
Der FC Memmingen FC Memmingen spielt in der Regionalliga daheim 0:0 gegen Aschaffenburg. Vor den Augen des prominenten gegnerischen Sportvorstands ist die FCM-Defensive der Lichtblick, berichtet Dominik Prähofer für die Memminger Zeitung:
Als Felix Magath, auf der Nase eine dunkel getönte Sonnenbrille, unmittelbar nach dem Halbzeit-Pfiff die Haupttribüne des Memminger „e-con ArenaParks“ verließ und sich die Beine vertreten wollte, sprach ihn ein Zuschauer an. Beim Pausenstand von 0:0 zwischen dem FC Memmingen und Viktoria Aschaffenburg in der Fußball-Regionalliga wollte der Fan vom Sportvorstand der Unterfranken ein kurzes Zwischenfazit zur Leistung der Gäste hören. Magath, offenbar gerade schwer mit der Verarbeitung der gerade erlebten Magerkost beschäftigt, musste erst einmal lachen, dabei schien sich bei ihm eine innere Verkrampfung zu lösen. Dann antwortete der Europameister von 1980, Spitzname zu Trainerzeiten „Quälix“, spürbar genervt und grummelig: „Ja, zäh!“ Wie sich nach Spielschluss herausstellen sollte, hätte der Meistertrainer des VfL Wolfsburg (2009) mit dem Wort „zäh“ eigentlich das ganze Match gut beschrieben. Denn die Partie, die vor gut 600 Zuschauern torlos 0:0 endete, war auf die gesamte Spieldauer gesehen, kein sportlicher Leckerbissen.
Im ersten Durchgang erlebten die Zuschauer bei frühlingshaften Temperaturen eine aktive und spielbestimmende FCM-Elf. Das Team von Cheftrainer Matthias Günes erspielte sich bis zum Seitenwechsel fünf vielsprechende Torchancen, konnte jedoch keine davon verwerten.
Den Auftakt machte in der elften Minute ein Kopfball von David Günes, der allerdings am Aschaffenburger Gehäuse vorbeiflog. In der 23. Minute vergab dann David Bauer eine Riesenchance aus Nahdistanz. Weitere sieben Minuten später scheiterte Philipp Kirsamer aussichtsreich vor Viktoria-Keeper Eric Verstappen. Sprung in die 38. Minute: Nach einem von links hereingetretenen Eckball traf Angreifer Günes aus fünf Metern Entfernung mit dem linken Fuß nur den rechten Pfosten. Und in der Nachspielzeit fehlte Rufus Roth, dem Enkel von FC-Bayern-Legende Franz „Bulle“ Roth, nur ein bisschen Raum beim Torabschluss.
Echte Aschaffenburger Offensiv-Szenen gab es bis zum Seitenwechsel schlichtweg nicht. Das änderte sich in der 56. Minute: Der 24-jährige Hady Kallo kam nach einer Rechtsflanke zum Abschluss – der Angreifer aus Guinea blieb jedoch glücklos. Weiter 0:0. Ein Großteil des Spielgeschehens spielte sich nun zunehmend im Mittelfeld ab. Dort neutralisierten sich die beiden Mannschaften.
Als dann mit dem 0:0 das zweite Remis der Memminger nach der Winterpause feststand, war FCM-Trainer Matthias Günes zwar enttäuscht, allzu hart wollte er mit seinen Kickern aber nicht ins Gericht gehen. Er monierte, dass „wir in der ersten Habzeit eigentlich hätten in Führung gehen müssen.“ In der zweiten Hälfte hätten die Aschaffenburger dann „sehr leidenschaftlich verteidigt.“ Seine Jungs hätten dagegen „nicht in den Rhythmus gefunden.“ Gegen Ende der Partie sei das Regionalliga-Duell von „vielen kleinen Fouls und Verletzungsunterbrechungen“ geprägt gewesen.
Zwei Aspekte lobte der Cheftrainer dagegen ausdrücklich: „Wir haben hinten konsequent alles wegverteidigt.“ Und zweitens: „Wir waren das gesamte Spiel über sehr diszipliniert beim Verteidigen von gegnerischen Umschaltsituationen.“
Von Dominik Prähofer – Allgäuer Zeitung vom 09.03.26 – Fotos (C) Siegfried Rebhan