Herbst-Meisterschaft greifbar: Zuhause gegen Schweinfurt punkten

Der FC Memmingen hat erneut ein Top-Heimspiel vor der Brust. Als Tabellenführer geht es am Samstag um 14 Uhr gegen den Drittliga-Absteiger 1. FC Schweinfurt 05, der mit seinem bisherigen Saisonverlauf aber nicht zufrieden sein darf. Bei einem Heimsieg ist die Herbstmeisterschaft für die Mannschaft von FCM-Trainer Matthias Günes in der Regionalliga Bayern zum Greifen nah. Der Spitzenreiter hofft deshalb auf eine vierstellige Kulisse am e-con ArenaPark im Memminger Stadion.

Mit zwei Siegen und drei Unentschieden hinkt der FCM in der Heimbilanz der unglaublichen Auswärtsstärke mit acht „Dreiern“ in Folge hinterher. Ein FCM-Fan scherzte schon in den Sozialen Medien, dass sich die Spieler vor dem Samstag-Heimspiel in den Mannschaftsbus setzen und eine Stunde um die Stadt herumfahren sollten, um Auswärtsfeeling zu erzeugen. Zuhause passten zwar die Ergebnisse nicht immer, an den Leistungen lässt sich aber wenig kritisieren. So war das 1:2 zuletzt gegen Vorjahres-Meister 1. FC Nürnberg eine Begegnung auf hohem Regionalliga-Niveau – nur das Happy-End fehlte.

Beim Gegner Schweinfurt sieht es anders aus. Nach dem direkten Wiederabstieg aus der 3. Liga werden zwar kleinere Brötchen gebacken, die Ansprüche sind aber doch deutlich größer als die momentane Ausbeute mit 17 Punkten auf dem 15. Tabellenplatz – nur kurz vor der Gefahrenzone. Vor dem knappen 2:1 Heimsieg im Kellerduell gegen den TSV Landsberg, das für etwas Erleichterung sorgte, aber die Schwierigkeiten nur kaschierte, wurde Trainer Jan Gernlein das Vertrauen von der sportlichen Leitung ausgesprochen. Der Coach selbst nimmt jetzt seine Spieler stärker in die Pflicht, nachdem er sich zuvor immer schützend vor das Team gestellt hatte.

Beim FC Memmingen herrscht sportlich angesichts der Spitzenplatzierung dagegen Eitel Sonnenschein. Der Vorsprung vor Verfolger Buchbach beträgt aktuell vier Punkte, vor der SpVgg Unterhaching sind es fünf und vor dem TSV 1860 München sogar sechs. Noch deutlicher wird es beim Blick nach unten. Satte 20 Zähler beträgt bereits der Abstand auf die Abstiegszone. Wenn der Lauf so weitergeht, dann ist der ursprünglich angepeilte sichere Ligaverbleib schon zur Winterpause eingetütet. Noch ist das aber Zukunftsmusik.

Die Konzentration gilt erst einmal den „Schnüdeln“ aus Franken. Das Memminger Personal-Tableau ist gegenüber dem 2:0 Auswärtserfolg in Eltersdorf nahezu unverändert. Lediglich hinter Rufus Roth steht wegen Schulterproblemen noch ein Fragezeichen. Kapitän Lukas Rietzler will nach seiner Schulterverletzung in der kommenden Woche wieder voll in die Trainingsarbeit einsteigen. David Remiger macht ebenfalls Fortschritte.

Matthias Günes blickt vor dem erneuten Treffen mit Schweinfurt, auf ein Duell zurück, in dem es – wie oft gegen diesen Gegner – hoch herging. Am 2. März 2024 saß er zum ersten Mal in der Regionalliga als Cheftrainer auf der Bank und kassierte am Ende eine Rote Karte. „Das dürfte noch nicht vielen Trainern bei Ihrem Einstandsspiel passiert sein“, schmunzelt der 43-jährige heute darüber. Der Grund für den Platzverweis in einer turbulenten Partie war seinerzeit, dass Günes wegen Jubelns über den vermeintlichen Siegtreffer auf den Platz gestürmt war. In dramatischen Schlussminuten war zunächst ein 2:0 Vorsprung verspielt worden. Dann zappelte Ball noch einmal im Schweinfurter Netz – der Treffer zählte aber nicht.

Schiedsrichter der Begegnung ist Markus Huber vom SSV Wurmannsquick, der den FCM zuletzt beim 0:3 gegen den TSV 1860 München pfiff.

Rund ums Spiel: Im Rahmen der Vereinseinladungen für Meister- und Aufstiegsmannschaften der Region sind die Frauen des FSV Wehringen, der SV Dickenreishausen und der SV Rieden am Forggensee in der Arena zu Gast. Die Einlaufkinder stellt der Memminger Kindergarten Sankt Nikolaus. Spielball-Pate ist Markus Laupheimer vom Brauereigasthof Laupheim in Günz, dem VIP-Catering-Partner des FCM. Aus Schweinfurt wurden zwischen 100 und 150 Fans angekündigt, die in den Gästeblock gebeten werden. Eine strikte Fantrennung gibt es nicht, aber verstärkte Einlasskontrollen. Kassen- und Arena-Öffnung ist um 13 Uhr. Tickets sind online und im Vorverkauf günstiger als an der Tageskasse.

TICKETS

STADIONZEITUNG „ARENA AKTUELL“

LIVETICKER

.

Fotos (C) Hannah Brenner, Olaf Schulze

WEITERE ARTIKEL