Dicke Luft: FC Memmingen muss um Klassenerhalt bangen

Nach der 1:2 (1:1)-Heimspiel-Niederlage seines FC Memmingen in der Fußball-Regionalliga gegen die SpVgg Bayreuth hat Bernd Maier die aktuelle Gesamtsituation des FCM ehrlich und direkt auf den Punkt gebracht. Der Memminger Cheftrainer hielt bei der Pressekonferenz nach dem Spiel fest: „Nach der sechsten Niederlage in Folge kann man nicht mehr viel Gutes sagen.“ Was Maier an diesem Tag zusätzlich frustrierte, war der Umstand, dass die direkten Konkurrenten im Abstiegskampf fleißig punkteten. Was wiederum zur Folge hat, dass die Allgäuer kurz vor der Winterpause bereits sieben Zähler Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze haben.

Den besseren Start in der Memminger Arena erwischten vor gut 700 Besuchern die Gäste aus Oberfranken. Bei zwei Halbchancen deuteten sie ihr Potenzial schon einmal an. Praktisch im Gegenzug segelte der Abschlussversuch von FCM-Abwehrspieler Fabian Lutz weit über das Gehäuse (8. Minute). Im weiteren Verlauf konnten sich die Gastgeber zunehmend aus der Bayreuther Umklammerung befreien.

Nun bekamen sie das Spiel besser in Griff, wodurch sie sich größere Spielanteile sichern konnten. Und sie belohnten sich dafür: Ein weiter Schlag von Lutz aus dem halblinken Mittelfeld in den Lauf von David Bauer hebelte die Gästedeckung für einen Moment lang komplett aus. Und Bauer – genau wie Lutz ein Defensivakteur – lupfte die Kugel dann elegant über Keeper Luca Petzold hinweg ins Tor: Der FCM führte mit 1:0 (29./im Bild).

Die Freude währte nicht lange, denn lediglich vier Minuten später „haben wir uns das Ausgleichstor dann nahezu selbst eingeschenkt und uns den Stecker selbst rausgezogen“, kritisierte Trainer Maier. Bayreuths Tim Latteier hatte einen über die rechte Seite vorgetragenen Konter mit dem Treffer zum 1:1 abgeschlossen (33.). Sieben Minuten vor dem Seitenwechsel verzeichneten die Memminger dann noch eine doppelte Großchance: Dominik Stroh-Engel setzte einen schulmäßigen Kopfball ans Lattenkreuz. Der zurückspringende Ball fiel Tiziano Mulas vor die Füße, doch dessen Nachschuss prallte an der Gästeabwehr ab. So ging es mit einem leistungsgerechten 1:1 in die Pause.

In der Anfangsviertelstunde des zweiten Durchgangs setzten hauptsächlich die Bayreuther die Akzente. Als dann in der 58. Minute Memmingens David Bauer nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz flog, tobte das Volk auf den Rängen. „Insgesamt war Gelb-Rot hier legitim, wenngleich man über die erste Gelbe diskutieren kann“, analysierte Coach Maier nach der Partie. Das Match wurde nun zusehends intensiver und die Zweikampfführung aggressiver. Nun herrschte sowohl auf dem Platz, als auch auf der Tribüne eine aufgeladene Stimmung – Stichwort Abstiegskampf. Bis zur 86. Minute durften die personell dezimierten Hausherren zumindest auf einen Teilerfolg hoffen. Doch dann schlug Edwin Schwarz eiskalt zu: Obwohl die Memminger in dieser Szene im eigenen Strafraum in Überzahl waren, konnten sie den Siegtreffer der Wagnerstädter zum 1:2-Endstand nicht verhindern.

Über die Gesamtsituation beim FCM sagte Trainer Maier nach dem Spiel: „Wir sind sicher konkurrenzfähig in dieser Liga. Aber uns fehlen zurzeit die personellen Alternativen, die Joker.“ Seine Mannschaft verliere „die Spiele immer knapp, wir haben uns oft selbst geschlagen.“ Da wird es Maier kaum trösten können, dass die Bayreuther trotz ihres Sieges nicht unbedingt in Begeisterung verfielen. Co-Trainer Lukas Kling sprach abschließend von einem „dreckigen Sieg mit einer Portion Glück.“

FC Memmingen: Dewein – Dolinski, Gräser, Bauer, Lutz (89. Brugger) – Konrad – Moser (82. Sailer Fidalgo), Mulas (81. Peter), Bareis, Maier – Stroh-Engel (63. Morina).

SpVgg Bayreuth: Petzold – Kehl (76. Ketzer), Heckmann (61. Haubner), Moos, Schwarz , Latteier, Mintal (72. Mbila), Syhre, George (72. Fenninger), Zietsch (80. Ismail), Wieselsberger.

Tore: 1:0 Bauer (29.), 1:1 Latteier (33.), 1:2 Schwarz (86.). – Schiedsrichter Ehrnsperger (Rieden). -Gelb-Rot: Bauer (58./FCM/wiederholtes Foulspiel). – Zuschauer 711.

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Von Dominik Prähofer – Allgäuer Zeitung vom 13.11.2023 – Foto (C) Siegfried Rebhan

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