“Nicht uns selbst, sondern den Gegner schlagen”

Wahrnehmungen sind so eine Sache. Manchmal könnten Einschätzungen unterschiedlicher nicht sein. Durch die Niederlage beim SV Schalding-Heining hat der FC Schweinfurt (4. Platz / 10 Punkte) den Sprung an die Tabellenspitze der Fußball-Regionalliga Bayern unter der Woche verpasst. Die Schaldinger überholten wiederum mit ihrem ersten Saisonsieg den FC Memmingen (17. / 4 Punkte), der damit vor dem 6. Spieltag Vorletzter ist. Und am Freitagabend (19 Uhr) tritt nun Schweinfurt in der Memminger Arena an der Bodenseestraße an. Von der Papierform eine klare Angelegenheit – eigentlich. „Memmingen ist trotzdem Favorit“, sagt Schweinfurts Trainer Marc Reitmeier, was im Allgäu schon ein bisschen für Verwunderung sorgt. Die „Schnüdel“ haben einige Verletzte, wollen deshalb auf dem Transfermarkt nochmal nachlegen und zwei weitere Spieler verpflichten.

Ausfälle gibt es auch beim FC Memmingen einige, aber bis zum Transferschluss am 1. September sind keine Neuzugänge mehr geplant. Im Gegenteil: Der Vertrag mit Mehmet Fidan, der heuer in den Punktspielen noch gar nicht zum Einsatz kam, wurde im beiderseitigen Einvernehmen aufgelöst. Nachschub gibt es von unten. Maximilian Dolinski rückte zuletzt schon aus der U21 nach. Leonard Maucher und möglicherweise auch Luka Arslan stehen am Freitagabend im Regionalliga-Kader.

Nach dem 0:4 in Vilzing war in dieser Woche viel Seelenmassage angesagt, lässt Co-Trainer Bernd Maier (links im Bild mit Noah Müller) durchblicken: „Wir haben ja schon gezeigt, dass wir es können. In Würzburg haben wir bewiesen, dass wir uns auch mit den stärksten Mannschaften einlassen können“. Schweinfurt hat sich zwar vom Profitum verabschiedet, nach wie vor aber viel Qualität in der Mannschaft und mit – der Name ist Programm – Severo Sturm den aktuellen Top-Torjäger der Liga mit sechs Toren in fünf Spielen in seinen Reihen. 13 Tore hat Schweinfurt insgesamt schon auf dem eigenen Konto, Memmingen erst vier – aber schon elf Mal hat es im eigenen Kasten geklingelt.

Die eigene Fehlerquote muss deutlich reduziert werden, blickt Maier noch einmal kurz auf die beiden ersten fatalen Gegentore in Vilzing zurück. Gegen Schweinfurt gilt es nun, „dass wir uns nicht selbst, sondern den Gegner schlagen“. Im Tor wird Dominik Dewein stehen. Die Entscheidung, dass der 24-jährige Neuzugang erst einmal die Nummer eins zwischen den Pfosten sein wird, ist schon vor Vilzing gefallen. Tobias Werdich (20) war über die Entscheidung verständlicherweise nicht begeistert, nimmt es aber sportlich und „hängt sich im Training voll rein“, wie Maier weiter berichtet.

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