FC Memmingen trauert um ältestes Mitglied Hugo Wolf

Den FC Memmingen erreichte die traurige Nachricht, dass Hugo Wolf im Alter von 93 Jahren verstorben ist. Er war am 9. Februar 1947 nach der Wiederaufnahme des Vereinslebens nach dem Zweiten Weltkrieg dem FCM beigetreten und damit das älteste Mitglied, das dem Fußball-Club nahezu 77 Jahre die Treue hielt.

„Auch wenn er ein gesegnetes Alter erreicht hat und friedlich im Kreis seine Familie einschlafen durfte, tut es sehr weh einen solch liebenswerten und dem FC Memmingen überaus verbundenen Menschen zu verlieren“, spricht FCM-Präsident Armin Buchmann Wolfs Ehefrau Rosemarie, seinen Töchtern Alexandra, Gabi und Susanne sowie seinen Brüdern Fritz, Gerd und Herbert mit ihren Angehörigen seine aufrichtige Anteilnahme aus.

Seinem Wunsch entsprechend wurde er bereits im kleinen Kreis auf seinem letzten Weg begleitet. Wir werden Hugo Wolf beim FC Memmingen in lieber Erinnerung behalten.

Eine besondere Ehre wurde Hugo Wolf noch im vergangenen Sommer zuteil, als er im neuen Multifunktionsgebäude e-con ArenaPark von FCM-Präsident Armin Buchmann zusammen mit seinem Bruder Herbert als erste offizielle Gäste begrüßt wurde. Es war für alle ein sehr emotionales Erlebnis. Hugo Wolf genoss es mit leuchtenden Augen das Freundschaftsspiel an diesem heißen Nachmittag gegen den TSV 1860 München im wohltemperierten Gebäude in luftiger Höhe von der Sky-Lounge aus zu verfolgen.

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Die Memminger Zeitung berichtete über diesen Tag und die Anekdoten, die er zu erzählen wusste: „Kurz nach dem Kriegsende war das damals eine harte Zeit, und 1947 war der Hunger am größten.“ Als Jugendlicher habe er zwar Turnschuhe besessen, doch diese seien leider kaputt gewesen. „Ich habe dann barfuß gespielt, das war zu dieser Zeit durchaus normal“, erinnerte er sich. Vom FCM habe er dann zwar später Kickstiefel bekommen, doch diese seien leider zu groß gewesen. Wie groß die Not zur damaligen Zeit war, schilderte der aus dieser Zeit geprägte, bescheidene Wolf anhand dieses Beispiels: „Die Heimvereine haben damals die Gastvereine mit Kartoffeln bezahlt, um sicherzustellen, dass diese zu den Spielen überhaupt antreten.“ Die Spieler seiner Mannschaftseien auf Fahrrädern zu den Auswärtspartien in Kottern und Krumbach gefahren – und nach den Spielen dieselbe Strecke wieder zurück. Alles heute unvorstellbar.

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