FC Memmingen für die Frühjahrsrunde gut gerüstet

Die Vorrunden-Bilanz beim Regionalligisten FC Memmingen konnte sich sehen lassen. Allerdings gab es in den beiden Rückrunden-Spielen, die vor der Winterpause ausgetragen wurden, zwei Niederlagen. Von einem einstelligen Tabellenplatz ging es runter auf Rang elf. Durch einige Spielausfälle ist das Ranking aber ziemlich schief. Das Polster mit zehn Punkten Vorsprung auf die Gefahrenzone ist aber passabel. Am 28. Februar geht es mit einem schweren Auswärtsspiel beim Nachbarn und Tabellenvierten FV Illertissen weiter. „Wir sind noch nicht durch“, sagt Trainer Matthias Günes beim Blick auf die Tabelle, „es sind noch 15 Spiele, da brauchen wir noch 15 Punkte“. Die 40-Zähler-Marke dürfte zum Klassenerhalt reichen.

Seit Anfang Januar läuft die Wintervorbereitung, anfangs noch mit individuellen Laufeinheiten, seit drei Wochen auch wieder das Mannschaftstraining. Hier gab es einige neue Gesichter zu sehen. So gab es mit Kevin Haug vom TSV Kottern und dem zuletzt vereinslosen Flemming Schug zwei Rückkehrer an ihre frühere Wirkungsstätte zu vermelden. Angreifer Haug will mit seinen 30 Jahren die Herausforderung Regionalliga noch einmal annehmen. Schug will sich zunächst über die U21-Mannschaft empfehlen. Bekannte Namen in Fußballerkreisen haben die Neuzugänge Rufus Roth und Constantin Kresin. Roth (23) ist der Enkel von FC-Bayern-Legende Franz „Bulle“ Roth. Der Marktoberdorfer schließt sich nach einem längeren USA-Aufenthalt dem FC Memmingen an. Für Günes ist der Innenverteidiger ein „Wunschspieler“, den er noch aus seiner eigenen Zeit in Kottern kennt. Kresins Vater Sven war auch Fußballprofi. Filius Constantin kommt vom FC Augsburg II und will in Memmingen mehr Spielpraxis bekommen. Bei der Augsburger Zweitvertretung war die Konkurrenz auf seiner Position groß. Beim FCM dürfte die Aussichten besser sein, zumal mit Nico Nollenberger ein Flügelflitzer fehlen wird. Die Lücke muss geschlossen werden, weil Nollenberger im Winter ein Angebot des SV Sandhausen angenommen hat und die Memminger ihn gegen eine Ablöse ziehen ließen. Sandhausen spielt zwar in der Regionalliga Südwest wie Memmingen viertklassig, arbeitet aber unter Profibedingungen. Weitere Abgänge aus dem Kader der ersten Mannschaft sind Oktay Leyla und Kutay Yel, deren Verträge aufgelöst wurden. Bei Yel hat sich die berufliche Situation verändert, so dass er den Aufwand hochklassig zu trainieren und zu spielen nicht mehr stemmen kann.

Quantitativ sieht Günes die Abgänge gut durch die Neuzugänge aufgefangen, auch qualitativ sollte es passen, denn auch einige der zum Teil lange verletzten Spieler kehren zurück. Allen voran Kapitän Lukas Rietzler. Der Führungsspieler konnte nach der schweren Verletzung im Freundschaftsspiel im Sommer gegen den Bundesligisten FC Augsburg noch gar kein Spiel bestreiten.

Sportlich sieht sich der Allgäuer Traditionsclub gut gerüstet, um den angepeilten Klassenerhalt möglichst schnell in trockene Tücher zu bringen. Auch abseits des Sportplatzes wird an der Zukunft gebaut. Bei der Mitgliederversammlung am 26. Februar soll sich die Führungsriege wieder komplettieren. Der seit einem Jahr im Amt befindliche Vorsitzende Andreas Minkenberg wird wieder kandidieren, ebenfalls der langjährige Schatzmeister Markus Kramer. Der 2. Vorsitzende Thomas Reichart wird ausscheiden, weil er den Aufwand für dieses Amt nicht mehr stemmen kann, bleibt aber in anderer Funktion erhalten.

Mit Serge Ahrens konnte ein Kandidat für den Posten des Sportvorstandes, den es künftig in dem geschäftsführenden vierköpfigen Präsidium geben soll, gewonnen werden. Ahrens war bis vor kurzem fast zehn Jahre ehrenamtlich beim FV Illertissen tätig, die letzten drei Jahre im Vorstand für den Bereich Entwicklung und Infrastruktur. Der Vierte im Bunde soll künftig Harald Rehklau sein. Der Realschul-Rektor ist seit vielen Jahren Fitnesstrainer im Club und seit einem Jahr auch Team-Manager der Regionalliga-Truppe. Bei der Mitgliederversammlung soll auch berichtet werden, wie die bisherigen Anstrengungen verlaufen sind, den FC Memmingen auf eine solide Zukunftsbasis zu stellen. Dies betrifft vor alllem eine Lösung für das vereinseigene Multifunktionsgebäude e-con ArenaPark.

Die Lokale – Ausgabe 02/2026 – Fotos (C) Olaf Schulze / Siegfried Rebhan

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