Der FC Memmingen hat wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden und seine Durststrecke überwunden. Dank einer starken zweiten Halbzeit gelang im Regionalliga-Aufwärtsspiel am Dienstagabend bei der SpVgg Ansbach ein 3:1 (0:1). Der Sieg war in vielerlei Hinsicht wichtig: Zum einen, weil die Negativserie nach vier Niederlagen gestoppt wurde. Zum anderen konnte trotz der Ergebnisse der Teams im Tabellenkeller der Vorsprung von sieben Punkten auf die Gefahrenzone gehalten werden.
„Auch nach zuletzt vier Niederlagen hatten wir die Moral und die innere Stabilität im Team“, lobte FCM-Trainer Matthias Günes, „für eine mutige und leidenschaftliche Leistung in der zweiten Halbzeit haben wir uns mit drei Punkten belohnt.“ Der Aufsteiger machte damit einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt. Damit besteht nun die Chance in zwei aufeinanderfolgenden Heimspielen am Freitag gegen den SV Wacker Burghausen und am Dienstag darauf in der Nachholpartie gegen den TSV Schwaben Augsburg schon vorzeitig die Regionalliga-Zugehörigkeit für ein weiteres Jahres zu sichern.
Die Ansbacher hatten die für den Ligaverbleib notwendige 40-Punkte-Marke schon vor dem 30. Spieltag erreicht und wollten endlich gegen Memmingen einmal gewinnen, was in der Regionalliga noch nicht gelang. In der ersten Halbzeit hatten die Gastgeber ein Chancenplus und lagen nicht unverdient durch Ben Müller vorn (23. Minute). Der wiedergenesene FCM-Angreifer Philipp Kirsamer, der schon in der ersten Hälfte zwei hochkarätige Möglichkeiten hatte, läutete den 1:1 Ausgleich ein. David Günes staubte mit seinem zehnten Saisontreffer ab (49.). FCM-Trainer Matthias Günes, der auf den Gelb-gesperrten Abwehrchef David Bauer verzichten musste, hatte mit Auswechslungen (Barbera/Paschek für Remiger/Vetter) zur Pause entscheidend an den Stellschrauben gedreht, weil Ansbach in Durchgang eins vor allem gefährlich über die rechte Seite kam. Dies sollte entscheidend werden. Zunächst nahm Lukas Rietzler bei seinem Startelf-Comeback ein Geschenk zum Führungstreffer dankbar an. SpVgg-Torhüter Mottl legte dem Kapitän bei einem Abspielfehler den Ball beim 1:2 quasi vor (63.). Mit einem Traumtor sorgte der eingewechselte Marcello Barbera für die Entscheidung. Einen zunächst von Mottl abgewehrten Eckball nahm er volley zum 1:3 (69.).
Der SpVgg Ansbach gelang in der Folge nichts mehr, so war deren junger Trainer Niklas Reutelhuber ziemlich angefressen: „Wenn man in der Regionalliga gewinnen will, braucht man über 90 Minuten eine gute Leistung. 45 Minuten reichen da nicht“. Die Allgäuer bleiben so etwas wie der Angstgegner für die Mittelfranken und hätten am Ende das Ergebnis sogar noch höher schrauben können. „Wir haben das Spiel hochverdient gedreht und gewonnen“, lautete das Fazit von Matthias Günes nach einer insgesamt fairen Partie, in der Schiedsrichter Christopher Knauer (Isling) mit nur einer Verwarnung gegen Ansbachs Riko Manz auskam. Gut für Memmingen, weil die mit vier Gelben Karten vorbelasteten Maximilian Dolinski, Fabian Lutz und David Remiger am Freitag gegen Burghausen mitwirken können.
SpVgg Ansbach: Mottl – Oberseider (78. Seefried), Weeger, Althaus (85. Hahn), Dietrich, Manz, Müller, Kroiß, Landshuter (63. Hayer), Mata (78. Zimmermann), Nuhanovic (70. Schmidt).
FC Memmingen: Dewein – Dolinski, Gräser, Schmidt, Remiger (46. Paschek) – Maier (64. Fusaro), Rietzler, Lutz, Vetter (46. Barbera) – Kirsamer, D. Günes (90. + 1 Michael Bergmann).
Tore: 1:0 (23.) Müller, 1:1 (49.) D. Günes, 1:2 (58.) Rietzler, 1:3 (69.) Barbera. – Schiedsrichter: Knauer (Isling). – Zuschauer: 623.

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Foto (C) FCM