Regionalliga: FC Memmingen – SV Wacker Burghausen 0:0

Die einen wollten nicht, die anderen konnten nicht. So lässt sich das 0:0 Unentschieden am Dienstagabend in der Regionalliga Bayern zwischen dem FC Memmingen und dem SV Wacker Burghausen wohl am besten umschreiben. Nicht nur zwischen den Zeilen war bei Gäste-Trainer Matthias Ostrzolek herauszuhören, dass es seine Vorgabe war, sich bloß nichts auf der weiten Tour ins Allgäu einzufangen: “ Memmingen hat die letzten drei Spiele kein Gegentor kassiert, deswegen sind wir hierher mit dem Ziel angereist, kein Gegentor zu bekommen. Sonst wäre es schwierig geworden.“ Ernsthafte Versuche von Wacker, selbst einen Treffer zu erzielen, gab es kaum. So blieb es beim einseitigen, aber vergeblichen Anrennen des FCM.

„Ich habe nur eine Mannschaft gesehen, die gewinnen wollte. Über 90 Minuten hatte der Gegner keine echte Chance“, wäre es FCM-Trainer Matthias Günes dennoch lieber gewesen, wenn Burghausen kreativer agiert hätte. Seine Mannschaft tut sich leichter, wenn die Gegenseite mitspielt und die Partie offener gestaltet. Dann bieten sich mehr Gelegenheiten im schnellen Umschaltspiel.

Aber auch so gab es einige hochkarätige Möglichkeiten, das Spiel zu entscheiden. Philipp Kirsamer (im Bild) hatte eine davon in der ersten Halbzeit, scheiterte aber blank an Wacker-Ersatzkeeper Brinkmann. Eine sogenannte hundertprozentige Chance. „Wir machen es bis zum letzten Pass oft gut und vieles richtig. In den entscheidenden Momenten fehlt dann die Präzision“, zeigt sich Kirsamer selbstkritisch. Günes bricht aber sogleich eine Lanze für seinen Stürmer: „Von außen sehen wir nur die finale Aktion, aber nicht, dass ‚Kirse‘ zuvor 80 Meter in die eine Richtung, dann 80 Meter in die andere Richtung gesprintet ist und dann mit hohem Puls die Entscheidung treffen musste, wohin schieße ich.“

Vorne fehlt momentan etwas die Kaltschnäuzigkeit, hinten agiert Memmingen dagegen mit großer Coolness. „Unabhängig vom Ergebnis ziehe ich den Hut vor den Jungs. Wir hatten am Samstag ein brutal intensives Spiel gegen Vilzing. Ich habe auch heute das Gefühl gehabt, dass wir die Mannschaft sind, die mehr Körner hat, lobt der Coach Einsatz und Fitness.

Die erneute Nullnummer gibt noch einiges für die Statistik her: Seit 403 Spielminuten ist der FC Memmingen nun schon ohne Gegentor, fünfmal in Folge ungeschlagen (zwei Siege, drei Unentschieden), mit dreimal 0:0 und der einzigen Niederlage gegen 1860 München (0:3) wiederum auch in den letzten vier Heimspielen ohne eigenen Torerfolg, während es auswärts bislang astrein läuft.

Das nächste Auswärtsspiel steht am Samstag beim FV Illertissen an. Es wird ein weiteres Spitzenspiel sein: Der Tabellendritte Illertissen gegen den Zweiten Memmingen. Fehlen wird hier ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub Abwehrchef Max Zeller, der in der Schlussphase gegen Burghausen wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot sah. Das war auch der einzige Pfiff von Schiedsrichter Maximilian Ziegler mit dem Günes nicht einverstanden war, dem Unparteiischen ansonsten eine überragende Leistung bescheinigte. Und fast hatte es den Anschein, dass der Referee Zellers vertretbaren Platzverweis im Nachhinein bedauern würde.

FC Memmingen: Dewein – Gräser (71. Maier), Zeller, Schmidt, Paschek – Dolinski, Rietzler, Lutz, Fusaro (71. Koller) – Kirsamer (60. Martin), Pfaumann (88. Roth).

SV Wacker Burghausen: Brinkmann – Lechner, Schwarzensteiner, Hofherr (90.+3 Müller) – Stegmiller (75. Schuhbauer), Leitner (46. Wagner), Bangerter, Diowo (59. Simic), Turtschan – Sodji (59. Agbaje), Bachschmid.

Tore: Fehlanzeige: Schiedsrichter: Ziegler (Lindach) – Gelbe Karten: Zeller / Bangerter, Lechner. – Gelb/Rot: Zeller (90 + 2/FCM/wiederholtes Foulspiel). – Zuschauer: 625.

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Fotos (C) Hannah Brenner, Siegfried Rebhan, Olaf Schulze

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