
Am Sonntag geht der Flieger zur Abschlussfahrt nach Mallorca, am Samstag (14 Uhr) steht zuvor für den FC Memmingen (12. Platz / 39 Punkte) noch das letzte Saisonspiel in der Regionalliga Bayern beim FC Augsburg II (14. / 34 Punkte) an. Die Memminger können es befreit angehen, für die Gastgeber geht es noch um den Klassenerhalt. Mit einem Sieg wären die Augsburger Profi-Reserve gesichert, ansonsten könnte es in die Abstiegsrelegation gehen. Lokalrivale Schwaben Augsburg ist vor dem Saisonfinale punktgleich, hat aber das deutlich schlechtere Torverhältnis. Das Momentum spricht mit vier Siegen in Folge für den FC Augsburg II gegenüber den „Schwabenrittern“, die von den letzten fünf Begegnungen nur einmal in Memmingen gewonnen, alle anderen aber verloren haben. Der FCM braucht indes nicht zu zittern, kann im Abstiegskampf aber für die schwäbischen Konkurrenten das Zünglein an der Waage spielen.
Trainer Matthias Günes kann schon jetzt gelassen auf eine erfolgreiche Runde zurückblicken und gibt Einblicke in ein ereignisreiches Jahr: „Wir wurden mit dem Klassenerhalt belohnt, den ich persönlich als Sensation betrachte, wenn man weiß, wo wir angefangen haben“. Der Grundstock wurde in einer äußerst starken Vorrunde gelegt, was für den 43-jährigen nicht überraschend kam. Nach der Bayernliga-Meisterschaft und dem Wiederaufstieg wurde inhaltlich und von der Struktur her nicht viel verändert. „Das ist zu hundert Prozent aufgegangen, was die Hinrunde angeht, und hat unsere Erwartungen übertroffen“, sah Günes nach dem Winter Sand aber im Getriebe.
Dinge in der Entwicklung liefen anders, als er es sich vorgestellt hatte, die Gegner hatten sich auf das Memminger Spielsystem eingestellt. Pech mit Verletzungen und Spielverläufen kamen hinzu, „aber auch, dass ich in der neuen Situation Fehler gemacht habe“, reflektiert der Coach selbstkritisch. Der Rückhalt blieb auch als sechs von sieben Spielen verloren gingen. Günes lobt in dieser Phase den Zusammenhalt nicht nur der Spieler, sondern in seinem direkten Umfeld: „Ich hatte nicht einmal das Gefühl, dass die Entscheider im Verein unruhig werden. Das war das Besondere. Diese Ruhe hat auf die Mannschaft ausgestrahlt“. Als ganz besonders sieht er auch die Konstellation beim Allgäuer Traditionsclub in der Sportlichen Leitung. Vereinsikone Esad Kahric ist mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung tagtäglich mit dabei. Mit Christian Braun und Robert Manz bringen sich zwei ehemalige Spieler (und Trainer) inhaltlich viel ein. „Dieses Feedback ist mir unheimlich wichtig und hilft, weil ich die Spielerfahrung auf diesem Niveau nicht hatte und das weiß“.
Dass die Chemie im engen Zirkel stimmt, zeigt dass sich beide Seiten auf eine vorzeitige Vertragsverlängerung um weitere drei Jahre bis Sommer 2029 verständigt haben und damit ein deutliches Signal nach innen und außen senden. „Matthias ist nicht nur sportlich ein wichtiger Faktor, sondern auch menschlich eine tragende Säule innerhalb des FC Memmingen“, sagt der im Winter dazugestoßene neue Sportvorstand Serge Ahrens, „wir glauben an Kontinuität. Und wir glauben an den gemeinsamen Erfolg!“
Zur Person: Matthias Günes hatte die Mannschaft im Winter 2024 übernommen und in der Regionalliga-Abstiegssaison bereits einen Umbruch mit der Abkehr von ehemaligen Profikickern eingeleitet. Zuvor hatte der ehemalige Spieler des TSV Kottern bereits die U19 des Vereins betreut. In seiner Zeit in Kottern arbeitete er bereits mit Esad Kahric zusammen. In der Saison 2024/2025 gelang mit dem Meistertitel in der Bayernliga Süd die sofortige Regionalliga-Rückkehr. In dieser Saison wurde unter der Regie von Günes als Aufsteiger vorzeitig der Verbleib in der vierten Liga geschafft – mit der weiteren Förderung und dem Einbau von eigenen Talenten.
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Fotos (C) Hannah Brenner, Siegfried Rebhan