Fans und Tore dürfte es mehr sein

Üblicherweise wird im Fußball etwa nach zehn Spielen eingenordet, wohin der Weg einer Mannschaft führen kann. Bis dahin wird das frühe Abschneiden meist von den sportlichen Verantwortlichen unter dem Begriff „Momentaufnahme“ einsortiert. Der FC Memmingen (2. Platz / 17 Punkte) kann am Dienstagabend (19 Uhr) aber seine bereits äußerst erfolgreiche Startserie am 9. Regionalliga-Spieltag noch weiter entscheidend ausbauen. Und nicht nur das: Wenn beim zweiten Heimauftritt innerhalb weniger Tage gegen den SV Wacker Burghausen (11. / 10 Punkte) ein Sieg gelingt, dann zieht die Mannschaft von Trainer Matthias Günes sogar mit dem dieses Mal spielfreien Spitzenreiter TSV Buchbach gleich. Ein recht unbeschwerter Herbst könnte folgen …

Hinten stand beim FC Memmingen zuletzt dreimal in Folge die Null. Überhaupt musste die Abwehr um das starke Innenverteidiger-Duo mit Routinier Max Zeller und dem jungen Timo Schmidt erst sechs Gegentreffer hinnehmen. Drei davon allein gegen 1860 München – was mit 0:3 auch die bislang einzige Niederlage bedeutete. Auch gegen Vilzing wurde beim 0:0 am vergangenen Samstag nur wenig Ernsthaftes zugelassen. Vorne wäre, wie auch schon zuvor gegen Unterhaching (ebenfalls 0:0), mehr möglich gewesen. Aber angesichts der bisherigen unerwartet starken Ausbeute, lässt Günes Kritik an seiner Offensive nicht zu. Es liegt nicht daran, dass keine Chancen generiert würden – im Gegenteil.

Sportlich herrscht beim FC Memmingen nahezu eitel Sonnenschein, nur der Zuschauerzuspruch gegen die DJK Vilzing war mager. Statt der nur 539 Besucher war eigentlich zum „Überraschungs-Gipfeltreffen“ eine vierstellige Kulisse erwartet worden. Zweiter gegen Dritten, viel mehr Spitzenspiel geht eigentlich nicht. „Was will man mehr bieten“, war FCM-Schatzmeister Markus Kramer enttäuscht.

Wer ansonsten in diesen Tagen mit Spielern spricht, erhält zwar selbstbewusste, aber auch demütige Antworten auf die Frage, warum der FCM so gut im Rennen liegt. Übrigens zuletzt gleich mit acht Spielern in der Startelf, die aus der eigenen Nachwuchsarbeit stammen. „Ich bin nicht krass überrascht“, sagt beispielsweise Kapitän Lukas Rietzler, „weil wir schon wissen, was wir können. Ich glaube, wir haben eine sehr gute Selbsteinschätzung. Wir hatten auch Spiele, wo wir Glück hatten, wo wir es einfach gezogen haben“. Für Rietzler ist es ohne Frage ein guter Start: „Bis jetzt schaffen wir es ganz gut unsere Qualität auf den Platz zu bringen und schaffen das meist besser als unsere Gegner“.

Die Chance, das auch gegen Wacker Burghausen zu tun, ist am Dienstagabend wieder vorhanden. Der ehemaligen Zweitligist blieb bislang deutlich unter den Erwartungen und zeigt sehr wechselvolle Leistungen. Ein wildes Spiel wurde beim 4:5 Torspektakel gegen Vilzing geliefert. Der 4:2 Auswärtssieg in Bayreuth brachte dann nach vier Niederlagen nicht die erhoffte Wende, denn zuletzt wurde das Heimspiel gegen den TSV Landsberg mit 1:2 verloren – es war der erste Regionalliga-Sieg des Aufsteigers überhaupt.

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