
Das Topspiel der Fußball-Regionalliga zwischen Memmingen und Vilzing endet torlos. FCM-Trainer Günes hat eine klare Antwort, ob der FCM nun einen Punkt gewonnen hat – oder zwei verloren. Der Bericht von Freddy Schissler:
Es ist so etwas ähnliches wie die Gretchenfrage im Fußball nach einem torlosen Unentschieden, zumal im eigenen Stadion: Punkt gewonnen oder zwei liegen gelassen? Fisch oder Fleisch, Sekt oder Selters? Der FC Memmingen beendete die Heimpartie gegen die DJK Vilzing mit eben jenem 0:0, weshalb hinterher die Suche nach der Einordnung begann. Für FCM-Trainer Matthias Günes war’s klar: „Ich bin inhaltlich zufrieden. Wir wollten 90 Minuten gegen einen starken Gegner genauso spielen, deshalb fällt mein Fazit positiv aus.“
Was bei ihm für gute Laune sorgte: Sein Team sei stets strukturiert geblieben, konsequent in den Zweikämpfen (von denen es jede Menge gab), jeder habe seine Aufgabe erfüllt. So stand also am Ende wieder mal die Null bei den Allgäuern, immerhin gegen einen spielstarken Gegner aus dem oberen Tabellenbereich mit etwas mehr Ballbesitz als die Gastgeber.
Und doch lief gerade im Spiel nach vorn, und dort in letzter Konsequenz direkt vor dem gegnerischen Tor, nicht alles rund. Vor allem in der Schlussphase, als die sicheren Kombinationen über mehrere Stationen an wenigen Fingern abzuzählen waren.
Fabian Lutz, der in der zweiten Halbzeit das Spiel der Hausherren nach vorne trieb und Gäste-Torhüter Fabian Eutinger zu Paraden herausforderte (47./54.), formulierte es so: „Zum Ende hin ist es ganz schön wild geworden, ein ständiges Hin und Her.“ Verbunden auch mit der Angst innerhalb der Günes-Truppe, doch noch einen Last-Minute-Treffer der laufstarken Gäste zu kassieren.
Diese Ungewissheit in der Schlussviertelstunde hätte aus Sicht von Lutz nicht sein müssen: „Gerade nach der Halbzeitpause waren Chancen da, einen Treffer zu machen.“ Was seiner Ansicht nach auch gereicht hätte zum Sieg, denn: „Wir waren hinten wieder sehr gefestigt und haben keine Nachlässigkeiten gehabt.“
Insgesamt gab es fünf Wechsel im Laufe des zweiten Abschnitts: Matthias Günes versuchte eine mögliche Müdigkeit in der Vilzinger Hintermannschaft mit frischen Kräften auszunutzen. Weshalb diese Entscheidung nicht zum Erfolg führte? Der Memminger Coach erklärte es vor allem mit fehlendem Glück in entscheidenden Phasen. Nun, beim Abschluss von Luis Pfaumann (69.) knallte der Ball an die Latte, Philipp Kirsamer verstolperte kurz danach in aussichtsreicher Position, Pascal Maier ließ sich nach 73 Minuten zu weit abdrängen.
Letzterer beantwortete die anfangs erwähnte Gretchenfrage mit dem Daumen nach oben: „Wir können zufrieden sein mit dem Punkt. Denn es ging wirklich teilweise wild hin und her und der Gegner war stark.“ Zufrieden blickte er auch auf den bisherigen Verlauf der Saison. Die Mannschaft habe das Zeug dazu, jeden zu schlagen und sich in oberen Tabellenregionen zu behaupten: „Aber klar, unsere Chancenauswertung muss besser werden.“ Und klar sei ebenso, dass er, eingewechselt nach 62 Minuten, sich wieder in die Stammformation kämpfen will. Seine Verletzung vom Saisonbeginn sei auskuriert, weshalb Gas angesagt sei.
Nächste Gelegenheit dafür haben er und seine Kollegen bereits am Dienstag (19 Uhr), wenn mit Wacker Burghausen der Tabellenelfte im Memminger Stadion gastiert.
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Von Freddy Schissler – Allgäuer Zeitung vom 14.09.26 – Fotos (C) Siegfried Rebhan, Olaf Schulze