Vor draußen zuschauen zu müssen ist für einen Herzblut-Fußballer wie Lukas Rietzler das Schlimmste. Nach seiner Schulterverletzung, die er sich im Regionalliga-Spitzenspiel gegen den TSV Buchbach (0:1) zugezogen hat, wird der Kapitän auch diesen Samstagnachmittag fehlen, wenn für seinen FC Memmingen (2. Platz / 24 Punkte) das nächste Gipfeltreffen ansteht. Es geht ab 14 Uhr gegen den direkten Verfolger VfB Eichstätt (3. / 21 Punkte).
„Im Alltag merke ich es kaum, habe keine Schmerzen, kann im Fitness-Studio aufs Rad. Joggen geht auch“ – nur eben Fußballspielen nicht. Rietzler hat sich nach einigen Arztterminen noch nicht entschieden, ob er die Verletzung weiter konservativ behandeln oder sich gleich operieren lässt. Früher oder später wird er um einen Eingriff aber nicht herumkommen. Prominenter Leidensgenosse: Jude Bellingham hat Ähnliches durchgemacht, spielte anderthalb Jahre bei Real Madrid mit einer Bandage, weil er nichts verpassen wollte, war aber erst nach einer OP wieder ganz der Alte.
Auch wenn er „Training, Kabine und die Spiele“ vermisst, „das letzte Mal war es noch schlimmer“, blickt Lukas Rietzler auf die lange Leidenszeit in der vergangenen Saison zurück, als er nach dem Wiederaufstieg die komplette Hinserie ausfiel. Auch damals musste es einige Zeit ohne den Antreiber gehen. Lob hat der 29-jährigen für den acht Jahre jüngeren Timo Schmidt, der für ihn beim 1:0-Auswärtssieg in Aubstadt wieder auf die Sechser-Position gerückt ist: „Timo kannst Du überall hinstellen“. Aber auch alle anderen können aus Rietzlers Sicht Lücken schließen: „Wir haben Qualität. Da hat sich die letzten zwei, drei Jahren unter Matti und Candy krass was entwickelt“. „Matti“. das ist FCM-Trainer Matthias Günes, Candy Decker sein Assistent.
Mit dem erfolgreichsten Saisonstart der Vereinsgeschichte mischt der FCM oben mit. „Nach 12 Spielen ist es auch kein Glück“, sieht Rietzler die Mannschaft zu recht oben stehen. Etwas Glück wird am Samstag dennoch gebraucht. Denn wie sein „Capitano“ weiß auch Günes, dass die heimischen Fans sehnsüchtig auf Tore in der eigenen Arena warten. In den letzten fünf Heimspielen stand vorn die Null, dreimal hinten – so sprangen zumindest Punkte beim 0:0 gegen Burghausen, Vilzing und Unterhaching heraus. Nichts bleibt unversucht: Damit seine Stürmer die Tore in der Arena besser fixieren, darf Günes in Abstimmung mit Sportamt und Platzwart jetzt ab und zu Trainingseinheiten auf dem Hauptplatz abhalten.
Rietzler glaubt, dass der Knoten gegen Eichstätt platzen wird: „Die Chancen waren immer da. Wenn wir am Anfang oder in der ersten Halbzeit eins machen, dann gewinnen wir“. Denn jeder Gegner hat es momentan schwer gegen die „Memminger Stadtmauer“, die erst sieben Treffer kassiert hat, selbst zu treffen.
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