führte ihn freilich (noch) nicht in eine Profiliga. Mit ein Hindernis war damals vermutlich eine schwerere Knieverletzung.
Heute sagt er zwar, man solle niemals nie sagen, also auch was den Sprung in den bezahlten Fußball betrifft. Aber er stellt auch klar: „Mein Fokus liegt inzwischen auf meinem Beruf.“ Zeller arbeitet als Produktions-Ingenieur in der Region, und sein Wechsel nach Memmingen, nur eine halbe Autostunde weiter südlich, beeinträchtigt ihn in seinem Beruf nicht.
Mit ein Grund, weshalb er sich für den FCM entschieden hat. Denn es habe auch noch zwei, drei andere Angebote gegeben. Er verrät zwar nicht welche, aber wie er das sagt, hört es sich nach ambitionierten Klubs an, die allerdings so weit entfernt gewesen wären, dass er hätte umziehen müssen. Also auch Kündigung der Arbeitsstelle.
In Memmingen fühlt sich der Neuzugang nach eigenen Worten wohl, fiebert dem ersten Heimspiel in einem Stadion entgegen, das ansprechender sei als jenes in Illertissen, und prophezeit: „Wir gewinnen mit 2:0.“ Der Abwehrchef scheint angekommen zu sein im Allgäu und lobt den Teamgeist: „Tolle Truppe, guter Zusammenhalt, sehr gutes Klima innerhalb der Mannschaft.“ Was er dem FCM in dieser Saison zutraut? Auf jeden Fall eine bessere Platzierung als die des FV Illertissen. Ok, das muss er natürlich sagen und deshalb wird diese Frage des Reporters auch noch mit einem entsprechenden Lächeln beantwortet.
„Wir sind vom Trainer läuferisch bestens vorbereitet und verfügen auch über spielerische Qualitäten“, nennt er Gründe für eine möglicherweise erfolgreiche Saison. Matthias Günes hatte im Januar erstmals mit Zeller Kontakt aufgenommen und ihm einen Wechsel nach Memmingen schmackhaft gemacht. Die Argumente vom FCM-Coach müssen nicht die schlechtesten gewesen sein.
Von Freddy Schissler – Allgäuer Zeitung vom 01.08.2026 – Foto (C) Hannah Brenner